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    Märtyrer des Weltkriegs

    Er war vielseitig begabt und veröffentlichte als junger Mann Gedichte, welche die Schönheit der Natur und die Weisheit Gottes preisen: Der polnische Geistliche Michael Piaszczyñski, der am 1. November 1885 in £om¿a (Lomscha) zur Welt kam, das damals zum russischen Teilungsgebiet Kongresspolen (Weichselland) gehörte. Nach hervorragenden Leistungen als Schüler trat er 1903 in das Priesterseminar in Sejny ein. Als Diakon besuchte Piaszczyñski ab 1908 die Katholische Akademie für Theologie in St. Petersburg, wo er – fast genau ein Jahr nach seiner Weihe zum Priester am 13. Juni 1911 ebendort – am 10. Juni 1912 das Theologiestudium erfolgreich mit dem Magistertitel beendete.

    Er war vielseitig begabt und veröffentlichte als junger Mann Gedichte, welche die Schönheit der Natur und die Weisheit Gottes preisen: Der polnische Geistliche Michael Piaszczyñski, der am 1. November 1885 in £om¿a (Lomscha) zur Welt kam, das damals zum russischen Teilungsgebiet Kongresspolen (Weichselland) gehörte. Nach hervorragenden Leistungen als Schüler trat er 1903 in das Priesterseminar in Sejny ein. Als Diakon besuchte Piaszczyñski ab 1908 die Katholische Akademie für Theologie in St. Petersburg, wo er – fast genau ein Jahr nach seiner Weihe zum Priester am 13. Juni 1911 ebendort – am 10. Juni 1912 das Theologiestudium erfolgreich mit dem Magistertitel beendete.

    Es folgte ein zweijähriges, ebenso erfolgreich absolviertes Promotionsstudium im Fach Philosophie an der Universität Fribourg in der Schweiz und ein einjähriger Aufenthalt in Florenz, gefolgt von drei Monaten in Rom. Als der erste Weltkrieg ausbrach, ging Piaszczyñski nach Frankreich, wo er sich vor allem um die polnischen Bergmänner und Kriegsgefangenen kümmerte. Im Jahr 1919 kehrte er zurück nach £om¿a und arbeitete als Lehrer am dortigen Priesterseminar und Gymnasium, bis er schließlich zum Direktor von zwei Gymnasien aufstieg. Als wäre dies nicht genug, verrichtete Piaszczyñski dazu auch noch Dienste als Krankenhaus-Seelsorger in £om¿a. Immer bescheiden auftretend und schlicht gekleidet, wie sich Zeitzeugen erinnerten, war doch die wissenschaftliche Gelehrsamkeit bei diesem polnischen Priester gepaart mit tiefer Frömmigkeit und Selbstverleugnung.

    Die große Wende in seinem Leben, der Anfang seines Martyriums, kam mit dem Zweiten Weltkrieg und der Besetzung Polens durch die Nazis. Piaszczyñski wurde im April 1940 verhaftet und in das Konzentrationslager Dzia³dowo (Soldau) gebracht, später dann in das Lager Sachsenhausen (Oranienburg). Hier starb er am 18. Dezember 1940 aufgrund von körperlicher Erschöpfung und Krankheit. Nicht jedoch, ohne vorher ein Beispiel seiner Gottes- und Menschenliebe zu geben, das in Polen gerade bei der katholischen Hilfsorganisation Caritas, deren Mit-Patron Michael Piaszczyñski ist, sehr bekannt ist. Piaszczyñski schenkte seine Tagesration einem Mitgefangenen aus Warschau, einem jüdischen Anwalt namens Kott. Dieser hatte im Lager den Wunsch geäußert, sich noch einmal so richtig satt zu essen und hinzugefügt: „Ihr Katholiken glaubt, dass das Brot, das ihr in der Kirche esst, Christus ist. Ich glaube, dass dieser Christus jetzt von euch verlangt, das Brot mit mir zu teilen.“ Ruhig und gelassen und den eigenen Hunger heroisch unterdrückend, gab Piaszczyñski dem Anwalt zu essen.

    Zusammen mit 107 weiteren polnischen Märtyrern wurde er am 13. Juni 1999 von Papst Johannes Paul II. während dessen Besuch in der polnischen Heimat seliggesprochen. Unter diesen Märtyrern befinden sich insgesamt drei Bischöfe, 25 Priester, 53 Ordenspriester, drei Seminaristen, sieben Brüder, acht Schwestern und neun Laien. In der Liturgie der Kirche ist der Gedenktag dieser Märtyrer des Zweiten Weltkriegs der 12. Juni. Der Gedenktag des seligen Michael Piaszczyñski, der sein Brot und Leben gab, ist der 20. Dezember.