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    Glauben und Leben miteinander verbunden

    Köln (DT) Mit 20 000 Pilgern zum Weltjugendtag hatten der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Bischöfe im Vorfeld gerechnet. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode musste am Donnerstag vor Journalisten nun eine niedrigere Teilnehmerzahl bekannt geben. 16 500 junge Menschen aus Deutschland werden zum kirchlichen Großereignis vom 16. bis 21. August nach Madrid reisen, für das sich weltweit bisher rund 450 000 Dauerteilnehmer angemeldet haben. Die größten deutschen Gruppen kommen dabei aus Köln (rund 1700 Teilnehmer) und Münster (1500 Teilnehmer).

    Mit Hut und Spanienflagge präsentierten sich Jugendbischof Bode (3. v. l.) BDKJ-Bundespräses Simon Rapp (2.v.r.) und Jug... Foto: DT/clm

    Köln (DT) Mit 20 000 Pilgern zum Weltjugendtag hatten der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Bischöfe im Vorfeld gerechnet. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode musste am Donnerstag vor Journalisten nun eine niedrigere Teilnehmerzahl bekannt geben. 16 500 junge Menschen aus Deutschland werden zum kirchlichen Großereignis vom 16. bis 21. August nach Madrid reisen, für das sich weltweit bisher rund 450 000 Dauerteilnehmer angemeldet haben. Die größten deutschen Gruppen kommen dabei aus Köln (rund 1700 Teilnehmer) und Münster (1500 Teilnehmer).

    Bischof Bode, Mitglied der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, bewertete die Teilnehmerzahl dennoch als sehr positiv. Eine Reise zum Weltjugendtag sei mit den Zahlen von Ministrantenwallfahrten nicht zu vergleichen. Mit Blick auf Sydney 2008 und Toronto 2003, bei beiden Weltjugendtagen nahmen jeweils 6 000 deutsche Jugendliche teil, könne sich die Zahl sehen lassen. 22 Bischöfe aus 19 Diözesen reisen als „Wegbegleiter“ und „Impulsgeber“ mit den deutschen Pilgergruppen nach Spanien.

    Dass aus der Idee Papst Johannes Pauls II. eine „wirkliche Erfolgsgeschichte“ geworden sei, meinte der Osnabrücker Bischof. Die Kirche feiere bei den Weltjugendtagen ein „Fest der Jugend“. Der jungen Generation werde „zugetraut, dass sie ein Netzwerk des Glaubens und der Hoffnung entwickeln kann“. Zugleich mache die Kirche deutlich, dass sie „Lebendigkeit und Kreativität“ der jungen Menschen brauche. Die Weltjugendtage seien eine gute Gelegenheit, bei der sich „Übungsfelder des Glaubens auftun“ und somit die eigene „christliche Identität“ gestärkt werde. Dass Jugendliche in unsicheren Zeiten Orientierung und Halt bräuchten, spiegele sich im Motto des Weltjugendtages „Verwurzelt in Jesus Christus, und auf ihn gegründet, fest im Glauben.“ (Kol 2,7) wider.

    Nach Meinung des BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp bilden die jungen Menschen „eine große, friedliche, fröhliche, internationale und emotionale Gemeinschaft, die eine Glaubensparty“ feiere. Die Jugendlichen wollten spüren, dass sie „zum größten Global-Player der Welt“ gehören. Mit einer Aufkleberaktion werde man in Madrid weiter Kritik am Sponsoring des Weltjugendtags durch Großkonzerne üben und „unfaire Produkte brandmarken“, erklärte Rapp. Die Frage nach weltweiter Gerechtigkeit und einem kritischen Umgang mit Konsum verbinde Christen weltweit und „beschäftigt junge Menschen in unseren Kindern- und Jugendverbänden seit vielen Jahren“. Auf Nachfrage der „Tagespost“ sagte Rapp, dass er derzeit von keinem anderen Verband wisse, der ebenfalls eine solche Aktion in Madrid plane. Eine Reaktion aus Spanien auf die geplante Aktion gebe es derzeit noch nicht. Bischof Bode ergänzte, dass es bei der Konsumkritik des BDKJ nicht um einzelne Firmen gehe. Man könne sich nicht mit dem Thema Globalisierung befassen, ohne sich der „Verstrickung in den Konsum“ bewusst zu werden. Es gebe nicht nur eine „Globalisierung des Glaubens“ und eine „Globalisierung des Lebens“, sondern auch eine „Globalisierung des Konsums“. Dass sich die verbandliche Jugend auch politisch Gehör verschaffen könne, würdigte Bode als „ein Pfund für Deutschland“.

    Über die Planungsvorbereitungen informierte Markus Etscheid-Stams. An den Vormittagen werden sich die Jugendlichen bei Katechesen „intensiv mit Glaubensinhalten und ethischen Maßstäben des eigenen Handelns“ als Christen beschäftigen. Am Nachmittag seien dann verschiedene Jugendfestivals geplant, „die von Freude und Begegnung, Musik, Theater und Tanz“ geprägt seien. „Glauben und Leben wird miteinander verbunden“, erklärte Etscheid-Stams. Aufgrund der heißen Temperaturen in Madrid wird ein Großteil der Veranstaltungen vom Nachmittag auf den Abend verlegt. Eine umfassende Wasserversorgung, wie beispielsweise in Rom mit „Tankwägen am Straßenrand“ sei sichergestellt. Etscheid-Stams stellte außerdem einen Hut vor, der als „Erkennungszeichen aller deutschen Pilger“ dienen soll. Um den Hut ist ein Band in den Farben der deutschen Flagge und das Logo des Weltjugendtages angebracht. Alle Pilger erhalten zu dem Hut auch ein Pilgerheft mit Liedern und Gebeten, eine Gebetskette sowie den neuen Jugendkatechismus YOUCAT.

    Dass der Glaube bei den Jugendlichen Priorität vor Feiern und Partys hat, sagten zwei junge Frauen von der Malteserjugend Köln deutlich. „Wir stellen uns Fragen im Leben, warum sind wir auf Erden, was ist unsere Aufgabe?“, sagte die 21-jährige Katharina. Der Weltjugendtag biete eine gute Möglichkeit, diese Fragen für sich zu klären und Antworten darauf zu finden. Die junge Frau wolle ihren Glauben vertiefen und stärken. Für Madrid erhoffe sie sich Anregungen, wie man den eigenen Glauben noch mehr aufleben lassen könne. Eine 16-Jährige, ebenfalls mit dem Namen Katharina, stimmt ihr zu: „Wir fahren ja nicht nach Mallorca.“

    Weitere Informationen zum WJT unter www.wjt.de.