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    Glockengeläut und Appelle

    Rom (DT/KNA) Der Chef-Bioethiker des Vatikan hat das geplante Sterben der Wachkoma-Patientin Eluana Englaro verurteilt. Der vorgesehene Abbruch ihrer Ernährung sei ein regelrechter Fall von Euthanasie, sagte Erzbischof Rino Fisichella, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Il Giornale“ (Mittwoch). Zugleich kritisierte er die Richter, die der Sterbehilfe zugestimmt hatten. Angesichts der fehlenden Rechtsbasis hätte das Gericht beim Parlament auf eine Schließung der Gesetzeslücke dringen müssen. Fisichella verwies auf den Widerspruch, dass nach Auffassung der Richter einerseits der Ernährungsabbruch für Englaro kein Leiden verursache; zugleich werde im Urteil die Verabreichung von Schmerzmitteln für den Todeskampf angeordnet, „der leider nicht kurz sein wird“, so der Erzbischof. Er erinnerte weiter an eine im italienischen Parlament verhandelte Gesetzesvorlage über rechtliche Fragen zum Lebensende. Auch diesem Entwurf nach stelle eine Ernährung keine Therapie dar und dürfe nicht verweigert werden.

    Rom (DT/KNA) Der Chef-Bioethiker des Vatikan hat das geplante Sterben der Wachkoma-Patientin Eluana Englaro verurteilt. Der vorgesehene Abbruch ihrer Ernährung sei ein regelrechter Fall von Euthanasie, sagte Erzbischof Rino Fisichella, Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Il Giornale“ (Mittwoch). Zugleich kritisierte er die Richter, die der Sterbehilfe zugestimmt hatten. Angesichts der fehlenden Rechtsbasis hätte das Gericht beim Parlament auf eine Schließung der Gesetzeslücke dringen müssen. Fisichella verwies auf den Widerspruch, dass nach Auffassung der Richter einerseits der Ernährungsabbruch für Englaro kein Leiden verursache; zugleich werde im Urteil die Verabreichung von Schmerzmitteln für den Todeskampf angeordnet, „der leider nicht kurz sein wird“, so der Erzbischof. Er erinnerte weiter an eine im italienischen Parlament verhandelte Gesetzesvorlage über rechtliche Fragen zum Lebensende. Auch diesem Entwurf nach stelle eine Ernährung keine Therapie dar und dürfe nicht verweigert werden.

    Der Präsident des Päpstlichen Rats für Krankenpastoral, Kardinal Javier Lozano Barragan, bekräftigte seine Verurteilung der geplanten Sterbehilfe für die 38-jährige Englaro in einem Pflegeheim in Udine. Laut „Il Giornale“ sprach Lozano von einem „widermenschlichen Akt“ und einer „falschen Lösung für das Drama des Leidens“. Als Protest ordnete der Bischof von San Marino-Montefeltro, Luigi Negri, Totengeläut in allen Kirchen seines Bistums an. An drei Abenden sollten jeweils zeitgleich die Sterbeglocken erklingen.