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    Mein junger Glaube im Alltag: Plötzlich Lebensschützer: Beinahe geklärt: die P-Frage: Nun untrennbar verbunden

    „Mein junger Glaube im Alltag“ – darüber schreiben jeden Samstag junge Frauen und Männer aus dem Team der „Jungen Federn“ der „Tagespost“. Sie notieren, was sie persönlich gerade mit ihrem Glauben erleben.

    „Mein junger Glaube im Alltag“ – darüber schreiben jeden Samstag junge Frauen und Männer aus dem Team der „Jungen Federn“ der „Tagespost“. Sie notieren, was sie persönlich gerade mit ihrem Glauben erleben.

    Es fing alles damit an, dass ich dem Rudolf eigentlich nur einige Vorschläge machen wollte, wie er mit seiner Gebetsaktion auf Facebook mehr Menschen erreichen könnte. Die Gebetsaktion, bei der jeder, egal, wo man gerade ist, um 20 Uhr ein Vater Unser für das ungeborene Leben betet. Daraufhin fragte er mich, ob ich nicht mitmachen wollte. Ich sagte zu und seitdem erinnert mich mein Handy jeden Abend auf höchster Lautstärke um die gleiche Uhrzeit an das Gebet des Herrn.

    Es klingelte zu allen möglichen Situationen, abends in der Pizzeria mit Freunden, auf dem Jakobsweg in Spanien oder bei einer Tagung, die von einem Fernsehteam live übertragen wurde. Das Memo, für das ungeborene Leben zu beten, begleitet mich seitdem auf Schritt und Tritt.

    Ein Jahr später wurde „AIAC (abortion is a crime) – Vater Unser für das Leben“ von der Bewegung für das Leben Südtirol mit dem Preis des Lebens 2012 ausgezeichnet. Dadurch kam ich mit deren Verantwortlichen in Kontakt. Aus diesem Kontakt sind Freundschaften entstanden und ich konnte der Bewegung helfen, auf den sozialen Netzwerken Fuß zu fassen.

    Rudolf und mir war ganz klar, dass wir den Preis als Ansporn und Zuspruch verstanden, den Beter-Kreis weiter zu vergrößern. Bei der Verleihung des diesjährigen Preis des Lebens in Meran durfte ich vorstellen, was wir noch alles mit „AIAC“ vorhaben. Derzeit sind neue Flyer mit QR-Code geplant, durch den man besser zu der Facebook-Seite gelangen kann. Man fotografiert dafür mit dem Smartphone schwarze und weiße Punkte ab und wird so direkt auf die Internetadresse weitergeleitet.

    Auch eine mit dem Web 2.0 vernetzte Homepage ist in Planung, welche die Öffentlichkeit des „Marsches für das Leben“ in Berlin verbessern soll, da die Medien dieses Ereignis weitestgehend ausblenden. So möchten wir im September Werbefilme drehen, die auf verschiedenen Videoportalen zu sehen sein werden. Da wir beide noch keine Spiegelreflexkamera haben, laden wir jetzt schon jeden Privatfilmer ein, egal ob mit Handy oder digitaler Spiegelreflexkamera, uns Aufnahmen vom Marsch zu schicken. Dafür möchten wir auch verschiedene Lebensschutz-Organisationen dazu bewegen, die Anfrage zu verbreiten. Mittlerweile bete ich auch jeden Abend dafür, dass die geplanten Projekte klappen. Die Ziele sind anvisiert und trotzdem will ich Gott genug Platz zum Wirken geben, damit es so wird, wie Er es sich vorstellt.

    „Es gibt Dinge,

    die sind kompromisslos

    und Lebensschutz

    gehört dazu“

    Wenn man mich vor zwei Jahren gefragt hätte, wie ich zu „AIAC“ gekommen bin, hätte ich geantwortet, dass es sich einfach so gefügt hat. Heute würde ich sagen, dass wir Christen eine große Verantwortung auf der Welt haben, das menschliche Leben zu schützen. Es gibt Dinge, die sind kompromisslos und Lebensschutz gehört dazu. Ein Christ, der „Pro-Choice“ ist, würde einem Hühnchen entsprechen, das „Pro-KFC“ ist.

    Der Autor, 20, studiert Katholische Theologie in Heiligenkreuz

    Ich weiß noch genau, wie letztes Jahr im Mai die von mir und meinem Freund Marcel geleitete Gebetsaktion „AIAC – Vaterunser für das Leben“ von der Südtiroler „Bewegung für das Leben“ den „Preis des Lebens“ überreicht bekam. Es war eine schöne Feier in Meran, bei traumhaftem Wetter in einer traumhaften Landschaft. Damals stand ich mitten drin in der Abiturszeit und wusste nur ungefähr, wie es danach mit meinem Leben weitergehen sollte. Doch es kam alles anders als geplant und mit Schuld daran war der „Preis des Lebens“.

    Das war so: Drei Monate später, im August, habe ich mit meinen Eltern gesprochen. Gerade habe ich meinem Papa zu erklären versucht, dass ich es ernsthaft in Erwägung ziehe, nach Senden ins Pfarrhaus zu ziehen, um dort ein Jahr lang bei einem Priester zu leben, den ich bis dato nur über Facebook kannte und dem ich erst einmal persönlich begegnet bin.

    „Witzig,

    welche Wege

    sich der Herr

    einfallen lässt!“

    Es dürfte nicht schwer sein, sich vorzustellen, was die Reaktion meiner Eltern war… Natürlich wussten sie, dass ich mich mit der Frage, ob ich zum Priester berufen bin oder nicht, herumplage und dass ich diese Frage klären muss. Was sie jedoch nicht wussten, war, dass ich wenige Stunden zuvor dem Pfarrer bereits zugesagt hatte…

    Alles in allem eine ziemlich verrückte Geschichte, die damit begann, dass nach der Preisverleihung im Mai auf kath.net ein Artikel über diese Veranstaltung stand. Diesen Artikel hat ein gewisser Stephan Spiegel, seines Zeichens Stadtpfarrer von Senden, gelesen und dann die Facebook-Seite unserer Gebetsaktion besucht.

    Dadurch ist er auch auf mich gestoßen, wir haben ein paar Mal hin- und hergeschrieben und uns dann spontan in Würzburg zum Pizza-Essen getroffen. Ich fand ihn gleich sympathisch und als ich ihm so von meinem Kampf mit der P-Frage erzählte, schlug er vor, ich könne doch mein geplantes soziales Jahr in seiner Pfarrei machen, um den Alltag eines Pfarrers hautnah mitzuerleben und meine Berufungsfrage zu klären. Ich war überrascht von diesem Vorschlag, habe mir aber alles in Ruhe angehört und ihm dann gedanklich den Vogel gezeigt.

    Jetzt lebe ich seit mittlerweile neun Monaten bei ihm im Pfarrhaus und habe bisher keinen einzigen Tag bereut. Ich bin überzeugt davon, dass Gott mich genau dort haben wollte. Und ich finde es witzig, welche Wege sich der Herr einfallen lässt! Dieser „Preis des Lebens“ hat nicht nur für unsere Gebetsaktion eine große Bedeutung, sondern war auch ein Mittel des lieben Gottes, um mich auf die richtige Bahn zu schubsen.

    Ein Jahr später war ich also wieder in Südtirol. Mein Abi habe ich längst bestanden und die Berufungsfrage ist fast geklärt.

    Trotzdem finde ich es schade, dass Ende August mein Jahr in Senden schon wieder vorbei sein wird. Ich habe in dieser Zeit eine Menge erlebt, worüber man eigentlich ein ganzes Buch schreiben könnte. Wahrscheinlich mache ich das sogar. Ich bin gespannt, welche Überraschungen der Herr für das kommende Jahr bereithält!

    Der Autor, 19, macht ein Praktikum in der Pfarrei St. Josef der Arbeiter in Senden (Iller)

    Wer schon einmal als erwachsener Mensch eine Taufe mitgefeiert oder mitgestaltet hat, der weiß um die große Emotionalität dieses doch eher unscheinbaren Geschehens. Nach der Anrufung aller Heiligen kommt es zum eigentlichen, sakramentalen Taufakt: Während der Täufling über den Taufbrunnen gehalten wird, übergießt der Priester oder Diakon dreimal das Haupt des Kindes mit den Worten „Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Gerade erst erhielt ich selbst das Geschenk, als Ministrant bei der Taufe eines Kindes dabei sein zu dürfen und war tief bewegt: Von Augenblick zu Augenblick hatte ich einen ganz anderen Menschen vor mir – ein junges Kind, das aus dem Wasser und Heiligen Geist neugeboren wurde und dem Gott alle Sünden vergeben hatte. Ein unglaublicher Vorgang.

    Während ich vorsichtig den Kopf des neugetauften Kindes mit einem Tuch abtrocknete, wurde mir klar: Dieses Kind hat Gott nun in sein heiliges Volk Gottes aufgenommen und zählt es zu seinem „auserwählten Geschlecht“ (1 Petr 2, 9).

    Dieser Mensch, der nun untrennbar und unwiderruflich mit Jesus Christus verbunden ist, ist die Zukunft der Kirche und Hoffnung für uns alle. Und dabei ist es kein Zufall, dass gerade dieser Mensch an diesem Ort und zu dieser Zeit dem Herrn „einverleibt“ wird. Dieses Kind Gottes kommt nicht zufällig zum Glauben, sondern durch eine Berufung.

    Das Kind war bereits vor seiner Geburt von Gott dazu bestimmt, Christ zu sein und den Namen Jesu Christi zu tragen. Was bei guten Freunden durch ein Freundschaftsband, bei einem Brautpaar, einer Ordensfrau oder einem Bischof durch den Ring, bei einem Ordensmann durch den Habit, bei einem Verbindungsstudenten durch das Band jeweils als Zeichen der Treue zum Ausdruck kommt, ereignet sich nun an diesem Kind durch die Taufe, die ihm ein „untilgbares Prägemal“ verleiht.

    Die Taufe ist ein so wesentliches Ereignis im Leben eines Christen, dass wir sie immer wieder neu vollziehen und vergegenwärtigen sollten. Der Taufe gedenken wir in ganz besonderer Weise an unserem Namenstag und in der österlichen Zeit durch die Tauferneuerung. Auch beim Betreten eines Gotteshauses haben wir mit dem Weihwasserbecken stets das Wasser der Taufe vor uns. Schön ist es auch, wenn zu Beginn der heiligen Messe das „Asperges“ oder „Vidi aquam“ gefeiert wird. Diese Sakramentalie ist leider fast vollständig aus unseren Gottesdiensten verschwunden, obwohl sie in so eindrücklicher Weise den Aspekt der Taufberufung, Taufgnade und Taufwürde in den Vordergrund stellt.

    „Von Augenblick

    zu Augenblick

    ein ganz anderer

    Mensch“

    Die Besprengung mit Weihwasser stellt uns zu Beginn der heiligen Messe an die Position, auf die wir gehören: Wir sind Kinder Gottes, Glieder seines heiligen Volkes, das Anteil hat am allgemeinen Priestertum Jesu Christi. Und dennoch bedürfen wir stets der Heiligung und Reinigung von außen, durch den besonderen Dienst der Priester. Vielleicht bitten wir unseren Pfarrer bei nächster Gelegenheit einmal, das sonntägliche Taufgedächtnis mit dem „Asperges“ wiederzubeleben.

    Der Autor, 20, studiert Rechtswissenschaften und BWL in Köln