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    Mehr Transparenz und klare Kompetenzen

    Rom (DT) Man wird es in Zukunft wohl häufig das „Finanzministerium“ des Vatikans und den Mann an der Spitze den „Minister“ des Papstes für Wirtschaft und Finanzen nennen: Der 72 Jahre alte Kardinal George Pell, der bisher an der Spitze der Erzdiözese Sydney stand, bereitet sich auf den Umzug nach Rom vor, wo er noch im März den Aufbau und die Leitung des Sekretariats für Wirtschaft übernehmen wird, das Papst Franziskus am Montag mit einem eigenen Motu proprio als Dikasterium der römischen Kurie errichtet hat (siehe DT vom 25. Februar). Pell wird dem Sekretariat als Kardinalpräfekt vorstehen. Des Weiteren soll ein Rat für Wirtschaft, bestehend aus acht Kardinälen und Bischöfen sowie sieben Finanzexperten, die Laien sind, die Aufgabe haben, alles im Vatikan zu überwachen und zu kontrollieren, was mit Wirtschafts-, Finanz- und Verwaltungsfragen zu tun hat. Das betrifft die Dikasterien der römischen Kurie, alle mit dem Heiligen Stuhl verbunden Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Nuntiaturen und den Staat der Vatikanstadt. Die praktische Kontrollarbeit obliegt dem Sekretariat unter Leitung von Kardinal Pell, der zunächst die Statuten seines Dikasteriums erarbeiten soll. Ihm zur Seite steht ein Generalsekretär. Und unabhängig von Wirtschafts-Rat und Wirtschafts-Sekretariat soll es noch einen Generalrevisor geben, einen obersten vatikanischen Wirtschaftsprüfer, der die Bilanzen der vatikanischen Instanzen zu prüfen hat und den der Papst persönlich ernennen wird.

    Kardinal George Pell. Foto: KNA

    Rom (DT) Man wird es in Zukunft wohl häufig das „Finanzministerium“ des Vatikans und den Mann an der Spitze den „Minister“ des Papstes für Wirtschaft und Finanzen nennen: Der 72 Jahre alte Kardinal George Pell, der bisher an der Spitze der Erzdiözese Sydney stand, bereitet sich auf den Umzug nach Rom vor, wo er noch im März den Aufbau und die Leitung des Sekretariats für Wirtschaft übernehmen wird, das Papst Franziskus am Montag mit einem eigenen Motu proprio als Dikasterium der römischen Kurie errichtet hat (siehe DT vom 25. Februar). Pell wird dem Sekretariat als Kardinalpräfekt vorstehen. Des Weiteren soll ein Rat für Wirtschaft, bestehend aus acht Kardinälen und Bischöfen sowie sieben Finanzexperten, die Laien sind, die Aufgabe haben, alles im Vatikan zu überwachen und zu kontrollieren, was mit Wirtschafts-, Finanz- und Verwaltungsfragen zu tun hat. Das betrifft die Dikasterien der römischen Kurie, alle mit dem Heiligen Stuhl verbunden Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Nuntiaturen und den Staat der Vatikanstadt. Die praktische Kontrollarbeit obliegt dem Sekretariat unter Leitung von Kardinal Pell, der zunächst die Statuten seines Dikasteriums erarbeiten soll. Ihm zur Seite steht ein Generalsekretär. Und unabhängig von Wirtschafts-Rat und Wirtschafts-Sekretariat soll es noch einen Generalrevisor geben, einen obersten vatikanischen Wirtschaftsprüfer, der die Bilanzen der vatikanischen Instanzen zu prüfen hat und den der Papst persönlich ernennen wird.

    Franziskus ist mit diesem ersten Schritt der Kurienreform einer Empfehlung des aus acht Kardinälen bestehenden Beraterstabs gefolgt, der vergangene Woche von Montag bis Mittwoch tagte und sich mit den Finanzfragen des Vatikans befasst hat (siehe DT vom 20. Februar). Pell selber gehört dem achtköpfigen Kardinalsrat an.

    Zwei Neuerungen sind wichtig, die erste steht im Motu proprio vom Montag: Das von Kardinal Pell geleitete Wirtschafts-Sekretariat ist direkt dem Papst verantwortlich, es arbeitet mit dem vatikanischen Staatssekretariat zusammen, untersteht diesem aber nicht. Die bisherigen Zuständigkeiten des Staatssekretariats auch für finanzielle Fragen wurden beschnitten. Die zweite wichtige Neuerung steht in der Erklärung, mit der das Pressebüro des Vatikans die Veröffentlichung des Motu proprio kommentiert hat: Während dort die Aufgaben und die Arbeit der noch von Benedikt XVI. gegründeten Finanziellen Aufsichtsbehörde AIF bestätigt und auch bekräftigt wird, dass die APSA, die Vermögens- und Immobilienverwaltung des Heiligen Stuhls, als „Zentralbank des Vatikans“ weiterbestehen wird, fehlt im Motu proprio und in der vatikanischen Presseerklärung jede Erwähnung des Geldinstituts IOR. Wie Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag mündlich erklärte, sei die zukünftige Rolle des „Istituto per le Opere di Religione“ noch nicht geklärt. Zur Finanziellen Aufsichtsbehörde AIF sagte Lombardi, aufgrund ihrer Funktion im Kampf gegen Geldwäsche müsse sie eine Institution bleiben, „die völlig unabhängig von den anderen“ sein müsse. Unabhängig sei im Übrigen auch der neue „Revisor“, der vom Papst zu ernennende Wirtschaftsprüfer des Vatikans. Laut Motu proprio soll er das Recht und die Aufgabe haben, jederzeit jede Institution des Heiligen Stuhls oder des Vatikanstaates kontrollieren zu können.

    Kardinal Pell sieht in seinem neuen Amt als Leiter des Wirtschafts-Sekretariats „eine enorme Aufgabe“, wie er am Dienstag der Nachrichtenagentur afp sagte. Das bisherige Finanzsystem des Vatikans habe „viele Probleme und Skandale“ hervorgebracht, „weil es viele Unklarheiten bezüglich der Kompetenzen“ gegeben habe, so Pell. Dies sei in den bisherigen Untersuchungsberichten hervorgehoben worden. Pell will vor allem auf die Stimme von Wirtschafts- und Finanzexperten hören. „Wenn wir unsere Aufgabe gut machen, dann haben wir auch mehr Ressourcen, um Armen und Benachteiligten besser zu helfen“, meinte Pell weiter.

    Der neue Wirtschafts-Rat wird die Aufgaben der bisherigen Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls übernehmen, der etwa Kardinal Joachim Meisner angehörte und die nun aufhört zu bestehen. Was die nun eingeleitete Finanzreform des Vatikans insgesamt angeht, so steht bisher an neuen Namen nur die Personalie Pell fest. Für Wirtschafts-Rat und Wirtschafts-Sekretariat sowie das Amt des Revisors dürften weitere Ernennungen bald folgen.