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    Kommentar: Glaube im Alltag

    Große Events, große Hoffnungen, schnelle Enttäuschung. Wer kennt diese Versuchung nicht? Doch so muss es nicht sein. Weder nach dem Eucharistischen Kongress in Köln, der für Tausende von Gläubigen eine geistliche Vitaminspritze war, noch nach dem kommenden kirchlichen Groß-Event, dem Weltjugendtag in Rio de Janeiro Ende Juli diesen Jahres, der gerade jungen Menschen eine große Dosis katholische Spiritualität schenken wird. Denn: Auch im Alltag findet man immer wieder Perlen des Glaubens. Gerade dort, wo man es am wenigsten erwartet hat. Sei es im Zug, wo einer Frau im Business-Anzug plötzlich ein Heiligenbildchen aus dem Roman fällt oder am Rande einer Prozession, wo man mitbekommt, dass jemand auf dem Balkon oder bei der Arbeit für einen kurzen Moment innehält und ebenfalls auf die Knie geht. Vielleicht aber auch bei einem Rettungseinsatz, wo ein wild-gestylter Sanitäter plötzlich für das Unfall-Opfer zu beten beginnt.

    Große Events, große Hoffnungen, schnelle Enttäuschung. Wer kennt diese Versuchung nicht? Doch so muss es nicht sein. Weder nach dem Eucharistischen Kongress in Köln, der für Tausende von Gläubigen eine geistliche Vitaminspritze war, noch nach dem kommenden kirchlichen Groß-Event, dem Weltjugendtag in Rio de Janeiro Ende Juli diesen Jahres, der gerade jungen Menschen eine große Dosis katholische Spiritualität schenken wird. Denn: Auch im Alltag findet man immer wieder Perlen des Glaubens. Gerade dort, wo man es am wenigsten erwartet hat. Sei es im Zug, wo einer Frau im Business-Anzug plötzlich ein Heiligenbildchen aus dem Roman fällt oder am Rande einer Prozession, wo man mitbekommt, dass jemand auf dem Balkon oder bei der Arbeit für einen kurzen Moment innehält und ebenfalls auf die Knie geht. Vielleicht aber auch bei einem Rettungseinsatz, wo ein wild-gestylter Sanitäter plötzlich für das Unfall-Opfer zu beten beginnt.

    Mag man auf Veranstaltungen und Seminaren auch seit langem (und häufig sogar mit einem gewissen Stolz) vom Ende der Volksfrömmigkeit reden, vielleicht gibt es doch mehr verborgene religiöse Substanz unter den Menschen Europas, als man ahnt. Denn: Mancher kluge Heide wird nachdenklich angesichts von Finanzkrisen und Jahrhunderthochwasserfluten, ob es nicht doch eine andere Sicherheit geben muss, als diejenigen, die einem von den Banken und Versicherungen vorgegaukelt werden. Solange das Wetter schön ist und die Kurse stabil.

    „Gerade die anonymen Christen können uns vor überzogenen

    Erwartungen schützen“

    Nicht immer sind diese verborgenen Gläubigen integriert in die katholische Szene. Wahrscheinlich verfolgen sie nicht die neuesten Nachrichten aus Rom und die einschlägigen katholischen Medien. Wahrscheinlich interessieren sie sich auch gar nicht für innerkirchliche Dialogforen und Pfarrgemeindekämpfe, und ihr Lebensstil stimmt nicht in allen Punkten mit der katholischen Morallehre überein. Doch die Sehnsucht dieser Schattenchristen nach Gott, nach einer Begegnung mit dem lebendigen Jesus, ist da. Mögen sie es selber auch (noch) gar nicht so genau wissen.

    Gerade im Jahr des Glaubens, das mit großer Eile voranschreitet, gilt es, sich einen sensiblen Blick und ein sensibles Ohr für diese Menschen zu bewahren. Egal, welchen Platz man in der Kirche einnimmt. Denn schließlich geht es, wie beide Päpste deutlich gemacht haben, nicht darum, während dieser Monate eine geistliche Nabelschau zu pflegen. Sich selbst zu feiern. Es geht darum, als Botschafter der Kirche hinauszugehen. In die Welt. Zu den Armen, Kranken und Hilfsbedürftigen. Nicht weil wir selbst als Katholiken rundum gesund sind, aber weil wir wissen, dass es einen Arzt gibt, der unser Leiden in Heil, unsere Kreuze in Segen verwandeln kann. Oft vergisst man diese Wirklichkeit. Mag man auch äußerlich bei allen Ritualen und Ereignissen des kirchlichen Lebens präsent sein, die schönsten Zitate von Päpsten, Kardinälen und Theologen schnell zur Hand haben.

    Große Hoffnungen, keine Enttäuschungen. Gerade die anonymen Christen können uns vor überzogenen Erwartungen schützen, und sie können dazu so manche religiöse Übertreibung erden, einordnen in das normale Leben. So wird aus der Begegnung im Alltag ein Botschaftertreffen, von dem beide Seiten profitieren.