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    Österreich diskutiert „Zukunftsforum“

    Mariazell/Wien (DT) Von einem „Kirchenparlament“ war in der Spekulation der Wiener Tageszeitung „Die Presse“ die Rede. In kirchlichen Aussendungen heißt es vorsichtiger „Zukunftsforum“. Doch die Erwartungshaltung ist schon geschaffen: Wenn der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, nach dem Ende der derzeit in Mariazell tagenden Sommervollversammlung des österreichischen Episkopates am Freitag vor die Medien tritt, werden alle Journalisten hören wollen, wann die Bischöfe der Alpenrepublik sich mit den Laienverbänden zum „Zukunftsforum“ zusammenfinden wollen, ob die rebellischen Gruppen wie „Laieninitiative“ und „Pfarrerinitiative“ mit eingebunden sein werden, welche Themen auf der Agenda stehen, ob es demokratische Verfahren geben wird und welchen Verbindlichkeitsgrad festgestellte Mehrheiten wohl haben werden.

    Mariazell/Wien (DT) Von einem „Kirchenparlament“ war in der Spekulation der Wiener Tageszeitung „Die Presse“ die Rede. In kirchlichen Aussendungen heißt es vorsichtiger „Zukunftsforum“. Doch die Erwartungshaltung ist schon geschaffen: Wenn der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, nach dem Ende der derzeit in Mariazell tagenden Sommervollversammlung des österreichischen Episkopates am Freitag vor die Medien tritt, werden alle Journalisten hören wollen, wann die Bischöfe der Alpenrepublik sich mit den Laienverbänden zum „Zukunftsforum“ zusammenfinden wollen, ob die rebellischen Gruppen wie „Laieninitiative“ und „Pfarrerinitiative“ mit eingebunden sein werden, welche Themen auf der Agenda stehen, ob es demokratische Verfahren geben wird und welchen Verbindlichkeitsgrad festgestellte Mehrheiten wohl haben werden.

    Die für März geplante Frühjahrsvollversammlung hatten Österreichs Bischöfe wegen des Konklaves in Rom – und der dortigen Präsenzpflicht von Kardinal Schönborn – ausfallen lassen. Umso dichter ist nun die Agenda bei der traditionell eher entspannten Sommervollversammlung im steirischen Gnadenort Mariazell. Doch weder die Begleitmaßnahmen zur Einführung des neuen „Gotteslob“ noch weitere Themen für das aktuelle „Jahr des Glaubens“ sind in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Das zwischen den Bischöfen und der Leitung der „Katholischen Aktion“ (KA) angedachte „Zukunftsforum der Kirche in Österreich“ beherrscht die Diskussion. Dieses Forum war in einem vertraulichen Treffen mehrerer Bischöfe mit der Spitze der KA am 9. Januar in Salzburg vereinbart worden. Man wolle damit „im Konsens ein Signal für einen Aufbruch in der Kirche setzen“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung.

    Welche Themen dabei im Zentrum stehen werden, hat die kircheneigene Nachrichtenagentur „Kathpress“ bereits während der bischöflichen Beratungen mitgeteilt: „der Einsatz für die Würde des Menschen, der Umgang mit Ehe, Familie und Beziehung sowie die Partizipation der Laienchristen in der Kirche“. Kein Zweifel also, dass die Frage nach dem kirchlichen Umgang mit den wiederverheirateten Geschiedenen zumindest von den Beobachtern zu einem zentralen Gradmesser der „Zukunftsforums“-Dynamik werden wird. Nach der KA hat auch der „Katholische Laienrat Österreichs“ den Plan begrüßt und seine Erwartungshaltung mitgeteilt. Laienrats-Präsident Theodor Quendler nennt als Schwerpunkte „das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen, das Ernstnehmen der Veränderungen im Familienbereich, die Präsenz der Katholiken und ihr Dienst an der Gesellschaft sowie die Allianzen mit unterschiedlichen Gruppierungen der Gesellschaft von heute“. Nicht alle offenen oder immer wiederkehrenden Fragen der Sendung der Kirche werde man behandeln können. Doch grundsätzlich müsse das geplante Zukunftsforum „auch für weitere Themen offen sein“.

    Kardinal Christoph Schönborn selbst ließ via „Kathpress“ am Dienstag wissen, dass die österreichischen Bischöfe auch künftig das Gespräch mit kritischen Organisationen wie der „Laieninitiative“ und der „Pfarrerinitiative“ des früheren Wiener Generalvikars Helmut Schüller suchen werden. Das Verhältnis habe sich etwas entspannt. „Wir gehen in Österreich sicher den Weg des Gesprächs weiter“, so Schönborn.