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    Malteserorden wehrt sich gegen Ermittlungen

    Rom (DT/KNA) Der Malteserorden wehrt sich gegen eine vatikanische Untersuchung zu seiner Leitungskrise. Die Amtsenthebung von Albrecht von Boeselager als Großkanzler sei eine interne Entscheidung des Souveränen Malteserordens und falle „allein in dessen Kompetenz“, teilte die Ordensleitung in Rom am Wochenende auf ihrer Internetseite mit. Die Einrichtung einer Untersuchungskommission sei ein „Missverständnis des Staatssekretariats“ und „inakzeptabel“. Malteser-Großmeister Matthew Festing habe dies in einem Brief an Papst Franziskus dargelegt. Der Vatikan hatte am Donnerstag mitgeteilt, die Vorgänge um die Absetzung Boeselagers durch eine Kommission unter Leitung des früheren UN-Diplomaten Erzbischof Silvano Tomasi „umfassend und binnen kurzer Frist“ klären zu lassen. In der Bekanntgabe des vatikanischen Presseamts wurde Boeselager weiterhin als Großkanzler bezeichnet.

    Rom (DT/KNA) Der Malteserorden wehrt sich gegen eine vatikanische Untersuchung zu seiner Leitungskrise. Die Amtsenthebung von Albrecht von Boeselager als Großkanzler sei eine interne Entscheidung des Souveränen Malteserordens und falle „allein in dessen Kompetenz“, teilte die Ordensleitung in Rom am Wochenende auf ihrer Internetseite mit. Die Einrichtung einer Untersuchungskommission sei ein „Missverständnis des Staatssekretariats“ und „inakzeptabel“. Malteser-Großmeister Matthew Festing habe dies in einem Brief an Papst Franziskus dargelegt. Der Vatikan hatte am Donnerstag mitgeteilt, die Vorgänge um die Absetzung Boeselagers durch eine Kommission unter Leitung des früheren UN-Diplomaten Erzbischof Silvano Tomasi „umfassend und binnen kurzer Frist“ klären zu lassen. In der Bekanntgabe des vatikanischen Presseamts wurde Boeselager weiterhin als Großkanzler bezeichnet.

    Der Malteserorden, der weltweit 13 500 Mitglieder hat und den Status eines Völkerrechtssubjekts besitzt, hatte vergangene Woche den 67-jährigen Deutschen Albrecht von Boeselager, dessen Amtszeit als Großkanzler bis 2019 dauern sollte, durch den aus Malta stammende John Critien (67) ersetzt. Großmeister Festing begründete die Entlassung mit „schwerwiegenden Problemen“, die während Boeselagers Zeit als Verantwortlicher für die Koordination der humanitären Hilfe des Ordens aufgetreten seien. Boeselager teilte daraufhin mit, er betrachte sich weiter als „rechtsgültig gewählten Großkanzler“ des Souveränen Malteserordens. Die Amtsenthebung entbehre „jeder rechtlichen Grundlage“.

    Unterdessen wandte sich der Großkomtur des Malteserordens, Ludwig Hoffmann-Rumerstein, gegen Medienberichte, denen zufolge er gegen Boeselager ein Disziplinarverfahren wegen Ungehorsams eröffnet und ihn aus dem Orden ausgeschlossen habe (siehe DT 17.12.2016) Hoffmann-Rumerstein erklärte am Dienstag gegenüber dieser Zeitung, auf Anordnung des Großmeisters zwar ein Disziplinarverfahren eingeleitet zu haben, doch habe er in der Folge drei bis vier Tage später den Antrag eines Disziplinarverfahrens nach Rücksprache mit dem Juristen des Großmagisteriums wieder zurückgezogen. Zuständig für ein Disziplinarverfahren sei ausschließlich der Regent des deutschen Subpriorates, Baron Heeremann. Wörtlich erklärte Hofmann-Rumstein: „Die Behauptung, dass ich als Großkomtur Baron von Boeselager aus dem Orden ausgeschlossen hätte, ist unrichtig. Eine derartige Befugnis steht mir als Großkomtur gar nicht zu. Dies ist allein Sache des Großmeisters.“

    kna