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    Mixa lenkt ein

    Augsburg (DT/KNA) Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa (69) stellt seinen Rücktritt und dessen Umstände nicht mehr in Frage. In einer am Mittwoch in Augsburg veröffentlichten „einvernehmlich gefundenen Erklärung“ des Bischofs und der Diözese heißt es, Mixa werde der Einladung des Papstes zu einem Gespräch in Rom nachkommen. „Sein Rücktritt und dessen Umstände werden hierbei nicht in Frage gestellt.“ Für den Druck, den der in die Kritik geratene Bischof bei der Unterzeichnung seines Rücktritts empfunden habe, mache Mixa niemanden verantwortlich oder Vorwürfe.

    Augsburg (DT/KNA) Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa (69) stellt seinen Rücktritt und dessen Umstände nicht mehr in Frage. In einer am Mittwoch in Augsburg veröffentlichten „einvernehmlich gefundenen Erklärung“ des Bischofs und der Diözese heißt es, Mixa werde der Einladung des Papstes zu einem Gespräch in Rom nachkommen. „Sein Rücktritt und dessen Umstände werden hierbei nicht in Frage gestellt.“ Für den Druck, den der in die Kritik geratene Bischof bei der Unterzeichnung seines Rücktritts empfunden habe, mache Mixa niemanden verantwortlich oder Vorwürfe.

    Viele Fehler gemacht

    In einem am gleichen Tag auf der Internetseite des Bistums veröffentlichten Brief an die Gläubigen räumte Mixa Verfehlungen ein und rief zur Versöhnung auf. Wörtlich heißt es in dem Brief: „Wie allgemein bekannt, bin ich durch die widrigen Umstände, die sich wegen der Misshandlungsfälle in verschiedenen Internaten und Häusern ergeben haben, auch ins Gespräch gekommen. 20 Jahre hatte ich als Stadtpfarrer von Schrobenhausen eine Mitverantwortung für das dortige Kinder- und Jugendheim. (...) Ich habe sicher auch viele Fehler gemacht, obwohl ich niemanden in irgendeiner Weise verletzen oder beschädigen wollte. Es soll aber nicht irgendeine Beschönigung ausgesprochen werden, sondern ich bitte nicht nur um Entschuldigung, sondern vor allem um Verzeihung für alles, was ich nicht recht gemacht habe und vor allen Dingen um Verzeihung bei all den Menschen, die ich nicht in der rechten Weise behandelt habe, deren Erwartungen ich nicht erfüllt habe und die ich enttäuscht habe. Dies tut mir von ganzem Herzen leid. Ein großer Trost ist für mich, dass in der Botschaft Jesu immer wieder die Rede ist von der Barmherzigkeit, die Gott uns in der Liebe Jesu schenkt.“

    Der ehemalige Bischof von Augsburg schreibt weiter, er habe sich „in einer sehr schmerzlichen Situation veranlasst“ gesehen, dem Papst seinen Amtsverzicht anzubieten. Benedikt XVI. habe ihn „in einem sehr liebevollen Brief“ wissen lassen, dass er nach seinem Rücktritt weiter Bischof bleibe und als Seelsorger tätig werden könne. Von großer Bedeutung sei für ihn jetzt, „dass in unserer Diözese gegenseitige Streitereien und gegenseitige schwerwiegende Vorwürfe abgebaut werden und dass wir alle zu einem guten Einverständnis und zum Frieden in der Gemeinschaft der Kirche finden.“ Kritisch äußert sich Mixa über die Rolle der Medien in den vergangenen Monaten: „Während der vergangenen Monate ist sehr viel in den Medien über die Verhältnisse in der Diözese Augsburg, auch über meine Person, geschrieben und gesagt worden. In vielfältiger Hinsicht waren die Berichte in dieser oder jener Richtung tendenziös.“

    Mit dem Brief erfüllte Mixa eine Zusage, die er bei einem Einigungsgespräch der Augsburger Bistumsleitung am Dienstag gegeben hatte. In dem Gespräch wurde in Anwesenheit der beiden Rechtsanwälte zudem vereinbart, dass Mixa die Wohnung im Augsburger Bistum verlässt. Die Diözese werde sich um eine vorübergehende Wohnung kümmern und sich dabei mit den bayerischen Bischöfen abstimmen, heißt es weiter.

    Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zeigte sich auf Anfrage „dankbar für die gemeinsame Erklärung“. Erleichtert reagierte auch der Augsburger Diözesanrat. Dies sei „ein erster Schritt in Richtung Versöhnung, hinter den es kein Zurück mehr geben darf“, sagte der Vorsitzende Helmut Mangold der Katholischen Nachrichten Agentur (KNA) in München. Nun müssten die im Bistum entstandenen Gräben möglichst schnell weiter zugeschüttet werden, „damit Augsburg endlich aus den Schlagzeilen kommt“.

    Zuvor hatten die deutschen Bischöfe am Dienstag nach der Sitzung des Ständigen Rates bestätigt, dass Berichte über Vorwürfe gegen Bischof Walter Mixa nach Rom weitergeleitet worden sind. Das sei bereits im April geschehen. Daraufhin habe Papst Benedikt XVI. gehandelt und das Rücktrittsgesuch des Augsburger Bischofs angenommen, teilte die Bischofskonferenz mit. „Die deutschen Bischöfe haben in großer Betroffenheit über die Geschehnisse und offenen Fragen hinsichtlich ihres Mitbruders Walter Mixa gesprochen“, heißt es in der veröffentlichten Erklärung der Bischöfe. Im Vordergrund stehe jetzt die persönliche Zukunft Mixas. „Vor allem die bayerischen Bischöfe sind darüber mit ihm im Gespräch.“

    Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat unterdessen mit Erleichterung auf die Erklärung reagiert. „Man kann nur begrüßen, dass es zu einer solchen Gemeinsamkeit gekommen ist“, sagte ZdK-Präsident Alois Glück am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in München. Bedauerlich sei aber, dass dies nicht schon früher möglich gewesen sei: „Das hätte allen Beteiligten und vor allem der katholischen Kirche viel erspart.“

    Kirche soll Heilung vorleben

    Bereits am Montag hatte der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, in der Debatte um den Rücktritt des Augsburger Bischofs Walter Mixa zur Besonnenheit aufgerufen. Die Auseinandersetzung sei öffentlich eskaliert und drohe, die Betroffenen und die Kirche als Ganze nachhaltig zu beschädigen, mahnte Schmid am Montag in München in einer Erklärung „zu den gegenwärtigen Vorgängen im Bistum Augsburg“. Alle Beteiligten bat Schmid innezuhalten. „Dies gilt sowohl für Repräsentanten des Laienapostolats als auch Sprecher von Bistumsleitungen oder diese selbst.“ Statt des öffentlich ausgetragenen und teils niveaulosen Streits, wie ihn bisweilen politische Parteien führten, empfehle er „persönliche vertrauensbildende Gespräche“. Die Kirche sei dazu da, „die Heilung exemplarisch vorzuleben“.