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    Hilfe für Menschen ohne Hoffnung

    Köln (DT) „Das Versprechen, das Sie als Ordensritter ablegen, möge Ihnen die Kraft zu einem immer intensiveren geistlichen Leben und zu einer immer größeren Solidarität mit unseren Brüdern und Schwestern im Heiligen Land geben“, sagte Kardinal John Foley an die Adresse der 45 Frauen und Männer, die am vergangenen Samstag im Dom zu Köln feierlich in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen wurden. Unter den Kandidaten, denen Kardinal Foley als Kardinalgroßmeister des Ritterordens in Gegenwart des Großpriors des Ordens, des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx, die Insignien ihrer Ordensmitgliedschaft überreichte, waren mit Gerhard Ludwig Müller und Franz-Josef Overbeck zwei Bischöfe. Während Bischof Müller residierender Bischof in Regensburg ist, verwaltet Weihbischof Overbeck die Diözese Münster als Diözesanadministrator.

    Köln (DT) „Das Versprechen, das Sie als Ordensritter ablegen, möge Ihnen die Kraft zu einem immer intensiveren geistlichen Leben und zu einer immer größeren Solidarität mit unseren Brüdern und Schwestern im Heiligen Land geben“, sagte Kardinal John Foley an die Adresse der 45 Frauen und Männer, die am vergangenen Samstag im Dom zu Köln feierlich in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen wurden. Unter den Kandidaten, denen Kardinal Foley als Kardinalgroßmeister des Ritterordens in Gegenwart des Großpriors des Ordens, des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx, die Insignien ihrer Ordensmitgliedschaft überreichte, waren mit Gerhard Ludwig Müller und Franz-Josef Overbeck zwei Bischöfe. Während Bischof Müller residierender Bischof in Regensburg ist, verwaltet Weihbischof Overbeck die Diözese Münster als Diözesanadministrator.

    Unterstützt wurde Kardinal Foley bei der Investitur der 27 Herren, elf Geistlichen und sieben Damen durch den Patriarch-Großprior des Ordens, den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Michel Sabbah. Der mehr als zweistündige Investiturgottesdienst, der musikalisch eindrucksvoll durch die Domkantorei Köln und das Orchester der Kölner Domkantorei unter der Leitung von Winfried Krane gestaltet wurde, war Höhepunkt der Feierlichkeiten aus Anlass des 75. Jahrestages der Gründung der Deutschen Statthalterei im Jahr 1933 in Köln.

    Gut 1 300 Mitglieder zählt der Ritterorden in Deutschland. Sie sind in sechs Provinzen und 37 regionalen Komtureien organisiert. Weltweit gehören mehr als 25 000 Ordensdamen und Ordensritter der Gemeinschaft an. Ordensziele sind die Stärkung des christlichen Lebens der Mitglieder und die Förderung der christlichen Präsenz im Heiligen Land. Dazu gehört insbesondere die moralische und finanzielle Unterstützung der etwa 190 000 Christen, die heute noch im Heiligen Land leben. Gut 1, 2 Millionen Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden bringt der Orden nach Auskunft von Heinrich Dickmann, Statthalter der Deutschen Statthalterei, jährlich für Projekte im Heiligen Land auf. Dabei werden insbesondere Schulen und Universitäten unterstützt, um Christen aber auch Muslimen durch Bildung eine gemeinsame Perspektive im Heiligen Land zu eröffnen. Desweiteren engagiert sich der Orden in der Gesundheitsfürsorge und der unentgeltlichen Medikamentenhilfe. Alle Hilfsmaßnahmen geschehen in Zusammenarbeit mit dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem, das 41 Schulen mit 65 000 Schülerinnen und Schülern, von denen 55 Prozent Christen sind, unterhält.

    Neben der Verpflichtung zur finanziellen Unterstützung der Christen im Heiligen Land, sind die Ordensdamen und Ordensritter auch gehalten, durch das Gebet die Christen in der Heimat Jesu zu stärken. Um eine Mitgliedschaft im Orden kann man sich nicht bewerben. Man wird ausgewählt und muss eine zweijährige Probezeit absolvieren, ehe man in der Investitur als Mann den Ritterschlag erhält und denn weißen Ordensmantel mit dem Jerusalemkreuz überreicht bekommt. An den Jubiläumsfeiern in Köln, die am Freitagabend mit einer Vigilfeier in der Basilika Groß St. Martin und dem anschließenden Begrüßungsabend im Kölner Gürzenich begannen, nahm auch der Nordrhein-Westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers teil. In einem Grußwort nannte Rüttgers die Hilfe des Ordens für die Christinnen und Christen im Heiligen Land „unverzichtbar“. Der Orden leiste Hilfe für Menschen, denen oft alle Hoffnung genommen sei. „Der Ritterorden ist Garant dafür, dass Hoffnung für die Menschen im Heiligen Land existiert“, so Rüttgers.

    Der „schleichende Christenexodus“ in Nahost müsse ein Ende haben, forderte Rüttgers. „Die heiligen Stätten im Heiligen Land dürfen nicht zu Museen verkommen“, mahnte der Politiker. „Dafür sind Sie da und deshalb werden es Ihnen die Menschen im Heiligen Land danken, was Sie leisten.“ Mit einem Festakt im Kölner Hotel Maritim gedachte die Deutsche Statthalterei am Samstagmorgen ihrer Gründung vor 75 Jahren. Als Festredner trat der Großprior des Ordens, Erzbischof Marx ans Mikrophon. „Zeugnis geben über das Leben in Tat und Wahrheit“ lautete die Kernaussage seiner Ansprache. „Endlich mal jemand, der keine Jammerpredigt hält, sondern der, mit dem was und wie er es sagt, Mut macht“, kommentierte ein begeisterter Zuhörer den erzbischöflichen Vortrag

    Mit einem festlichen Gottesdienst in der St.-Mariä-Himmelfahrtskirche, den Kardinal Joachim Meisner, der ebenfalls dem Ritterorden vom Heiligen Grab angehört, zelebrierte, endeten am Sonntagmorgen die Jubiläumsfeierlichkeiten.

    VOn Robert Boecker