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    Papst: Jesus hat das Heilige nicht abgeschafft

    Rom (DT/KNA) Am Fronleichnamsfest hat Papst Benedikt XVI. zu einer größeren Wertschätzung der eucharistischen Frömmigkeit aufgerufen. Diese Form der Anbetung sei durch eine „einseitige Auslegung“ des Zweiten Vatikanischen Konzils zu Unrecht in den Hintergrund gedrängt worden, sagte der Papst am Donnerstag bei einer Messe auf dem Vorplatz der römischen Lateranbasilika. Zugleich wandte sich Benedikt XVI. gegen die pauschale Behauptung, das Christentum kenne allgemein keine kultische Verehrung. „Jesus hat das Heilige nicht abgeschafft“, so der Papst in seiner Predigt; er habe es vielmehr vollendet. Unter dem Einfluss einer säkularistischen Mentalität sei die biblische Botschaft in den sechziger und siebziger Jahren jedoch in diesem Punkt oft missverstanden worden. Nach der Messe vor der Lateranbasilika begab sich der Papst an der Spitze einer Prozession zur rund einen Kilometer entfernten Basilika Santa Maria Maggiore. Ohne eucharistische Anbetung laufe auch das Sakrament der Eucharistie selbst Gefahr, zu einer „oberflächlichen Geste“ zu werden, so Benedikt XVI. in seiner Predigt. Die Wiederentdeckung der zentralen Rolle der Eucharistiefeier durch das Konzil sei zwar von großer Bedeutung gewesen, so Benedikt XVI. Dies bleibe auch „selbstverständlich gültig“. Es sei jedoch falsch, die Feier der Eucharistie und die eucharistische Anbetung als Gegensatz oder Konkurrenz zu betrachten. Daher gelte es, das richtige Gleichgewicht zwischen beiden wiederherzustellen und die Heiligkeit der Eucharistie wiederzuentdecken. Zur grundsätzlichen Bedeutung des Kultes im Christentum führte der Papst aus, es bleibe zwar richtig, dass nach christlichem Verständnis nicht mehr Riten und antike Opfer, sondern Christus selbst der Mittelpunkt sei. Aus dieser fundamentalen Neuerung dürfe aber nicht die Schlussfolgerung gezogen werden, dass es das Heilige im Christentum überhaupt nicht mehr gebe. Vielmehr erhalte es in Christus seine Vollendung. Jesus Christus habe einen neuen, vollständig geistlichen Kult eingeführt. Auch dieser bedürfe jedoch der Zeichen und Riten, unterstrich Benedikt XVI. Das Heilige habe zudem eine erzieherische Funktion. Sein Wegfall würde eine Verarmung der heranwachsenden Generationen bedeuten. Wenn das Heilige wegfalle, so der Papst, sei die Gefahr groß, dass die Ideale der Konsumgesellschaft an dessen Stelle rückten.

    Rom (DT/KNA) Am Fronleichnamsfest hat Papst Benedikt XVI. zu einer größeren Wertschätzung der eucharistischen Frömmigkeit aufgerufen. Diese Form der Anbetung sei durch eine „einseitige Auslegung“ des Zweiten Vatikanischen Konzils zu Unrecht in den Hintergrund gedrängt worden, sagte der Papst am Donnerstag bei einer Messe auf dem Vorplatz der römischen Lateranbasilika. Zugleich wandte sich Benedikt XVI. gegen die pauschale Behauptung, das Christentum kenne allgemein keine kultische Verehrung. „Jesus hat das Heilige nicht abgeschafft“, so der Papst in seiner Predigt; er habe es vielmehr vollendet. Unter dem Einfluss einer säkularistischen Mentalität sei die biblische Botschaft in den sechziger und siebziger Jahren jedoch in diesem Punkt oft missverstanden worden. Nach der Messe vor der Lateranbasilika begab sich der Papst an der Spitze einer Prozession zur rund einen Kilometer entfernten Basilika Santa Maria Maggiore. Ohne eucharistische Anbetung laufe auch das Sakrament der Eucharistie selbst Gefahr, zu einer „oberflächlichen Geste“ zu werden, so Benedikt XVI. in seiner Predigt. Die Wiederentdeckung der zentralen Rolle der Eucharistiefeier durch das Konzil sei zwar von großer Bedeutung gewesen, so Benedikt XVI. Dies bleibe auch „selbstverständlich gültig“. Es sei jedoch falsch, die Feier der Eucharistie und die eucharistische Anbetung als Gegensatz oder Konkurrenz zu betrachten. Daher gelte es, das richtige Gleichgewicht zwischen beiden wiederherzustellen und die Heiligkeit der Eucharistie wiederzuentdecken. Zur grundsätzlichen Bedeutung des Kultes im Christentum führte der Papst aus, es bleibe zwar richtig, dass nach christlichem Verständnis nicht mehr Riten und antike Opfer, sondern Christus selbst der Mittelpunkt sei. Aus dieser fundamentalen Neuerung dürfe aber nicht die Schlussfolgerung gezogen werden, dass es das Heilige im Christentum überhaupt nicht mehr gebe. Vielmehr erhalte es in Christus seine Vollendung. Jesus Christus habe einen neuen, vollständig geistlichen Kult eingeführt. Auch dieser bedürfe jedoch der Zeichen und Riten, unterstrich Benedikt XVI. Das Heilige habe zudem eine erzieherische Funktion. Sein Wegfall würde eine Verarmung der heranwachsenden Generationen bedeuten. Wenn das Heilige wegfalle, so der Papst, sei die Gefahr groß, dass die Ideale der Konsumgesellschaft an dessen Stelle rückten.