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    Irak: Entführte Nonnen freigelassen

    Bagdad (DT/KAP) Zweieinhalb Wochen nach ihrer Entführung in der irakischen Stadt Mossul sind zwei Ordensschwestern freigelassen geworden. Wie das Nachrichtenportal ankawa.com am Montagabend berichtete, kamen mit ihnen auch drei weitere Entführungsopfer frei. Der chaldäische Patriarch Kardinal Louis Sako erklärte in einem Telefongespräch, dass sich die fünf Befreiten nun in der nordirakischen Stadt Dohuk aufhielten und in guter Verfassung seien. Ein Lösegeld sei für sie nicht bezahlt worden.

    Bagdad (DT/KAP) Zweieinhalb Wochen nach ihrer Entführung in der irakischen Stadt Mossul sind zwei Ordensschwestern freigelassen geworden. Wie das Nachrichtenportal ankawa.com am Montagabend berichtete, kamen mit ihnen auch drei weitere Entführungsopfer frei. Der chaldäische Patriarch Kardinal Louis Sako erklärte in einem Telefongespräch, dass sich die fünf Befreiten nun in der nordirakischen Stadt Dohuk aufhielten und in guter Verfassung seien. Ein Lösegeld sei für sie nicht bezahlt worden.

    Die beiden chaldäisch-katholischen Ordensfrauen, Leiterinnen eines Waisenheimes für Mädchen in Mossul, waren am 28. Juni gemeinsam mit drei Mitarbeiterinnen ihrer Einrichtung von Unbekannten entführt worden. Nach der Einnahme der Stadt durch die Dschihadistengruppe ISIS hatten die Ordensfrauen ihre Schützlinge ins 80 Kilometer entfernte Dohuk in Sicherheit gebracht und waren am Tag ihrer Entführung nach Mossul zurückgekehrt, um sich über den Zustand ihres Klosters zu vergewissern.

    Wie Patriarch Sako gegenüber dem römischen Nachrichtenportal „AsiaNews“ angab, hätten die Menschen der Stadt Mossul aktiv zur Befreiung der Entführten beigetragen. Die Schwestern vom Orden der Immaculata-Töchter und ihre Schicksalsgenossen wären in einem Haus in Mossul gefangen gewesen, dabei aber „gut“ behandelt worden und hätten sich auch an einem gemeinsamen Ort aufhalten dürfen. Im Gefängnis hätten die Schwestern intensiv „für ihre Befreiung und für Frieden im Irak“ gebetet.

    Inzwischen wird die Lage in Mossul für Christen und Schiiten immer dramatischer. Die ISIS-Besatzung hat in mehreren Stadtteile einem Bericht von ankawa.com zufolge am Dienstag angeordnet, an beide Gruppen keine Nahrungsrationen mehr auszugeben. Mitarbeiter der für die Verteilung zuständigen Behörden hätten berichtet, ihnen wäre bei Nichtbeachtung dieser Anweisung eine Verfolgung nach dem Scharia-Gesetz angedroht worden.

    Das islamische Gesetz ist in der zweitgrößten Stadt des Iraks nach ihrer Einnahme durch die ISIS-Truppen zügig eingeführt worden. Zu den ersten Maßnahmen gehörte eine Strafsteuer für Christen, eine Verschleierungspflicht für alle Frauen, die Schließung von Schönheitssalons und Barbierläden sowie die Besetzung von Kirchen. Berichten zufolge wurde vor einer Woche auch das Kreuz auf der Kuppel der St. Ephrems-Kathedrale entfernt.

    Durch die Mossul-Besetzung ist auch die Wasserversorgung der Ninive-Ebene stark in Mitleidenschaft gezogen worden, zumal alle Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen für die Region in Mossul liegen. Menschenrechtsgruppen zufolge erlaubt die ISIS den Betrieb der Wasserpumpen für die umliegenden Dörfer nur neunzig Minuten pro Tag, wodurch deren rund 200 000 Bewohner an Wasserknappheit leiden. Mehrere Brunnenprojekte wurden seither mit Unterstützung kirchlicher Einrichtungen sowie der arabischen Emirate gestartet.

    Angaben der UNO zufolge wurden allein im Juni mindestens 2 417 Iraker – darunter 1 513 Zivilisten – in Gewalt- oder Terrorakten getötet, wobei die von den ISIS-Truppen besetzte Provinz Anbar nicht berücksichtigt ist. Mehr als eine Million Menschen haben infolge der Gefechte zwischen der Armee und den Islamistenmilizen ihre Häuser verlassen. Angesichts der anhaltenden militärischen Krise im Irak sucht das irakische Parlament zwischen den verschiedenen Fronten zu vermitteln. Immer lauter werden jedoch die Autonomieforderungen, besonders im irakischen Kurdistan.