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    Großeltern bezeugen in der Familie die fundamentalen Werte

    Liebe Brüder und Schwestern!

    Liebe Brüder und Schwestern!

    Einen schönen Sonntag! Wir begegnen uns hier in Les Combes bei dem gastlichen Haus, das die Salesianer dem Papst zur Verfügung stellen und wo ich meine Ruhepause in den schönen Bergen des Aostatals beenden werde. Ich danke Gott, der mir die Freude dieser Tage gewährt hat, die von wirklicher Entspannung gezeichnet waren – trotz des kleinen Unfalls, über den Ihr ja Bescheid wisst. Ich möchte die Gelegenheit ergreifen, all denen herzlich zu danken, die sich beeilt haben, mir taktvoll und mit großer Hingabe zur Seite zu stehen. Ich grüße Kardinal Poletto und die hier anwesenden Bischöfe, vor allem den Bischof von Aosta, Giuseppe Anfossi, dem ich für die Worte danke, die er an mich gerichtet hat. Herzlich grüße ich den Pfarrer von Les Combes, die zivilen und militärischen Obrigkeiten, die Ordnungskräfte und Euch alle, liebe Freunde, sowie auch diejenigen, die über Radio und Fernsehen mit uns verbunden sind.

    Heute, an diesem herrlichen Sonntag, an dem uns der Herr die ganze Schönheit Seiner Schöpfung zeigt, ist von der Liturgie als Abschnitt aus dem Evangelium der Beginn des sechsten Kapitels von Johannes vorgesehen, der zunächst über das Brotwunder berichtet – als Jesus Tausende von Personen mit nur fünf Broten und zwei Fischen gespeist hat –; dann über das andere Wunder des Herrn, der auf den Wassern des stürmischen Sees wandelt; und schließlich folgt die Rede, in der Er sich als „das Brot des Lebens“ offenbart. In dem Bericht über das „Zeichen“ der Brote, weist der Evangelist darauf hin, dass Christus sie vor dem Austeilen mit einem Dankgebet segnete (vgl. V. 11). Das Verb lautet „eucharistein“ und verweist direkt auf die Erzählung des Letzten Abendmahls, in der Johannes nicht über die Einsetzung der Eucharistie berichtet, sondern über die Fußwaschung. Die Eucharistie wird hier gewissermaßen im großen Zeichen des Brotes des Lebens vorweggenommen. Wie sollten wir in diesem Priesterjahr nicht in Erinnerung rufen, dass gerade wir Priester uns in diesem Text des Johannes widerspiegeln können, indem wir uns in die Apostel versetzen, da wo sie sagen: Wo werden wir das Brot für alle diese Leute finden können? Und wenn wir von jenem namenlosen Jungen lesen, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische hatte, dann möchten auch wir ganz spontan sagen: Doch was ist das für so viele? Mit anderen Worten: Wer bin ich schon? Wie kann ich mit meinen Grenzen Jesus bei seiner Mission helfen? Und die Antwort gibt der Herr: Gerade indem die Priester das Geringe, das sie sind, in Seine „heiligen und ehrwürdigen“ Hände legen, werden sie Werkzeuge des Heils für viele, für alle!

    Eine zweite Anregung zum Nachdenken geht vom heutigen Gedächtnis an die Heiligen Joachim und Anna aus – die Eltern der Muttergottes und daher die Großeltern Jesu. Dieser Gedenktag erinnert an das Thema der Erziehung, das in der kirchlichen Seelsorge eine so wichtige Rolle spielt. Er lädt uns besonders dazu ein, für die Großeltern zu beten, die in der Familie die fundamentalen Werte des Lebens bewahren und häufig bezeugen. Die erzieherische Aufgabe der Großeltern ist immer sehr wichtig, und sie wird noch wichtiger, wenn die Eltern aus verschiedenen Gründen nicht gewährleisten können, auf angemessene Weise für ihre heranwachsenden Kinder da zu sein. Ich vertraue dem Schutz der heiligen Anna und des heiligen Joachim alle Großeltern der Welt an und erteile ihnen einen besonderen Segen. Die Jungfrau Maria, die – einem schönen Bild entsprechend – auf den Knien ihrer Mutter Anna gelernt hat, die Heilige Schrift zu lesen, helfe ihnen, stets den Glauben und die Hoffnung an den Quellen des Wortes Gottes zu nähren.

    Die Besucher deutscher Sprache grüßte der Papst mit den Worten:

    Einen herzlichen Gruß richte ich an die Gläubigen deutscher Sprache. Vielen Dank für das Gebet und die Genesungswünsche der vergangenen Tage. Jeder Sonntag lädt uns ein, bei der heiligen Messe in die Gegenwart Gottes zu treten: Dort hören wir sein lebendiges Wort und empfangen seinen Leib als geistliche Nahrung. Euch allen wünsche ich gesegnete Ferien!