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    Kolumbien: Anhörung in zerbombter Kirche

    Bogota (DT/KNA) Mehr als sechs Jahre nach dem blutigen Massaker in einer kolumbianischen Kirche haben die Ermittlungsbehörden am Wochenende Opfer und Täter in dem wiederaufgebauten Gotteshaus zusammengebracht. Die Aktion der nationalen Kommission zur „Wiedergutmachung und Versöhnung“ gehört zu einer Kampagne, bei der sich Opfer und Täter auf einem Weg der Versöhnung aussprechen sollen. Die Täter schildern die Vorfälle der Verbrechen aus ihrer Sicht. Die in einem anderen Raum untergebrachten Opfer fungieren als Zeugen. Wenn die Täter wahrheitsgemäß aussagen und Wiedergutmachungszahlungen an die Opfer leisten, erhalten sie ein entsprechend milderes Urteil. Am 2. Mai 2002 starben in der Pfarrkirche von Bojaya 86 Menschen, als sich Farc-Rebellen und Paramilitärs ein blutiges Gefecht lieferten. Als die Zivilisten in der Kirche Zuflucht suchten, zündeten die Rebellen eine Gasflaschen-Bombe in der Annahme, die Paramilitärs hätten sich dort verschanzt. Die Kirche wurde bei der Explosion vollständig zerstört, die dort Schutz suchenden Menschen getötet. Bei der emotionalen Anhörung erklärten nun Vertreter der Paramilitärs, sie hätten sich hinter dem Gotteshaus verschanzt, um nicht angegriffen zu werden und die unbeteiligte Bevölkerung als Schutzschild zu benutzen. Ihre sechsstündige Darstellung des damaligen Vorfalls wurde per Videobotschaft auf einer großen Leinwand in die voll besetzte Kirche übertragen. Der Farc-Kommandant, der den Angriff befahl, wurde bereits im Januar zu 36 Jahren Haft verurteilt.

    Bogota (DT/KNA) Mehr als sechs Jahre nach dem blutigen Massaker in einer kolumbianischen Kirche haben die Ermittlungsbehörden am Wochenende Opfer und Täter in dem wiederaufgebauten Gotteshaus zusammengebracht. Die Aktion der nationalen Kommission zur „Wiedergutmachung und Versöhnung“ gehört zu einer Kampagne, bei der sich Opfer und Täter auf einem Weg der Versöhnung aussprechen sollen. Die Täter schildern die Vorfälle der Verbrechen aus ihrer Sicht. Die in einem anderen Raum untergebrachten Opfer fungieren als Zeugen. Wenn die Täter wahrheitsgemäß aussagen und Wiedergutmachungszahlungen an die Opfer leisten, erhalten sie ein entsprechend milderes Urteil. Am 2. Mai 2002 starben in der Pfarrkirche von Bojaya 86 Menschen, als sich Farc-Rebellen und Paramilitärs ein blutiges Gefecht lieferten. Als die Zivilisten in der Kirche Zuflucht suchten, zündeten die Rebellen eine Gasflaschen-Bombe in der Annahme, die Paramilitärs hätten sich dort verschanzt. Die Kirche wurde bei der Explosion vollständig zerstört, die dort Schutz suchenden Menschen getötet. Bei der emotionalen Anhörung erklärten nun Vertreter der Paramilitärs, sie hätten sich hinter dem Gotteshaus verschanzt, um nicht angegriffen zu werden und die unbeteiligte Bevölkerung als Schutzschild zu benutzen. Ihre sechsstündige Darstellung des damaligen Vorfalls wurde per Videobotschaft auf einer großen Leinwand in die voll besetzte Kirche übertragen. Der Farc-Kommandant, der den Angriff befahl, wurde bereits im Januar zu 36 Jahren Haft verurteilt.