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    Junger Federn: Ein Leben mit Ziel

    Leben braucht eine Orientierung, einen Angelpunkt, der über Allem steht. Von Manuel Hoppermann

    Ein Leben mit Ziel
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    Gott ist wie ein Pilot: Er weiß unser Ziel und bringt uns sicher dort hin. Wir vertrauen unser ganzes Leben ihm an, sobald wir das Flugzeug betreten. Wir sind gespannt und können es kaum erwarten anzukommen. Hab ich jemals schon mal daran gezweifelt, dass ich bei all den freudigen Gefühlen vor einer Reise den Zielflughafen erreiche? Wem vertraue ich im Alltag eigentlich mein Leben an?

    Die Frage erscheint erdrückend und unüberschaubar bei aller Komplexität eines Tages. Sie muss aber gestellt werden, da wir unser Leben nicht nur mit dem Warten auf den Zielflughafen verbringen. 24 Stunden eines Tages, die man im Griff haben muss. Doch müssen wir alles im Griff haben oder anders gefragt: Haben wir überhaupt alles im Griff?

    Von den 24 Stunden eines Beispiel-Tages sind wir sechs bis acht Stunden am Schlafen. Die Schlafforschung ist noch eine recht junge Disziplin und streitet über die genaue Funktion des Schlafens. Klar ist aber, dass wir den Schlaf brauchen um zu überleben. Unbewusste Zeit also, wenn man das Träumen neurobiologisch mal als das „Verarbeiten vom Erlebten“ bezeichnet. Bleiben also nur noch 16 Stunden zur bewussten Verfügung. Zwei bis vier Stunden sind wir circa am Tag unterwegs. Egal ob zu Fuß, im Auto oder mit der Bahn übergeben wir unser Leben ein Stück weit der Öffentlichkeit. Jederzeit kann ein Unfall passieren oder wir werden unerwartet in ein Gespräch verwickelt. Wir treten letztlich in den Kontakt mit unseren Mitmenschen und seiner Umgebung. Von den restlichen zwölf Stunden sind für die meisten Menschen mindestens acht Stunden fest für den Beruf reserviert. Mit unserem Arbeitsvertrag verpflichten wir uns, Leistungen in vorgegebenen Zeiten zu erbringen, die schließlich bewertet und dankbarerweise entlohnt werden. Die Kette könnte noch weiter aufgefädelt werden, um auch die restlichen vier Stunden aufzuteilen. Wir leben also unser Leben, um Ziele zu erreichen. Wir haben aber nicht alles im Griff! Ich erfahre immer wieder, dass ich meine Ziele nicht alleine erreichen kann. Natürlich wird man mit gesammelten Erfahrungen besser dabei, doch entweder rebelliert der Körper, antwortet mit Krankheit und schreit nach Ruhe, oder ich muss erkennen, dass die Ideen und Ratschläge anderer Menschen viel zielführender sind. Bei aller Komplexität unseres Tages und der weiten Vernetzung mit Menschen, die mit ihren Zielvorstellungen auch unser Leben bewusst oder unbewusst durchkreuzen, braucht es eine Orientierung, einen Angelpunkt, der über Allem steht: Gott!

    So können wir nur bitten:

    „Du starker Gott, der diese Welt

    im Innersten zusammenhält,

    du Angelpunkt, der unbewegt

    den Wandel aller Zeiten trägt.

    Führ uns, dank Jesu Todesleid,

    ins Licht der ew'gen Herrlichkeit.“

    Amen.

    Der Autor, 25, arbeitet als Klavierbauer in Hamburg

    Von Manuel Hoppermann

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