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    Lebensopfer in Seenot

    Der Tag ihrer Geburt ist nicht bekannt, nur die Geburtsstadt: Aachen. Ganz anders verhält es sich mit dem Datum und dem Ort des irdischen Todes: Der 6. Dezember 1875 im Atlantik. Gemeinsam mit vier Mitschwestern der Kongregation der Franziskanerinnen in Salzkotten war Henrika (Taufname Katharina) Fassbender nach St. Louis im amerikanischen Bundesstaat Missouri gesandt worden. Bei der Überfahrt nach Amerika geriet das Schiff, mit dem die Schwestern reisten, die „Deutschland“, auf dem Atlantik in Seenot.

    Der Tag ihrer Geburt ist nicht bekannt, nur die Geburtsstadt: Aachen. Ganz anders verhält es sich mit dem Datum und dem Ort des irdischen Todes: Der 6. Dezember 1875 im Atlantik. Gemeinsam mit vier Mitschwestern der Kongregation der Franziskanerinnen in Salzkotten war Henrika (Taufname Katharina) Fassbender nach St. Louis im amerikanischen Bundesstaat Missouri gesandt worden. Bei der Überfahrt nach Amerika geriet das Schiff, mit dem die Schwestern reisten, die „Deutschland“, auf dem Atlantik in Seenot.

    Den Ordensschwestern wurde, wie die Kirchenseite des Bistums Münster berichtet, ein Platz in einem der Rettungsboote angeboten. Doch Henrika Fassbender und ihre Gefährtinnen verzichteten. Stattdessen boten sie – vom Geist der Selbstlosigkeit erfüllt – Müttern mit Kindern die noch freien Plätze an. Sie hingegen blieben an Bord des Schiffes und beteten für die Mitreisenden.

    Das Schiff ging unter. Die Leichen von vier Ordensfrauen wurden später aus dem Ozean geborgen. Der Leichnam der fünften Schwester jedoch blieb im Meer verschollen. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden die Leichen im englischen Stratford von Kardinal Henry Edward Manning am 13. Dezember 1875 beigesetzt.

    Der Vorfall, das heldenhafte Zeugnis der Schwestern um Henrika Fassbender, erregte damals großes Aufsehen und inspirierte sogar den britischen Lyriker und Jesuiten Gerard Manley Hopkins zu dem berühmten Gedicht „Der Schiffbruch der Deutschland“ (englisch „The Wreck of the Deutschland“). Dort heißt es: „Schwester, eine Schwester, sie ruft ihn an/ den Herrn, ihren Herrn, und den meinen/ die See an Deck stürzt strudelnd und heulend heran/ die hastig schlagenden, salzigen Gischte scheinen –/ sie blenden, doch Einer, dieser Eine, den die Wetter zeigen/ wirkt wie ein Griff in ihr, ER richtet sie auf zu seinem/ göttlichen Ohr, der großen Nonne Rufe übersteigen/ die Männer in Mastwerk und Tauen und des Sturmes gröhlende Bahn.“

    Die übrigen Franziskanerinnen aus Salzkotten waren Brigitta (Elisabeth) Dammhorst aus Mastholte (Kreis Gütersloh), Norberta (Johanna) Reinkober aus Steindorf (Oberschlesien), Aurea (Josepha) Badziura aus Nengarten (Oberschlesien) sowie Barbara (Thekla) Hültenschmidt aus Deleke (Sauerland).

    Der Gedenktag der heiligen Henrika Fassbender und ihrer Gefährtinnen ist der 6. Dezember.