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    Junge Federn: Ein Huhn spenden

    Wie man die Welt nachhaltig verändern kann. Von Sebastian Hartmann

    Ein Huhn spenden
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    Das neue Jahr ist angebrochen und damit gehen viele Vorsätze und Hoffnungen einher. Die letzten Weihnachtsgeschenke sind umgetauscht oder liegen inzwischen unbeachtet in der Ecke, und auch die Besinnlichkeit ist längst dem hektischen Alltagstreiben gewichen. Und genau in dieser Zeit stellt sich die Frage, wie man die Welt nachhaltig verändern kann.

    Die Idee, nachhaltig Hoffnung zu säen, hatte eine ehemalige Kommilitonin von mir nach einem Aufenthalt in Tansania. Dass Großes seinen Anfang in ganz Kleinem nimmt, muss ihr dabei wohl bewusst gewesen sein. So gründete sie Ende 2017 gemeinsam mit Freunden den gemeinnützigen Verein „Weltherz e.V.“, der sich für ein kleines Waisenhaus in Tansania einsetzt. Im sogenannten „Hope Home“ in Boma Ng?Ombe in der Nähe des Kilimanjaro werden derzeit rund 45 Kinder betreut. Das Waisenhaus wurde 2006 von einem Ehepaar gegründet und wird von den beiden nicht nur mit viel Liebe und Herzblut geführt, sondern ist vor allem Hoffnungsträger für die dort lebenden Kinder.

    Besonders der direkte Kontakt zwischen dem Verein und dem Waisenhaus zeichnet den Weltherz e.V. aus. Hier erhält man die Möglichkeit, unmittelbar zu erfahren und zu sehen, dass die Hilfe ankommt. Und Hilfe braucht es, denn was für uns selbstverständlich ist, wird im „Hope Home“ dringend benötigt. Eier und Hühnchenfleisch sind beispielsweise eine wichtige Nahrungsgrundlage für die Bewohner des „Hope Home“. Und so hält der Weltherz e.V. die Möglichkeit bereit, für 5,50 Euro ein Huhn zu spenden. Was über den Eigenbedarf des Waisenhauses hinausgeht, wird auf dem lokalen Markt verkauft und sichert auf diese Weise ein kleines Einkommen. Der Verein stellt auf vielfältige Weise die Grundversorgung der Kinder sicher und ermöglicht ihnen eine gute Schulbildung.

    Und das kleine Projekt hat große Pläne für die Zukunft. So ist der Bau eines neuen „Kinder- und Frauenhauses/Beratungszentrums“ geplant, das Waisenkindern als erste Anlaufstation dienen soll, in der sie leben können, bis eine geeignete Pflegefamilie gefunden ist. Außerdem soll es Mädchen und jungen Frauen als Anlaufstelle dienen, die vor Genitalverstümmelung, Zwangsehen oder Gewalt in der Ehe fliehen. Auch über Hygiene, HIV/Aids und berufliche Integrationsmöglichkeiten wird informiert.

    Warum nicht im neuen Jahr nachhaltig Hoffnung schenken? Und mal ehrlich: Haben Sie schon mal ein Huhn gespendet?

    Der Autor, 29, ist Rechtsreferendar am Landgericht Fulda

    Von Sebastian Hartmann