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    Kommentar: Der ausgeschlossene heilige Johannes Paul II.

    Das lange Pontifikat von Johannes Paul II. war theologisch und pastoral wesentlich akzentuiert von seiner Theologie von Ehe und Familie. Seine berühmten Mittwoch-Katechesen darüber bleiben unvergesslich. Das postsynodale Schreiben „Familiaris consortio“ ist unvergesslich und vieles mehr.

    Der 22. Oktober ist der Gedenktag des heiligen Johannes Paul II. Foto: dpa

    Das lange Pontifikat von Johannes Paul II. war theologisch und pastoral wesentlich akzentuiert von seiner Theologie von Ehe und Familie. Seine berühmten Mittwoch-Katechesen darüber bleiben unvergesslich. Das postsynodale Schreiben „Familiaris consortio“ ist unvergesslich und vieles mehr.

    Bei einem Gespräch mit dem Heiligen Vater, kurz nach der Jahrtausendwende, sagte ich dem Heiligen Vater, er werde in die Geschichte eingehen als der Papst, der die politische Wende in Osteuropa wesentlich mitbestimmt hat. Der heilige Papst Johannes Paul II. protestierte dagegen und meinte, dass er in die Geschichte eingehen möchte, namentlich in die Kirchengeschichte, als der Papst, der für die Heiligung von Ehe und Familie eingetreten ist. Diesem Anliegen hat sein ganzes theologisches und pastorales Interesse gegolten und gilt es immer noch.

    Der Heilige Vater, Papst Franziskus, erwähnte das auch in seiner Homilie anlässlich der Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. Nun wirkt es wie ein Ausschluss des heiligen Papstes aus der stattgefundenen Synode, da von den offiziell ernannten und berufenen Fachleuten niemand aus der Schule Johannes Paul II. berufen war.

    Das in Rom existierende Institut „Heiliger Johannes Paul II.“ für Studien über Ehe und Familie war durch keine Vertreterin oder keinen Vertreter in den Vorbereitungsgremien und dann während der Synode in einem der Beratungsgremien dabei. Wie soll man sich das erklären?

    Wie aus den spärlichen Nachrichten über die Synode zu entnehmen war, haben „Gott sei Dank!“ viele Bischöfe als Synodale die vom heiligen Papst Johannes Paul II. theologischen Grunddaten über Ehe und Familie in der Synode zur Sprache gebracht.

    Die Kontinuität in der Lehrverkündigung war und ist immer die Garantie und die Solidität unseres Glaubens.

    Von der Synode wird berichtet, dass manche Synodenteilnehmer mehr von der Lehre und wieder andere mehr vom Leben ausgingen. Deshalb kam es zu Meinungsverschiedenheiten, und das hätte die Synode sehr befruchtet. Hoffentlich vergisst dabei niemand, dass der Glaube gelebte Lehre ist! Deshalb ist auch nicht vorstellbar, dass man nur die Praxis verändern möchte, aber nicht die Lehre. „Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14). Das ist das Herzwort des christlichen Glaubens. Das Wort ist nicht allein Fleisch (Leben) und auch nicht allein Wort (Lehre). Beides und untrennbar zusammen machen das fleischgewordene Wort, den christlichen Glauben aus.

    Davon war der heilige Papst Johannes Paul II. durchdrungen. Sein Wort von den beiden Lungenflügeln des Glaubens hat hier seinen Ursprung.

    Der heilige Papst Johannes Paul II. wurde unbegreiflicherweise gleichsam von den Vorbereitungsgremien der Synode ausgeschlossen. Wie soll man sich das erklären?

    Am 27. April 2014 wurde Papst Johannes Paul II. in Rom heiliggesprochen. 100 000 Pilger waren dabei, die meisten waren seine Landsleute aus Polen.

    Für die Synodenorganisatoren scheint das ohne Bedeutung zu sein: „Vox populi – vox Dei!“ Die Stimme des Volkes Gottes war nicht erwünscht und scheint darum auch nicht gehört worden zu sein.