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    Historiker: Hitler wollte Turiner Grabtuch rauben

    Rom (DT/KNA) Die Nationalsozialisten wollten möglicherweise das Grabtuch Jesu rauben. Nach zeitgenössischen Dokumenten habe der damalige Erzbischof von Turin, Kardinal Maurilio Fossati (1931–1965), Grund zu der Befürchtung gesehen, Adolf Hitler wolle die Reliquie an sich bringen. Das sagte der Benediktiner-Historiker Andrea Davide Cardin in einem Interview der italienischen Zeitschrift „Diva e donna“ (Mittwochsausgabe). So hätten die NS-Größen bei Hitlers Italienbesuch 1938 „ungewöhnliche und hartnäckige“ Fragen nach dem legendären Leinen und seiner Aufbewahrung gestellt. Die Verlegung der Reliquie in die süditalienische Benediktiner-Abtei Montevergine im Jahr 1939 sei zwar offiziell wegen einer befürchteten Bombardierung Turins erfolgt; das wahre Motiv könne aber gewesen sein, das Grabtuch dem Zugriff der Nazis zu entziehen, sagte Cardin, Direktor der Staatlichen Bibliothek Montevergine. Das merkwürdige Interesse der Deutschen während des Hitlerbesuchs habe das damals in Italien regierende Königshaus Savoyen und den Vatikan alarmiert. Das Leinen mit dem rätselhaften Abbild eines Gekreuzigten sei schließlich unter Vermittlung von Giovanni Battista Montini, dem späteren Papst Paul VI., in einer Geheimaktion über Rom nach Montevergine gebracht und dort in einem Choraltar versteckt worden. Als 1943 deutsche Wehrmachtssoldaten die Abtei inspizierten, versammelten sich laut Cardin die Mönche zum Gebet an dem betreffenden Altar. Daraufhin habe der Kommandoleiter die Anweisung gegeben, den Gottesdienst nicht zu stören. Erst nach dem Ende der Monarchie in Italien gelangte das Grabtuch am 29. Oktober 1946 wiederum unter großer Diskretion nach Turin zurück. Das Leinen, das von Gläubigen als Grabtuch Jesu verehrt wird, ist nach zehn Jahren erstmals wieder vom 10. April bis 23. Mai öffentlich zu sehen. Am 2. Mai will Papst Benedikt XVI. als Pilger zu der Reliquie nach Turin reisen.

    Rom (DT/KNA) Die Nationalsozialisten wollten möglicherweise das Grabtuch Jesu rauben. Nach zeitgenössischen Dokumenten habe der damalige Erzbischof von Turin, Kardinal Maurilio Fossati (1931–1965), Grund zu der Befürchtung gesehen, Adolf Hitler wolle die Reliquie an sich bringen. Das sagte der Benediktiner-Historiker Andrea Davide Cardin in einem Interview der italienischen Zeitschrift „Diva e donna“ (Mittwochsausgabe). So hätten die NS-Größen bei Hitlers Italienbesuch 1938 „ungewöhnliche und hartnäckige“ Fragen nach dem legendären Leinen und seiner Aufbewahrung gestellt. Die Verlegung der Reliquie in die süditalienische Benediktiner-Abtei Montevergine im Jahr 1939 sei zwar offiziell wegen einer befürchteten Bombardierung Turins erfolgt; das wahre Motiv könne aber gewesen sein, das Grabtuch dem Zugriff der Nazis zu entziehen, sagte Cardin, Direktor der Staatlichen Bibliothek Montevergine. Das merkwürdige Interesse der Deutschen während des Hitlerbesuchs habe das damals in Italien regierende Königshaus Savoyen und den Vatikan alarmiert. Das Leinen mit dem rätselhaften Abbild eines Gekreuzigten sei schließlich unter Vermittlung von Giovanni Battista Montini, dem späteren Papst Paul VI., in einer Geheimaktion über Rom nach Montevergine gebracht und dort in einem Choraltar versteckt worden. Als 1943 deutsche Wehrmachtssoldaten die Abtei inspizierten, versammelten sich laut Cardin die Mönche zum Gebet an dem betreffenden Altar. Daraufhin habe der Kommandoleiter die Anweisung gegeben, den Gottesdienst nicht zu stören. Erst nach dem Ende der Monarchie in Italien gelangte das Grabtuch am 29. Oktober 1946 wiederum unter großer Diskretion nach Turin zurück. Das Leinen, das von Gläubigen als Grabtuch Jesu verehrt wird, ist nach zehn Jahren erstmals wieder vom 10. April bis 23. Mai öffentlich zu sehen. Am 2. Mai will Papst Benedikt XVI. als Pilger zu der Reliquie nach Turin reisen.