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    Jahr des geweihten Lebens: :

    Pater Benedikt Michels OCist (Foto: Hauke Bietz) ist Novizenmeister der Zisterzienserabtei Marienstatt.

    Pater Benedikt Michels OCist (Foto: Hauke Bietz) ist Novizenmeister der Zisterzienserabtei Marienstatt. Das Kloster ist ein geistliches Zentrum und zugleich Marienwallfahrtsort im Westerwald, das jedes Jahr von zahlreichen Wallfahrern besucht wird.Ein Leben nach den evangelischen Räten steht für ....

    eine leidenschaftliche Liebe zu Jesus Christus, für den Versuch, Ihm mit allem, was ich bin und was mich ausmacht, nachzufolgen.

    In der Heiligen Schrift finde ich ...

    innerlich bebend: Gott, der mir zugewandt ist – und der in mein Leben hineinspricht. Der heilige Bischof Ignatius von Antiochien schreibt um das Jahr 105 an die Gemeinde in Ephesus: „Nehmt Gottes Melodie in euch auf!“ In der Heiligen Schrift kann ich auf Gottes Melodie lauschen, sie in mich aufnehmen und sie zur Symphonie meines eigenen Lebens werden lassen.

    Am geweihten Leben fasziniert mich ...

    dass ich in der Gemeinschaft von Brüdern für Gott und die Menschen frei bin; freier als ich das als Familienvater je sein könnte.

    Unsere Gründer Robert von Molesme, Alberich und Stephan Harding haben überzeugend vorgelebt, ...

    wie Kirche im Kleinen (ecclesiola) gelebt werden kann. Ihr großes Vorbild war die Jerusalemer Urgemeinde, über die es in Apostelgeschichte 2, 44.46 heißt: „Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam... Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt.“

    Der Kirche dienen ...

    heißt, meine Gaben beim Aufbau des Gottesreiches einzubringen – getreu Jesu Auftrag: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20, 21).

    Freiheit bedeutet in einer Gemeinschaft,...

    nicht dem eigenen Ich versklavt zu bleiben, sondern den Mut zu finden, dem Wohl des Ganzen zu dienen.

    Kleiner werdende Kommunitäten ...

    sind eine Herausforderung an die Glaubenstreue der Ordenschristen: Wir gehen in den Spuren eines Gekreuzigten! Und doch dürfen wir bebend das (noch verborgene) Licht des Ostermorgens erahnen.

    Ein Vorurteil über Ordensleute/Mitglieder von Säkularinstituten/geweihte Jungfrauen, das abgebaut werden sollte, ...

    dass sie den ganzen Tag mit gefalteten Händen in der Kirche verbringen. Das offene Herz für den Mitmenschen, die offenen Hände für den (notleidenden) Nächsten sind auch Gottesdienst (Mt 25, 31–46), dem Ordensleute viel Lebenszeit widmen. Eine Frömmigkeit ohne den Blick auf die Mitmenschen ist heuchlerisch und falsch.

    Geistliche Berufe haben Zukunft ...

    in einer oberflächlich bleibenden Spaßgesellschaft, der die Freude des Herzens abhanden gekommen ist – weil es immer Menschen geben wird, in denen die Sehnsucht nach dem Mehr brennt.

    Das „Jahr des geweihten Lebens“ wird ein Segen, ...

    wenn die klösterlichen Gemeinschaften wieder zu Leuchttürmen des Glaubens und der Freude an Gott werden.