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    Kampf der Kulturen im Lebensschutz

    Vatikanstadt (DT/KNA) Es geht um nichts weniger als einen „Kampf der Kulturen“: In „eine Art Arena“ habe sich die Welt mittlerweile verwandelt, sagt Kurienerzbischof Zygmunt Zimowski. Gegenüber stünden sich eine „Zivilisation der Liebe“ und eine „Zivilisation des Todes“. Mit diesen eindringlichen Worten eröffnete der Präsident des päpstlichen Gesundheitsrates am Donnerstag im Vatikan die 26. Internationale Konferenz der Kurienbehörde. Und widersprach zugleich all jenen, die es nach dem Motto „Hauptsache, den Kranken und Notleidenden wird überhaupt irgendwie geholfen“ als nebensächlich erachten, welches Menschenbild der Hilfe zugrunde liegt und welche Mittel angewandt werden.

    Vatikanstadt (DT/KNA) Es geht um nichts weniger als einen „Kampf der Kulturen“: In „eine Art Arena“ habe sich die Welt mittlerweile verwandelt, sagt Kurienerzbischof Zygmunt Zimowski. Gegenüber stünden sich eine „Zivilisation der Liebe“ und eine „Zivilisation des Todes“. Mit diesen eindringlichen Worten eröffnete der Präsident des päpstlichen Gesundheitsrates am Donnerstag im Vatikan die 26. Internationale Konferenz der Kurienbehörde. Und widersprach zugleich all jenen, die es nach dem Motto „Hauptsache, den Kranken und Notleidenden wird überhaupt irgendwie geholfen“ als nebensächlich erachten, welches Menschenbild der Hilfe zugrunde liegt und welche Mittel angewandt werden.

    Das Ziel der bis Samstag dauernden dreitägigen Konferenz soll nach Zimowskis Worten eine „Mobilisierung der Gewissen“ sein. Der Schutz des Lebens müsse „von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“ gewährleistet sein. Mit anderen Worten: Jede Hilfe, die Abtreibung oder Sterbehilfe auch nur indirekt fördert, ist inakzeptabel. Dass der Schutz des Lebens auch außerhalb der katholischen Kirche auf Interesse stößt, belegten nicht zuletzt die ranghohen politischen Gäste der Veranstaltung. Unter den gut 700 Vertretern des Gesundheitswesens und der Kirche aus mehr als 70 Ländern sind der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, sowie die portugiesische Gesundheitsministerin Ana Maria Teodoro Jorge und ihr neuer italienischer Kollege Renato Balduzzi. Aus Deutschland wirkt an der Konferenz der evangelische Pfarrer Alfred Krauth aus Feldkirchen mit.

    EU-Kommissar Dalli wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die EU etwa im Hinblick auf die Haltung der nationalen Gesetzgeber gegenüber Abtreibungen nur einen sehr groben rechtlichen Rahmen vorgeben könne. Dieser lasse unterschiedliche Regelungen in den einzelnen Ländern zu. Letztlich blieben die EU-Vorgaben damit aber „zweideutig“.

    Die Konferenz war auch eine Hommage an Johannes Paul II. Kein Papst, sagte Benedikt XVI. einmal, habe mehr für die Krankenseelsorge getan als Johannes Paul II. Dass dieses Lob mehr als nur eine pflichtschuldige Reverenz gegenüber dem geschätzten Vorgänger war, legte Erzbischof Zimowski in seinem Vortrag dar. Johannes Paul II. hat nicht nur im Jahr 1985 die „Päpstliche Kommission für die Pastoral im Krankendienst“, die später in den Rang eines päpstlichen Rates erhoben wurde, aus der Taufe gehoben. Auch in seinen Enzykliken, Reden und Predigten trat er unermüdlich für eine Solidarität mit den Kranken ein.

    Wie der Papst aus Polen zuletzt selbst zum Inbegriff des leidenden Kranken wurde, schilderte Vatikansprecher Federico Lombardi in einem Vortrag. Diesen Verdiensten Johannes Pauls II. war auch der im Deutschen etwas sperrige Titel der Veranstaltung geschuldet: „Die Krankenseelsorge im Dienst des Lebens im Lichte des Lehramtes des seligen Johannes Paul II.“

    Ungeachtet der zuletzt mehr oder weniger offenen Kritik aus dem Vatikan an der Weltgesundheitsorganisation WHO waren auch zwei Vertreter der UN-Behörde anwesend, unter anderem der Leiter des Regionalprogramms für Afrika. In den am Wochenende veröffentlichten Richtlinien für die Arbeit der Kirche in Afrika fordert Benedikt XVI. die Bischöfe des Kontinents auf, deutlicher auf „fragwürdige Aspekte gewisser Dokumente internationaler Einrichtungen“ hinzuweisen. Noch deutlicher war zuvor die vatikanische Tageszeitung „Osservatore Romano“ geworden, die der WHO in einem Leitartikel vorwarf, in Afrika ein hormonelles Verhütungsmittel für Aids-Kranke einzusetzen, das die Ansteckungsgefahr erheblich erhöhe.

    Dass die „Zivilisation des Lebens“ über die „Zivilisation des Todes“ siege, das ist die große Hoffnung der Kongressteilnehmer. Vorerst gab es jedoch nur einen Sieg zu vermelden, einen Heimsieg sozusagen. In den neuen päpstlichen Richtlinien für die afrikanische Kirche hätten die Vorstellungen des Gesundheitsrates bis in den Wortlaut hinein große Berücksichtigung gefunden, verkündete Zimowski schon am Mittwoch. „Wir haben gewonnen.“