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    Papst ruft Irak zum Schutz der Christen auf

    Vatikanstadt (DT/KNA) Benedikt XVI. hat den Irak zum Schutz der christlichen Minderheit sowie zur Sicherstellung vollständiger Religionsfreiheit aufgerufen. Die irakische Regierung müsse dafür sorgen, dass Christen im Land sicher leben und bereits geflüchtete Mitglieder der Gemeinde zurückkehren könnten, sagte der Papst am Freitag beim Antrittsbesuch des neuen irakischen Botschafters beim Heiligen Stuhl, Habbeb Mohammed Hadi Ali Al-Sadr.

    Vatikanstadt (DT/KNA) Benedikt XVI. hat den Irak zum Schutz der christlichen Minderheit sowie zur Sicherstellung vollständiger Religionsfreiheit aufgerufen. Die irakische Regierung müsse dafür sorgen, dass Christen im Land sicher leben und bereits geflüchtete Mitglieder der Gemeinde zurückkehren könnten, sagte der Papst am Freitag beim Antrittsbesuch des neuen irakischen Botschafters beim Heiligen Stuhl, Habbeb Mohammed Hadi Ali Al-Sadr.

    In den vergangenen Jahren habe es „viele tragische Gewalttaten“ gegen unschuldige Muslime und Christen geben, sagte der Papst. Diese widersprächen der Lehre beider Religionen. Das geteilte Leid stärke jedoch die Bande zwischen Muslimen und Christen im Einsatz für Frieden und Versöhnung. Die Christen könnten insbesondere für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes sowie im Gesundheits-, Sozial- und Erziehungswesen einen wertvollen Beitrag leisten. Christen, die in den Irak zurückkehren wollten, bräuchten die Gewissheit, dass sie ihr Eigentum wiedererhielten und ihre Rechte gewahrt blieben, sagte Benedikt XVI. bei der Überreichung des Beglaubigungsschreibens für den irakischen Diplomaten. Er ermutigte die Christen zudem, in ihrem Heimatland zu bleiben. Die Gesellschaft des Landes müsse zu einer friedlichen Koexistenz finden. Voraussetzung dafür sei vor allem die Sicherstellung der Religionsfreiheit und ungehinderten Glaubensausübung. Er bete und hoffe, dass diese Grundrechte nicht nur in der Gesetzgebung verankert, sondern auch in der Praxis verwirklicht würden. Alle Iraker müssten zu einer gerechten, moralischen und friedlichen Gesellschaft beitragen. Mit Blick auf die Wahlen im Irak am 7. März 2010 sprach der Papst von einem „klaren Zeichen“ gegen Gewalt und für Demokratie. Ungeachtet aller Einschüchterungsversuche derer, die diese Vision nicht teilten, habe die irakische Bevölkerung großen Mut bewiesen. Habbeb Mohammed Hadi Ali Al-Sadr (59) war zuletzt für das irakische Außenministerium in Bagdad tätig. Zuvor leitete er einen irakischen Fernsehsender.