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    Junge Federn: 24 Stunden für den Herrn

    Von Vanessa Greco

    24 Stunden für den Herrn
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    24 Stunden für den Herrn – so lautet die von Papst Franziskus hervorgerufene Gebetsaktion in der Fastenzeit. Vor Kurzem war es auch dieses Jahr wieder so weit und in vielen Gemeinden wurden die Kirchentüren für 24 Stunden zur eucharistischen Anbetung und zum Empfang der Hl. Beichte geöffnet.

    Während ich in den Morgenstunden in der mit Kerzen beleuchteten Kirche vor dem Allerheiligsten kniee, sinne ich über den Wortlaut „24 Stunden für den Herrn“ nach. Warum sitze ich gerade heute in der Kirche und liege nicht zuhause im Bett? Muss es nicht eigentlich jeden Tag 24 Stunden für Gott heißen? Immerhin hat Gott für mich auch jeden Tag auf?s Neue Zeit. Und das durchgängig, von morgens bis abends.

    In den Zehn Geboten heißt es gleich als Erstes: Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen. Tue ich das? Wie viel bin ich bereit ihm zu geben? Um IHN wirklich lieben zu können, müssen wir ihn, wie in jeder Beziehung, zuerst kennenlernen und vor allem Zeit mit ihm verbringen. IHM Zeit schenken, auch dann, wenn wir – wie heutzutage so oft – meinen, vor lauter Alltag gar keine Zeit zu haben. Auch Jesus zog sich immer wieder zurück, um zu beten. Der heilige Franz von Sales sagte einmal: „Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit zum Gebet, außer wenn du viel zu tun hast, dann nimm dir eine ganze Stunde Zeit.“ Dies können wir auch von der heiligen Mutter Teresa lernen. Als diese von einer Mitschwester gefragt wurde, ob sie ausnahmsweise ihre Arbeit nicht für die heilige Messe und die Anbetung unterbrechen können, da es gerade nach einer Überschwemmung viel zu helfen gab, verneinte sie dies, da sie wusste, dass die Kraft für den täglich Dienst nur aus dem Kontakt mit Gott gezogen werden kann. Es lohnt sich also, Zeit für Gott zu investieren. Nicht nur, um ihn besser kennenzulernen und mehr zu lieben, sondern auch, um hierdurch Kraft und Stärkung zu erfahren. Dann haben vielleicht auch wir automatisch mehr Zeit. Zeit, die uns bisher im Alltag fehlt, und Zeit, die wir Gott und unseren Nächsten schenken können.

    Auch wenn die Kirchentüren in der Regel am Abend geschlossen werden, und wir natürlich nicht jeden Tag 24 Stunden in der Kirche sitzen brauchen, ist die Aktion eine gute Erinnerung daran, Gott auch im Alltag immer wieder Zeit zu schenken, wie auch Er es für uns tut. Sei es mit einem kurzen Kirchenbesuch auf dem Weg zur Arbeit, einem zusätzlichen Gebet während eines Spaziergangs oder tagsüber innezuhalten, um an IHN zu denken. Die Möglichkeiten hierzu sind zahlreich. Dann heißt es nicht nur einmal im Jahr „24 Stunden für den Herrn“, sondern wirklich jeden Tag auf?s Neue.

    Die Autorin, 26, ist Rechtsreferendarin

    Von Vanessa Greco

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