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    Kein Ort bequemen Christseins

    Wiener Neustadt (DT/sb) Österreich hat seit Donnerstag einen neuen Militärbischof. Im Wiener Neustädter Dom legten der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, und alle anwesenden Bischöfe Werner Freistetter die Hände auf. Zuvor hatte der Ordinariatskanzler der Militärdiözese, Harald Tripp, das päpstliche Ernennungsschreiben verlesen, in dem Papst Franziskus den neuen Militärbischof Freistetter auffordert, den Soldaten und ihren Familien „mit größtem Einsatz den Sieg der Liebe der göttlichen Barmherzigkeit über Tod und Sünde“ zu verkünden.

    Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner legt dem neuen österreichischen Militärbischof Werner Freistetter die Hände auf. Foto: Kathpress

    Wiener Neustadt (DT/sb) Österreich hat seit Donnerstag einen neuen Militärbischof. Im Wiener Neustädter Dom legten der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, und alle anwesenden Bischöfe Werner Freistetter die Hände auf. Zuvor hatte der Ordinariatskanzler der Militärdiözese, Harald Tripp, das päpstliche Ernennungsschreiben verlesen, in dem Papst Franziskus den neuen Militärbischof Freistetter auffordert, den Soldaten und ihren Familien „mit größtem Einsatz den Sieg der Liebe der göttlichen Barmherzigkeit über Tod und Sünde“ zu verkünden.

    Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner, der selbst einst als UNO-Soldat auf Zypern zurück zum Glauben und schließlich zu seiner priesterlichen Berufung fand, betonte in seiner Predigt, es sei „Dienst und Aufgabe der Kirche, eine Brücke zu schlagen zwischen Gott und den Menschen“, damit das Evangelium zu den Menschen in ihrer Freude und Hoffnung wie in ihrer Trauer und Angst kommen könne. „Kirche darf nie zu einem Ort bequemen Christseins verkommen. Die Versuchung dazu ist gerade in unserer Zeit groß.“ Der Erzbischof von Salzburg warnte vor einem „oberflächlichen Humanismus, der in einen aggressiven Atheismus ausarten kann“, zugleich aber auch vor der „Gefahr des Fundamentalismus“. „Beide Male versündigt man sich schwer – an Gott und an den Menschen.“ Lehren bedeute „zu verkünden, gelegen oder ungelegen, aber Lehren muss getragen sein vom Zeugnis“, mahnte Erzbischof Lackner, der dankbar auf seine Zeit als UNO-Soldat auf Zypern zurückblickte.

    In Anwesenheit des emeritierten Militärbischofs Christian Werner, aller österreichischen Diözesanbischöfe, zahlreicher Weihbischöfe sowie der Militärbischöfe aus Kroatien, Ungarn, Bosnien und der Slowakei überreichte Nuntius Zurbriggen dem neuen Bischof Werner Freistetter das Evangeliar, den Bischofsring, den Hirtenstab und die Mitra. In der Allerheiligenlitanei wurden auch Heilige und Selige des Landes angerufen, darunter der 2004 seliggesprochene letzte Kaiser der Habsburgermonarchie, Karl von Österreich, weiter Hildegard Burjan, Engelbert Kolland und Franz Jägerstetter. In den Fürbitten wurde um ein Ende der Gewalt im Kosovo, in Bosnien, Syrien und Mali gebetet, um den Schutz der österreichischen Soldaten in Ausbildung und Einsatz sowie um eine Beendigung von „Terror, Spionage und Rache“.

    Der österreichische Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) meinte am Ende der Weiheliturgie, die Militärseelsorge habe ungeachtet großer gesellschaftlicher Umbrüche einen wichtigen Stellenwert. Der Beruf des Soldaten sei von Extremsituationen geprägt, angesichts derer es die Militärseelsorge brauche. Heute stehe die Militärseelsorge auch vor der Herausforderung des interreligiösen Dialogs.

    Der 61-jährige Werner Freistetter ist nach Alfred Kostelecky und Christian Werner der dritte Bischof der 1986 errichteten Militärdiözese. Der in Linz geborene Sohn eines ranghohen Offiziers trat nach einjährigem Wehrdienst 1973 ins Wiener Priesterseminar ein, studierte in Wien und Rom und empfing 1979 die Priesterweihe. Freistetter war als Militärseelsorger in Bosnien, im Kosovo und auf dem Golan tätig, arbeitete aber auch mehrere Jahre am Päpstlichen Rat für die Kultur in Rom. Er leitete das „Institut für Religion und Frieden“ der katholischen Militärseelsorge und die Delegation des Heiligen Stuhls bei der OSZE in Wien. Als Militärbischof ist er nun für rund 90 000 Katholiken im Umfeld des österreichischen Bundesheeres zuständig. Der Militärdiözese gehören aktuell 22 Priester und drei Ständige Diakone an.