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    Märtyrer der Kirchentreue

    Als sich ganz Frankreich 1989 auf die Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution als glorreiches Freudenfest vorbereitete, beschlossen einige Franzosen, die sich an die zahlreichen Opfer dieser Zeit erinnerten, einen Verein zu gründen, um das Gedächtnis an die Priester und Ordensleute wachzuhalten, die im Herbst 1792 bei den sogenannten „Septembermorden“ in Paris wegen ihrer Treue zu Rom massakriert wurden. Bei der ersten Versammlung dieses Vereins im März 1989 im Institut Catholique fanden sich erst etwa 20 Leute ein, doch allmählich wurden es immer mehr, und drei Jahre später, im September 1992, dem offiziellen 200. Jahrestag des Blutbades, wohnten dem von Kardinal Lustiger in der Kirche Saint-Joseph-des-Carmes im 6. Arrondissement nahe des Jardin du Luxembourg zelebrierten Pontifikalamt, das sogar vom französischen Fernsehen übertragen wurde, dreitausend Gläubige bei.

    Als sich ganz Frankreich 1989 auf die Zweihundertjahrfeier der Französischen Revolution als glorreiches Freudenfest vorbereitete, beschlossen einige Franzosen, die sich an die zahlreichen Opfer dieser Zeit erinnerten, einen Verein zu gründen, um das Gedächtnis an die Priester und Ordensleute wachzuhalten, die im Herbst 1792 bei den sogenannten „Septembermorden“ in Paris wegen ihrer Treue zu Rom massakriert wurden. Bei der ersten Versammlung dieses Vereins im März 1989 im Institut Catholique fanden sich erst etwa 20 Leute ein, doch allmählich wurden es immer mehr, und drei Jahre später, im September 1992, dem offiziellen 200. Jahrestag des Blutbades, wohnten dem von Kardinal Lustiger in der Kirche Saint-Joseph-des-Carmes im 6. Arrondissement nahe des Jardin du Luxembourg zelebrierten Pontifikalamt, das sogar vom französischen Fernsehen übertragen wurde, dreitausend Gläubige bei.

    191 Märtyrer sind es gewesen – drei Bischöfe, 127 Weltpriester, 56 Ordensleute und fünf Laien – die Papst Pius XI. am 17. Oktober 1926 für ihre Standhaftigkeit im Glauben seliggesprochen hat, als sie am 2. und 3. September 1792 von fanatischen Anhängern der Revolution mit Säbeln und Bajonetten hingeschlachtet wurden. Die priesterlichen Blutzeugen, unter denen sich 23 Jesuiten und viele Theologieprofessoren befanden, gehörten zu denjenigen, die den Eid auf die Verfassung verweigerten. Wie kam es zu diesem Gemetzel?

    Die papsttreuen Eidverweigerer waren gezwungen, im Untergrund zu leben, denn sie durften ja keine Messe feiern und keine Sakramente spenden. Viele kamen aus ganz Frankreich nach Paris, um hier in die Anonymität der Großstadt unterzutauchen.

    Am 11. August 1792, dem Tag nach dem Sturz der Monarchie, wurde die Kirche des Karmelitenklosters Saint-Joseph-des-Carmes in ein Lager für verhaftete Eidverweigerer umgewandelt. Etwa 150 Priester und zehn Laien wurden hier eingesperrt.

    Am 2. September drang eine Gruppe aufgehetzter Sansculotten – Arbeiter und Kleinbürger – in den Garten des Karmelitenklosters ein, wo sie in nur fünfzehn Minuten mehrere Priester und zwei Bischöfe töteten. Anschließend veranstalteten Revolutionskommissare Scheinprozesse, bei denen sie die „angeklagten“ Katholiken aufforderten, auf die Konstitution zu schwören. Wer dies nicht tat, wurde sofort exekutiert. Nach zwei Stunden stapelten sich 119 Leichen im Garten, die am darauffolgenden Tag in einen Brunnen oder auf den Friedhof von Vaugirard geworfen wurden. Zahlreiche im 19. Jahrhundert wieder aufgefundene Gebeine der Märtyrer werden heute in der Krypta der Kirche Saint-Joseph-des-Carmes aufbewahrt.

    Der sich dem Gedächtnis der Septembermärtyrer verpflichtet fühlende Verein – die „Association du souvenir des martyrs de septembre 1792“ verfolgt mit seinem Engagement noch weitere Ziele. Er betet sowohl für Ordens- als auch für Priesterberufungen wie auch für die verfolgten und bedrängten Christen überall auf der Welt.