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    Geistlicher Klimawandel

    Düsseldorf (DT) Pfingstmontag sind die Gemeindemitglieder von St. Lambertus Anja und Jürgen zum ersten Mal als richtige „Missionare“ unterwegs: Sie haben vor der Kirche einen Jakobsbrunnen aufgebaut und in der Altstadt Wasser und Bibelsprüche verteilt. Die Überraschung für die beiden: Bei vielen passt der Bibelspruch ins Leben. Auch viele Gemeindemitglieder haben in diesen Tagen eine neue Erfahrung gemacht: Sie sind auf die Straße gegangen, um dort den Menschen zu begegnen. Thomas Johannsen, Gemeindeassistent in Oberbilk, war der Straßenevangelisation gegenüber skeptisch. Als er aber einem Mann begegnete, der gerade seine Frau verloren hatte und diesem durch ein Gebet augenscheinlich helfen konnte, hat er seine Meinung geändert. Auf der berühmten Königsallee werden am Mittwoch handgeschriebene Bibelsprüche an die Passanten verteilt. Viele Orden in Düsseldorf haben sich dafür Zeit genommen. Währenddessen steht Bruder Paulus Terwitte, der sonst in TV-Sendungen oder in der Kirche spricht, auf einem Hub-steiger. Mit seinen kurzen Fragen a la „Wohin lauft ihr eigentlich“, und „Was macht Euch reich?“ bringt er einige Einkäufer zum Stoppen, doch die meisten laufen weiter. Br. Paulus ist einer der Gäste bei den Stadtkatechesen, die vormittags im Maxhaus stattfinden.

    Düsseldorf (DT) Pfingstmontag sind die Gemeindemitglieder von St. Lambertus Anja und Jürgen zum ersten Mal als richtige „Missionare“ unterwegs: Sie haben vor der Kirche einen Jakobsbrunnen aufgebaut und in der Altstadt Wasser und Bibelsprüche verteilt. Die Überraschung für die beiden: Bei vielen passt der Bibelspruch ins Leben. Auch viele Gemeindemitglieder haben in diesen Tagen eine neue Erfahrung gemacht: Sie sind auf die Straße gegangen, um dort den Menschen zu begegnen. Thomas Johannsen, Gemeindeassistent in Oberbilk, war der Straßenevangelisation gegenüber skeptisch. Als er aber einem Mann begegnete, der gerade seine Frau verloren hatte und diesem durch ein Gebet augenscheinlich helfen konnte, hat er seine Meinung geändert. Auf der berühmten Königsallee werden am Mittwoch handgeschriebene Bibelsprüche an die Passanten verteilt. Viele Orden in Düsseldorf haben sich dafür Zeit genommen. Währenddessen steht Bruder Paulus Terwitte, der sonst in TV-Sendungen oder in der Kirche spricht, auf einem Hub-steiger. Mit seinen kurzen Fragen a la „Wohin lauft ihr eigentlich“, und „Was macht Euch reich?“ bringt er einige Einkäufer zum Stoppen, doch die meisten laufen weiter. Br. Paulus ist einer der Gäste bei den Stadtkatechesen, die vormittags im Maxhaus stattfinden.

    Markus Freiburg, Ende Zwanzig, hat sich trotz Beruf Zeit genommen, zwei Stadtkatechsen mitzuerleben. Beeindruckt hat ihn Kardinal Meisner: „Er ist sehr volkstümlich und hat einen Großteil mit Handschlag begrüßt.“ Viele weitere Angebote hat er wahrgenommen, um sich neu begeistern zu lassen: Vom Vortrag „Führen und geführt werden“ von Professor Müller-Kirschbaum über einen Talk für junge Erwachsene der Gemeinschaft Emmanuel zum Thema „Wozu glauben, wenn ich alles weiß?“ zusammen mit Besuchern der virtuellen Kirche St. Georg in Second live.

    Insgesamt sind die morgendlichen Katechesen sehr gut besucht. Auch Birgit van Kaick, Mitglied des Malteserordens, hat es am Montag zur Katechese mit M. Theresa Brenninkmeijer OCist, Äbtissin der Zisterienserinnenabtei Sostrup in Dänemark geschafft. „So ein Feuerwerk zum Thema Berufung, das hätte ich jedem gewünscht“, lobt die Kinderärztin und bedauert gleichzeitig, dass die tollen Redner nicht am Abend sprechen, um auch jüngeres, berufstätiges Publikum mit einzubeziehen. Sr. Theresa stört das nicht: „Auch mit 80 kann man sich von Gott rufen lassen. Ich fang morgens mit Plan A an und ende mit Plan G: Gott will uns in Schwung halten! Lass Dich von ihm anschauen, nur so kommen wir zu einer Beziehung, die eine Berufung überhaupt möglich macht.“ Um die Liebesgeschichte, die Gott mit dem Menschen vorhat, zu verdeutlichen, baut sie spontan eine menschliche Liebesgeschichte ein, für die Stadtdechant Steinhäuser kurz mal Theater spielen muss. „Wir können nicht warten, bis wir bereit sind für Gott und seine Liebe: Lassen sie sich, so wie sie sind, täglich von Gott umarmen.“

    Während der Priesterrat am Donnerstag Straßenevangelisation macht, sind die Priesteramtskandidaten des Erzbistums zum ersten Mal gemeinsam in der Ursulinenschule, um dort von ihrem Glaubensweg zu erzählen. In fast allen Klassen beantworten sie Fragen und regen an, nachzudenken: Was fange ich eigentlich mit meinem Leben an? Überraschend aufmerksam und interessiert sind die Schüler, „sie merken, dass da jemand Ernst macht mit seinem Glauben“, so Stephan Berger, einer der Seminaristen. „Es schenkt uns allen viel Freude, von unserem Glauben so offen erzählen zu können und direkt ein Feedback zu bekommen. Es regt selbst an, den eigenen Glauben noch mal zu hinterfragen, wir sind ja auch noch nicht fertig.“

    Durchgeführt wird die Mission von Kölner Seminaristen und Seminaristen des Neokatechumenalen Wegs Redemptoris mater, für alle Beteiligten eine gute Ergänzung. Es wird daher sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass eine gemeinsame Schulmission durchgeführt wird, so die Seminaristen.

    An Fronleichnam wird die Prozession in Köln wegen Regen abgesagt, aber in Düsseldorf hat der starke Regen viele Menschen nicht von der Prozession abgehalten. Positive Stimmung, wohin der Blick geht, als wolle man sich vom Regen die Freude nicht verderben lassen. Anschließend findet ein Stadtfest mit vielen Bühnen und Ständen am Rheinufer statt. Viele hundert Menschen haben sich gegen Ende vor der Bühne versammelt: Ein letztes Mal wird das Missionslied gesungen. Stadtdechant Msgr. Rolf Steinhäuser dankt allen: „Es hat sich etwas am geistlichem Klima in der Stadt getan. Es waren elf wunderbare Tage.“

    Bevor er dann den Abschlusssegen spendet, fügt der Ansgar Puff, stellvertretender Stadtdechant hinzu: „Lasst die Türen und Herzen für Gott weit offen stehen. In diesem Sinne geht die Missionale weiter.“ Georg Lingnau, einer der Hauptveranstalter der Missionale, ist berührt, „dass der Stein, den wir ins Wasser geworfen haben, ausgehend von vier Leuten, so große Kreise gezogen hat. Viele haben sich erst überwunden, jetzt sagen sie: Können wir das wieder machen?“ Es bleibt der Missionale zu wünschen, dass sie viele Nachahmer findet.

    Von Katharina Fassler-Maloney