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    Minsk erschwert Seelsorge

    Warschau (DT/KNA) Die weißrussische Regierung verweigert drei polnischen katholischen Pfarrern den weiteren Aufenthalt im Land. Die Behörden werfen den Geistlichen vor, ihre Gottesdienste in polnischer Sprache gefeiert zu haben, wie die Warschauer Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ (Dienstag) berichtet.

    Warschau (DT/KNA) Die weißrussische Regierung verweigert drei polnischen katholischen Pfarrern den weiteren Aufenthalt im Land. Die Behörden werfen den Geistlichen vor, ihre Gottesdienste in polnischer Sprache gefeiert zu haben, wie die Warschauer Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ (Dienstag) berichtet.

    Die polnische Minderheit in ihren Pfarreien in der Diözese Grodno im Westen des Landes habe dies vorgezogen. Dem Bericht zufolge lehnt es die Regierungskommission für religiöse Angelegenheiten ab, die bis Ende des Jahres befristete Aufenthaltserlaubnis der drei Geistlichen zu verlängern.

    Die Oppositionspartei Belarussische Christliche Demokratie kritisierte die Entscheidung. Die betroffenen Pfarreien stünden wegen des Priestermangels nun vor einem großen Problem, sagte Pater Stanislau dem Hörfunksender Radio Free Europe. Da das Priesterseminar in Grodno nicht genügend Weißrussen ausbilden könne, sei die Kirche noch mindestens zehn Jahre lang auf ausländische Seelsorger angewiesen. 180 der gut 400 katholischen Pfarrer in Weißrussland kommen aus dem Ausland, fast alle aus Polen.

    Die Regierung fordert von der katholischen Kirche seit langem den Verzicht auf ausländische Pfarrer. Seit dem Frühjahr werden Aufenthaltserlaubnisse für Priester nur noch für ein Jahr erteilt.

    Minsk wirft Polen vor, mit Hilfe der Minderheit die Lage im Land destabilisieren zu wollen.

    Warschau beklagt seinerseits, dass Weißrussland Polnischstämmige unterdrücke. Grodno gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zu Polen.