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    Neustart für einen Chor

    Rom (DT) Zusammen mit dem Motu proprio, das am Samstag die Auflösung der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ verfügte, ist ein weiteres Motu proprio von Papst Franziskus erschienen, das eine der altehrwürdigsten Institutionen des Vatikans betrifft: den „Cappella Sistina“ genannten Chor der Päpste. Bisher führte die auf die römische „Schola Cantorum“ Papst Gregors des Großen (590–604) zurückgehende, nach der Rückkehr der Päpste von Avignon nach Rom im vierzehnten Jahrhundert aber neugegründete Kapelle unter dem Dach der Präfektur des Päpstlichen Haues ein eigenständiges Dasein. Das hat sich nun geändert.

    Rom (DT) Zusammen mit dem Motu proprio, das am Samstag die Auflösung der Päpstlichen Kommission „Ecclesia Dei“ verfügte, ist ein weiteres Motu proprio von Papst Franziskus erschienen, das eine der altehrwürdigsten Institutionen des Vatikans betrifft: den „Cappella Sistina“ genannten Chor der Päpste. Bisher führte die auf die römische „Schola Cantorum“ Papst Gregors des Großen (590–604) zurückgehende, nach der Rückkehr der Päpste von Avignon nach Rom im vierzehnten Jahrhundert aber neugegründete Kapelle unter dem Dach der Präfektur des Päpstlichen Haues ein eigenständiges Dasein. Das hat sich nun geändert.

    Papst Franziskus hat verfügt, dass der Chor dem Amt des Päpstlichen Zeremonienmeisters zugeschlagen wird und dessen Leiter Prälat Guido Marini der Verantwortliche der „Päpstlichen Musikkapelle“ wird. Außerdem wurde das Amt eines Superintendenten für die wirtschaftliche Angelegenheit des Chors geschaffen, das Erzbischof Guido Pozzo übernimmt, der als ehemaliger Leiter der nun aufgelösten Kommission „Ecclesia Dei“ damit eine neue Aufgabe erhält.

    Dem Schritt vorausgegangen war eine Untersuchung der finanziellen Gebaren der Kapelle, die die vatikanische Justiz im September vergangenen Jahres aufgenommen hat, inbesondere gegenüber den beiden Verantwortlichen des Chores, des administrativen Direktors Michelangelo Nardella und des eigentlichen Chorleiters, dem Salesianer Massimo Palombella. Es ging um Geldwäsche, Betrug, Unterschlagung und teure Reisen. Die Namen der beiden tauchen in dem Motu proprio nicht auf, aber die Aufgabe von Nardella übernimmt nun offensichtlich Erzbischof Pozzo. Zeremonienmeister Guido Marini erhielt den Auftrag, ein neues Statut für den Chor zu entwerfen, dem zurzeit zwanzig erwachsene Sänger und etwa 35 Chorknaben angehören. Für Proteste der Eltern hatte bereits im Mai letzten Jahres die Mitwirkung des Chors bei der New Yorker Ausstellung „Heavenly bodies: fashion and the catholic imagination“ im Metropolitan Museum gesorgt, die unter Mitwirkung des Päpstlichen Kulturrates das Verhältnis von Profanem und Sakralem in Mode, Musik und Kunst thematisiert hatte.

    Bearbeitet von Guido Horst

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