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    Papst ernennt Stephan Burger zum neuen Freiburger Erzbischof

    Vatikanstadt/Freiburg (DT/KNA) Papst Franziskus hat den bisherigen Leiter des Freiburger Kirchengerichts, Stephan Burger, zum neuen Erzbischof von Freiburg ernannt. Dies teilten der Vatikan und das Erzbistum am Freitagmittag mit. Der 52-Jährige ist damit der 15. Freiburger Erzbischof und folgt auf Robert Zollitsch (75), der das Südwest-Bistum mit zwei Millionen Katholiken seit 2003 leitete. Die Bischofsweihe und Amtseinführung soll am 29. Juni erfolgen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte Burger. „Ich bin mir sicher, dass Ihre reiche pastorale Erfahrung, die soliden kirchenrechtlichen Kenntnisse und die damit verbundene Vertrautheit mit der kirchlichen Verwaltung hilfreich sind für die kommenden Aufgaben als Erzbischof von Freiburg“, erklärte Marx in Bonn.

    Wird am 29. Juni zum neuen Bischof geweiht: Stephan Burger. Foto: KNA

    Vatikanstadt/Freiburg (DT/KNA) Papst Franziskus hat den bisherigen Leiter des Freiburger Kirchengerichts, Stephan Burger, zum neuen Erzbischof von Freiburg ernannt. Dies teilten der Vatikan und das Erzbistum am Freitagmittag mit. Der 52-Jährige ist damit der 15. Freiburger Erzbischof und folgt auf Robert Zollitsch (75), der das Südwest-Bistum mit zwei Millionen Katholiken seit 2003 leitete. Die Bischofsweihe und Amtseinführung soll am 29. Juni erfolgen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, gratulierte Burger. „Ich bin mir sicher, dass Ihre reiche pastorale Erfahrung, die soliden kirchenrechtlichen Kenntnisse und die damit verbundene Vertrautheit mit der kirchlichen Verwaltung hilfreich sind für die kommenden Aufgaben als Erzbischof von Freiburg“, erklärte Marx in Bonn.

    Der Wahlspruch des künftigen Erzbischofs lautet „Christus in cordibus“ (Christus in den Herzen) und bezieht sich auf Verse im Epheserbrief des Apostels Paulus. Burger gilt als kommunikativer Seelsorger und erfahrener Kirchenjurist. Er stammt aus Löffingen im Hochschwarzwald und wurde nach dem Studium von Philosophie und katholischer Theologie in Freiburg und München 1990 zum Priester geweiht. Nach mehreren Stationen als Vikar und Priester kam er 2002 zum Kirchengericht der Diözese, dessen Leitung er 2007 übernahm. Sein jüngerer Bruder, Tutilo Burger, ist Erzabt der Benediktinerabtei Beuron.

    Begonnen hatte das komplizierte Wahlverfahren des Freiburger Erzbischofs im vergangenen September, als Papst Franziskus Zollitsch nach dessen 75. Geburtstag emeritierte und ihn bis zum Finden eines neuen Erzbischofs zu seinem eigenen Administrator ernannte. Parallel dazu begann das Auswahlverfahren entsprechend dem Badischen Konkordat. In der vergangenen Woche wurde Burger dann in geheimer Abstimmung vom Freiburger Domkapitel gewählt, nachdem Rom eine Liste mit drei Kandidaten in den Breisgau geschickt hatte. Bereits am vergangenen Wochenende konnte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dann in der Staatskanzlei einen versiegelten Briefumschlag vorfinden. Laut Konkordat muss die Landesregierung erklären, dass es seitens der Staatsregierung keine „Bedenken allgemeinpolitischer, nicht aber parteipolitischer Art“ gibt. Zufällig gibt es nun zeitlich parallel auch einen Wechsel an der Spitze der evangelischen Landeskirche in Baden: Am Sonntag folgt Jochen Cornelius-Bundschuh (56) auf den langjährigen Landesbischof Ulrich Fischer (65). Seit Jahren bestehen im Südwesten enge Kontakte zwischen evangelischen und katholischen Gemeinden und den Kirchenleitungen.

    Der emeritierte Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch bezeichnete seinen Nachfolger am Freitag , als „im guten Sinne konservativ“. Am Rande des Katholikentags sagte Zollitsch in Regensburg, Burger sei ein Mann der Mitte und werde den Weg der Kirche von Freiburg weitergehen. Zudem sei Burger ein ausgewiesener Seelsorger, der „das Herz auf dem richtigen Fleck“ habe und auf Menschen zugehe. Hervorstechend ist laut Zollitsch das pastorale Denken. Bis 29. Juni bleibt Zollitsch als Apostolischer Administrator im Amt. Mit Burgers Bischofsweihe geht die Leitung des Erzbistums auf ihn über.

    Burger ist wichtig, als Pfarrer und Seelsorger im Dialog mit den Katholiken vor Ort zu bleiben. Für ihn zentral ist auch die Einheit mit Rom. Am vergangenen Wochenende, im Rahmen der Diözesanversammlung zu Zukunftsfragen der Kirche, meldete sich Burger engagiert zu Wort und mahnte, dass katholische Amtsträger auf die Sorgen und Argumente des Kirchenvolkes hören sollten. Den vielfach geäußerten Wunsch nach mehr demokratischer Mitentscheidung durch die Basis lehnte er nicht ab. Zugleich machte er aber deutlich, dass nicht alle Entscheidungen im Konsens getroffen werden könnten und letztlich die Kirchenleitung entscheiden müsse. Hier brauche es ein „Grundvertrauen“ in die Amtsträger.

    Burger ist in seiner Wahlheimat, dem idyllischen Burkheim am Kaiserstuhl, ein beliebter Seelsorger. Er war immer da, wenn in den umliegenden Kirchengemeinden ein Priester gebraucht wurde. Sein historisches Interesse nutzte er schon einmal für Vorträge zur Regionalgeschichte. Aufgewachsen in Löffingen im Hochschwarzwald, wo ihn das Vorbild seines Ortspfarrers tief prägte, studierte er in Freiburg und München Theologie und Philosophie, bevor er 1990 zum Priester geweiht wurde. Es folgten mehrere Stationen als Seelsorger und parallel weitere kirchenjuristische Studien, die er 2006 am Kanonistischen Institut der Universität Münster abschloss. Bereits 2002 war Burger ans Freiburger Kirchengericht gewechselt, dessen Leitung er dann 2007 übernahm. Zuletzt betreute er das Seligsprechungsverfahren für den von den Nationalsozialisten ermordeten Priester Max Josef Metzger. Seit vergangenem September gehörte er zudem bereits dem Domkapitel und damit dem engsten Führungskreis des Bistums mit seinen knapp zwei Millionen Katholiken an. Wichtig ist dem neuen Freiburger Erzbischof der Familienzusammenhalt. So verbringt er jedes Jahr im August mit Angehörigen einen gemeinsamen Urlaub im Großen Walsertal, inklusive Berggottesdienst in einer Almkapelle. Und Stephan Burgers Bruder Tutilo schaut bereits voraus: „Jetzt müssen wir uns wohl einen neuen Termin für den gemeinsamen Urlaub suchen, denn Mariä Himmelfahrt am 15. August ist ja das Patroziniumsfest des Freiburger Münsters.“ Tutilo, als Erzabt der bekannten Benediktinerabtei Beuron selbst einer der prominentesten Kirchenmänner im Südwesten, ist sich sicher, dass sich auch nach der Bischofsernennung am guten Verhältnis zu seinem Bruder nichts ändern wird.