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    Papst Franziskus spricht 2016 Mutter Teresa heilig

    Rom/Wien (DT/KAP/sb) Papst Franziskus hat am Donnerstag die Tür zur Heiligsprechung der Seligen Mutter Teresa von Kalkutta geöffnet. Wie der Vatikan am Freitag im offiziellen „Bollettino“ mitteilte, habe der Papst durch Unterzeichnung des Dekrets die Heiligsprechungskongregation beauftragt, das benötigte Wunder auf Fürsprache der Ordensgründerin – eine medizinisch nicht erklärbare Heilung – zu bestätigen. Damit ist der Heiligsprechungsprozess für die albanischstämmige Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin nun abgeschlossen. Ihr Leben für die Ärmsten der Armen, zunächst auf den Straßen Kalkuttas und später weltweit, machte sie berühmt.

    Mutter Teresa von Kalkutta – 1910 als Agnes Gonxha Bojaxhiu in Skopje geboren – wurde von vielen Menschen bereits zu Leb... Foto: Janko Hnilica

    Rom/Wien (DT/KAP/sb) Papst Franziskus hat am Donnerstag die Tür zur Heiligsprechung der Seligen Mutter Teresa von Kalkutta geöffnet. Wie der Vatikan am Freitag im offiziellen „Bollettino“ mitteilte, habe der Papst durch Unterzeichnung des Dekrets die Heiligsprechungskongregation beauftragt, das benötigte Wunder auf Fürsprache der Ordensgründerin – eine medizinisch nicht erklärbare Heilung – zu bestätigen. Damit ist der Heiligsprechungsprozess für die albanischstämmige Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin nun abgeschlossen. Ihr Leben für die Ärmsten der Armen, zunächst auf den Straßen Kalkuttas und später weltweit, machte sie berühmt.

    Der Termin für die Heiligsprechung wird bei der nächsten Versammlung des Kardinalskollegiums offiziell bekannt gegeben. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es der 4. September 2016. Es wäre der Sonntag vor dem 19. Jahrestag ihres Todes am 5. September 1997. Medizinische Gutachter der Heiligsprechungskongregation hatten bereits im September die Heilung eines Brasilianers von einem bösartigen Hirntumor im Jahr 2008 als wissenschaftlich nicht erklärbar beurteilt. Die Theologische Kommission im Vatikan bewertete die Heilung des damals 35 Jahre alten Mannes laut dem Bericht einstimmig als Wunder, das auf Fürsprache von Mutter Teresa gewirkt worden sei. Die Frau des Mannes, Familienangehörige und Bekannte baten Mutter Teresa demnach im Gebet um ihre Hilfe. Am Dienstag bestätigten die zuständigen Kardinäle und Bischöfe das Heilungswunder, am Donnerstagnachmittag tat dies der Papst.

    Die Zeremonie zur Kanonisierung der Missionarin und Ordensgründerin am 4. September 2016 wäre ein Höhepunkt im Heiligen Jahr. Als ethnische Albanerin mit bürgerlichen Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu wurde Mutter Teresa am 26. August 1910 in Skopje, heute Hauptstadt von Mazedonien, geboren. Mit 18 Jahren trat sie in einen Missionsorden ein, der sie als Lehrerin nach Kalkutta sandte. 1948 übersiedelte sie in eines der Elendsviertel von Kalkutta, um dort das Leben der Armen zu teilen. Schon ein Jahr später konnte sie dort mit einheimischen jungen Frauen eine eigene Ordensgemeinschaft gründen: die „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Für ihr Lebenswerk wurden ihr zahlreiche Ehrungen zuteil, unter anderem der Friedensnobelpreis 1979. Am 4. September 1997 starb Mutter Teresa mit 87 Jahren in Kalkutta. Bereits sechs Jahre später, 2003, sprach Papst Johannes Paul II. sie selig.

    Der langjährige geistliche Begleiter und Vertraute von Mutter Teresa, Leo Maasburg, meinte am Freitag gegenüber der „Tagespost“: „Ich bin überzeugt, dass Mutter Teresa nicht nur eine Jahrtausend-Heilige ist, sondern mehr und mehr auch als Kirchenlehrerin – gerade für unsere Zeit – entdeckt wird. Ihre radikale Zuwendung zu den Ärmsten der Armen kann Millionen Menschen, die in Leid und Elend leben müssen, Trost und Hoffnung geben. Ihre selbstlose Hingabe an Christus in der Gestalt seiner leidenden Brüder und Schwestern hat sie zu einer Ikone der Barmherzigkeit, ja zu einer weltweit beachteten Botschafterin der barmherzigen Liebe Gottes gemacht.“

    Es sei darum keine Überraschung, dass Papst Franziskus Mutter Teresa in dem von ihm proklamierten „Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ heiligsprechen wollte. „Mutter Teresa hat uns alle klassischen Werke der Barmherzigkeit in beispielhafter Weise vorgelebt“, so Maasburg, der seit 2005 Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich ist, im Gespräch mit dieser Zeitung. Auffallend sei, dass der Papst aus Argentinien den von ihm verehrten Franz von Assisi und Mutter Teresa mehrfach in einem Atemzug nannte. Eine besondere Bedeutung komme dieser Heiligsprechung in Mutter Teresas Wahlheimat zu, meint Maasburg: „Für Indien und den ganzen asiatischen Kontinent wird diese Heiligsprechung ein tieferes Verständnis für die katholische Kirche vermitteln.“