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    Kapellari erinnert Priester an Prinzip Stellvertretung

    Graz (sb) Der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari hat seine Priester ermahnt, sich nicht auf die Sorge um katholische Kerngruppen zu beschränken, sondern sich der „Sorge um ihre Gemeinden im Ganzen in konzentrischen Kreisen von der Mitte dieser Gemeinden bis zu deren Rand“ zu widmen. Priester müssten „in einer pluralen gesellschaftlichen und kirchlichen Situation die Mitte und Tiefe der Kirche stärken, indem sie den ihnen anvertrauten Menschen helfen, auch mehr Breite mitzutragen“, sagte der Bischof von Graz-Seckau am Mittwoch bei einer Recollectio steirischer Priester, Diakone und Priesteramtskandidaten in Graz. Kapellari nannte in diesem Zusammenhang das Charisma mancher Geistlicher, „Kerngruppen beizustehen und deren Frömmigkeit zu vertiefen“. Er kritisierte zugleich, manche Christen aus solchen Kerngruppen seien „mehr als notwendig ängstlich, wenn es darum geht, festzustellen, was – wie man sagt – nicht mehr katholisch ist“. Die Kirche lebe von den Christen, die mit Liebe zu Gott und den Menschen „mit viel Empathie für schwache Menschen selbst alle kirchlichen Zielgebote möglichst radikal ernst nehmen“. Ohne einen solchen „glühenden Kern“ wäre die Kirche „ungebremst einer Tendenz zu einer ausgefransten Liberalität ausgeliefert“. Bischof Kapellari verwies unter Berufung auf Schriften Joseph Ratzingers zugleich auf das „Prinzip der Stellvertretung in der Heilsgeschichte“. Stellvertretung in Gebet und insbesondere im Gottesdienst müsse verbunden sein „mit einer grundsätzlichen Solidarität und Hilfsbereitschaft gegenüber den Menschen außerhalb der Kirche“. Dies relativiere nicht die Sorge um das Heil der Nichtglaubenden oder „schwachglaubender Zeitgenossen“, sondern gehe davon aus, „dass radikal Glaubende und Liebende auch diesen ferner stehenden Getauften das Heil vermitteln können als Frucht des alle umfassenden und einzigartigen Erlösungswerkes Jesu Christi“.

    Graz (sb) Der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari hat seine Priester ermahnt, sich nicht auf die Sorge um katholische Kerngruppen zu beschränken, sondern sich der „Sorge um ihre Gemeinden im Ganzen in konzentrischen Kreisen von der Mitte dieser Gemeinden bis zu deren Rand“ zu widmen. Priester müssten „in einer pluralen gesellschaftlichen und kirchlichen Situation die Mitte und Tiefe der Kirche stärken, indem sie den ihnen anvertrauten Menschen helfen, auch mehr Breite mitzutragen“, sagte der Bischof von Graz-Seckau am Mittwoch bei einer Recollectio steirischer Priester, Diakone und Priesteramtskandidaten in Graz. Kapellari nannte in diesem Zusammenhang das Charisma mancher Geistlicher, „Kerngruppen beizustehen und deren Frömmigkeit zu vertiefen“. Er kritisierte zugleich, manche Christen aus solchen Kerngruppen seien „mehr als notwendig ängstlich, wenn es darum geht, festzustellen, was – wie man sagt – nicht mehr katholisch ist“. Die Kirche lebe von den Christen, die mit Liebe zu Gott und den Menschen „mit viel Empathie für schwache Menschen selbst alle kirchlichen Zielgebote möglichst radikal ernst nehmen“. Ohne einen solchen „glühenden Kern“ wäre die Kirche „ungebremst einer Tendenz zu einer ausgefransten Liberalität ausgeliefert“. Bischof Kapellari verwies unter Berufung auf Schriften Joseph Ratzingers zugleich auf das „Prinzip der Stellvertretung in der Heilsgeschichte“. Stellvertretung in Gebet und insbesondere im Gottesdienst müsse verbunden sein „mit einer grundsätzlichen Solidarität und Hilfsbereitschaft gegenüber den Menschen außerhalb der Kirche“. Dies relativiere nicht die Sorge um das Heil der Nichtglaubenden oder „schwachglaubender Zeitgenossen“, sondern gehe davon aus, „dass radikal Glaubende und Liebende auch diesen ferner stehenden Getauften das Heil vermitteln können als Frucht des alle umfassenden und einzigartigen Erlösungswerkes Jesu Christi“.