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    Würzburg

    Papst weist Häresievorwürfe zurück

    In einem Interview mit einem mexikanischen Fernsehsender hat Papst Franziskus auf Vorwürfe reagiert, er würde Irrlehren vertreten. Außerdem sprach er über seine Haltung zur "Homo-Ehe".

    In einem Interview antwortet Papst Franziskus seinen Kritikern. Foto: Simon Kremer (dpa)

    In einem Interview mit dem mexikanischen TV-Sender Televisa hat der Papst Häresievorwürfe zurückgewiesen. Er beklagte, dass „Grenzfälle“ von Journalisten ausgesucht würden oder Menschen, die er empfangen oder mit denen er gesprochen habe, „aus Begeisterung Dinge sagen, die über das hinausgehen, was der Papst gesagt hat“. Dies gelte in Bezug auf Menschen in sogenannten „irregulären Beziehungen“, wobei der Heilige Vater betont, dass ihm die Bezeichnung gar nicht behage.

    Als die Interviewerin den Papst darauf anspricht, dass er einen Transsexuellen mit dessen Lebenspartner empfangen habe, führt Papst Franziskus aus: „Ich kann niemand ausschließen, aber ich kann ihm nicht sagen, dass sein Verhalten mit dem übereinstimmt, was die Kirche vorschreibt. Ich muss zu ihm sagen: Du bist ein Kind Gottes, und Gott liebt Dich. Mach es mit Gott aus.“ Der Papst sagt andererseits unzweideutig: „Von ,Homo-Ehe‘ zu sprechen, ist eine Inkongruenz“ – ein Widerspruch in sich.

    Papst will keine Urteile aus der Ferne fällen

    Kasuistik sei nicht sein Fall, erklärt Papst Franziskus. „Amoris laetitia möchte der Lehre des Thomas von Aquin zu ihrem Recht wieder verhelfen, nicht der Kasuistik.“ Dazu erzählt er von einem Telefonat mit einer geschiedenen Frau aus Argentinien. „Ich sagte zu ihr: ,Schauen Sie, in Amoris laetitia steht, was Sie zu tun haben. Sprechen Sie mit einem Priester und suchen Sie einen Weg‘.“ Für den Heiligen Vater sei „unverantwortlich“, aus 11 000 Kilometer Entfernung eine konkrete Antwort auf die Frage zu geben: „Kann ich die Kommunion empfangen oder nicht?“

    Mit Nachdruck erklärt Papst Franziskus:  „Ich werde wohl kaum jemandem sagen, ob er die Kommunion empfangen darf oder nicht. Das akzeptiere ich nicht. Es geht nicht um Kasuistik, sondern um einen Integrationsprozess in die Kirche.“ Aber: „Die Lehre bleibt dieselbe.“

    DT/reg

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