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    Harvard-Forscher verteidigt den Papst in der Kondomfrage

    Washington (DT/KNA/kath.net) Ein führender Aids-Forscher der nordamerikanischen Universität Harvard hat die Aussagen von Papst Benedikt XVI. zur Kondomfrage verteidigt. Die Medien seien in diesem Fall auf der falschen Seite, sagte der Experte für Aids-Prävention und Buch-Autor Edward Green am Wochenende der katholischen nordamerikanischen Nachrichtenagentur CNA. Es sei wissenschaftlich kein Zusammenhang zwischen einer höheren Komdomverbreitung und einer niedrigeren HIV-Infektionsrate nachweisbar. „Theoretisch sollten Kondome funktionieren, und theoretisch sollte ein bestimmter Kondomgebrauch besser sein als kein Kondomgebrauch“, so Green wörtlich: „Aber das ist die Theorie.“ Nicht nur, dass Kondome nicht die Lösung des Aids-Problems brächten. Sie könnten es sogar noch verschärfen. Damit wählte der Harvard-Forscher, der sich selbst als Liberalen bezeichnet, ähnliche Worte wie Benedikt XVI. zu Wochenbeginn bei seiner „Fliegenden Pressekonferenz“ auf dem Weg zu seiner Afrika-Reise. Die Aussagen des Papstes hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

    Washington (DT/KNA/kath.net) Ein führender Aids-Forscher der nordamerikanischen Universität Harvard hat die Aussagen von Papst Benedikt XVI. zur Kondomfrage verteidigt. Die Medien seien in diesem Fall auf der falschen Seite, sagte der Experte für Aids-Prävention und Buch-Autor Edward Green am Wochenende der katholischen nordamerikanischen Nachrichtenagentur CNA. Es sei wissenschaftlich kein Zusammenhang zwischen einer höheren Komdomverbreitung und einer niedrigeren HIV-Infektionsrate nachweisbar. „Theoretisch sollten Kondome funktionieren, und theoretisch sollte ein bestimmter Kondomgebrauch besser sein als kein Kondomgebrauch“, so Green wörtlich: „Aber das ist die Theorie.“ Nicht nur, dass Kondome nicht die Lösung des Aids-Problems brächten. Sie könnten es sogar noch verschärfen. Damit wählte der Harvard-Forscher, der sich selbst als Liberalen bezeichnet, ähnliche Worte wie Benedikt XVI. zu Wochenbeginn bei seiner „Fliegenden Pressekonferenz“ auf dem Weg zu seiner Afrika-Reise. Die Aussagen des Papstes hatten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

    Nach Einschätzung Greens ist nicht eine mangelnde Verbreitung und Wissensvermittlung um den richtigen Kondomgebrauch für die hohen Aids-Raten verantwortlich. Vielmehr habe die Industrie das Kondom von einem zweit- oder drittrangigen Präventionsinstrument gegen unerwünschte Schwangerschaften zur vermeintlich „wichtigsten Waffe gegen Aids“ stilisiert, um die Nachfrage zu erhöhen. Green, der nach eigenen Angaben selbst lange Zeit für Programme zur Familienplanung in Afrika tätig war, beschreibt die Afrikaner als in sexuellen Fragen konservativ. Ein Überstülpen liberaler westlicher Programme, etwa Aids-Präventions-Trucks mit Rockmusik zur Kondomwerbung, werde dort eher als anstößig empfunden. Als ein Beispiel für eine misslungene Intervention des Westens beschreibt der Harvard-Forscher die Situation in Uganda. Dort sei durch eine Regierungskampagne, die sexuelle Treue propagiert und die zur Kultur des Landes gepasst habe, die HIV-Infektionsrate zunächst um zwei Drittel zurückgegangen. Die ugandischen Behörden hätten erkannt, dass selbst jenseits von religiösen und kulturellen Gründen „keiner Kondome mag“, so Green. Nach 2004 sei die Rate dann wieder gestiegen. Dies führt Green auf den Einfluss westlicher Kampagnen zur Kondomverbreitung zurück. Es liege auf der Hand, „dass die Lösung in einer Veränderung des Verhaltens liegt“, meint der Wissenschaftler.

    Auch der Patriarch von Moskau Kyrill I. bekräftigte, dass Verhütungsmittel weder eine geeignete Antwort auf Aids noch auf die Probleme Afrikas sei. Die russisch-orthodoxe Kirche veröffentlichte am Wochenende eine entsprechende Erklärung des Patriachats auf ihrer offiziellen französischen Internetseite. „Es ist nicht richtig, Kondome als Mittel gegen die Ausbreitung von Aids zu betrachten“, erklärte Vsevolod Tchapline, der stellvertretende Vorsitzende des „Außenamtes“ des Moskauer Patriarchats „kann nicht durch äußere Mittel zur Verhütung, die Verbreitung dieser Krankheit eingedämmt werden, sondern durch die richtige, ethische Erziehung und einen vernünftigen Lebensstil, wie ihn auch die orthodoxe Kirche lehrt.“