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    Gründer der Barnabiten

    Joseph Kardinal Ratzinger würdigte den heiligen Antonius Maria Zaccaria als „eine der großen Gestalten der katholischen Reform im 16. Jahrhundert, die an der Erneuerung des christlichen Lebens in einer Zeit der tiefen Krise“ beteiligt war.

    Der heilige Antonius Maria Zaccaria. Foto: IN

    Joseph Kardinal Ratzinger würdigte den heiligen Antonius Maria Zaccaria als „eine der großen Gestalten der katholischen Reform im 16. Jahrhundert, die an der Erneuerung des christlichen Lebens in einer Zeit der tiefen Krise“ beteiligt war.

    Als einziger Sohn einer wohlhabenden Patrizierfamilie 1502 in Cremona in der Lombardei geboren, übte Antonius Maria nach Abschluss seines Medizinstudiums im Jahr 1524 an der Universität von Padua zunächst den Arztberuf in seiner Heimatstadt aus, um mit seiner Kunst die körperlichen Leiden der Menschen zu heilen. Gleichzeitig war der fromme junge Mann aber auch um deren geistliches Wohl besorgt. Er erteilte Religionsunterricht für Kinder und hielt Erwachsenen Vorträge zu religiösen Themen und wollte sie mit der Heiligen Schrift vertraut machen, vor allem mit den Briefen des heiligen Paulus, den er sich zum Vorbild erkoren hatte.

    Schließlich nahm er 1527 ein Theologiestudium auf und wurde 1528 zum Priester geweiht. Als Kaplan der Gräfin Torelli folgte er ihr 1530 nach Mailand, wo er die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten suchte und fand. Mit Angehörigen des „Oratoriums von der Ewigen Weisheit“ gründete er die „Regularkleriker vom heiligen Paulus“. Seitdem sich der Orden 1538 in dem ehemaligen Kloster San Barnaba niedergelassen hatte, nannte ihn der Volksmund die „Barnabiten“. Die Regel, die Zaccaria der neuen Kongregation gab, war denkbar streng: der Besitz liegender Güter war verboten, strikte Armut, Demut und Selbstverleugnung wurden zum Fundament des Ordenslebens. Mit Unterstützung der Gräfin Torelli rief Zaccaria zudem einen weiblichen Zweig ins Leben, die Angeliken, die „Englischen Schwestern vom heiligen Paulus“, die sich im wahrsten Sinne des Wortes als Schutzengel für junge Mädchen in ihrem Umfeld erweisen sollten.

    Die ärmlich gekleideten Barnabiten, die oftmals barfuß unterwegs waren, predigten in den Kirchen und auf öffentlichen Plätzen der Stadt und besuchten die Kranken in den Spitälern. Der Reformeifer der Kongregation, die sich unter das Patronat des Völkerapostels gestellt hatte, rief allerdings auch Misstrauen hervor, und so mussten sich die Mönche zweimal – 1534 und 1537 – vor der Inquisition wegen des Vorwurfs der Häresie verantworten, der jedoch jedes Mal entkräftet werden konnte. Eine besondere Verehrung brachte Zaccaria dem Kreuz Christi und dem Altarsakrament entgegen, was ihn zur Einführung des vierzigstündigen Gebetes inspirierte – im Gedenken an die vierzigstündige Grabesruhe Christi. Auch der Brauch, dass in den katholischen Kirchen freitags um 15 Uhr zur Erinnerung an den Kreuzestod Christi auch heute noch die Glocken geläutet werden, geht auf den Heiligen zurück.

    Bei einer Missionsreise wurde er von einer schweren Krankheit befallen, an deren Folgen der Sechsunddreißigjährige – gerade nach Cremona zurückgekehrt – am 5. Juli 1539 starb. Papst Leo XIII. sprach den Arzt und Ordensgründer am 27. Mai 1897 heilig. Er ist einer der Schutzpatrone der Mediziner.