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    Ganz im Dienst des Todesüberwinders

    Bei dieser Anrufung sieht mancher vielleicht einen Horrorfilm vor sich oder Bilder von Zombies und Vampiren. Was haben Frankenstein und Co. mit der Botschaft des Evangeliums Christi zu tun? Hat sich die Kirche denn immer noch nicht von mittelalterlichen oder noch älteren Mythen befreit? Berichte über Exorzismen erregen bis heute Aufsehen, einen Aufschrei der angeblich aufgeklärten Öffentlichkeit über die vermeintliche Rückständigkeit einer Kirche, die so etwas zulassen könne.

    Bei dieser Anrufung sieht mancher vielleicht einen Horrorfilm vor sich oder Bilder von Zombies und Vampiren. Was haben Frankenstein und Co. mit der Botschaft des Evangeliums Christi zu tun? Hat sich die Kirche denn immer noch nicht von mittelalterlichen oder noch älteren Mythen befreit? Berichte über Exorzismen erregen bis heute Aufsehen, einen Aufschrei der angeblich aufgeklärten Öffentlichkeit über die vermeintliche Rückständigkeit einer Kirche, die so etwas zulassen könne.

    Das Christentum ist weder zur Verkündigung einer Traumwelt, noch eines Alptraum-Szenarios bestellt. Es ist die Religion aller, die wissen, wie es um den Menschen bestellt ist. Christus hat einen unverstellten, göttlich-objektiven Blick auf die Realität. Aber gerade weil das Christentum die Wirklichkeit scharf fokussiert, ist es überzeugt, dass das Böse, Brutale, Mörderische, Menschenfeindliche, Schreckliche, das in der Welt geschieht, nicht das Produkt einer Kette von Zufällen ist und auch nicht allein auf menschliche Charakterschwächen zurückgeht, sondern letztlich Ausgeburt einer dunklen Intelligenz sein muss, die planvoll-böse gegen Gottes Heilspläne vorgeht. Hinter der Boshaftigkeit steckt System – dieser Eindruck bleibt nach aufmerksamer Zeitungslektüre zuweilen hängen. Der Grad böser Geschehnisse übersteigt zuweilen sehr deutlich Menschenmaß. Wer die Untaten unter Hitler und Stalin genau betrachtet, dem wird es schwer, nicht an die Existenz des personalen Bösen zu glauben (oder des quasi-personalen, weil „Person“ ja immer etwas Positives beinhaltet, Satan aber die Negation alles Guten darstellt). Damit freilich sind diejenigen, die sich zum Bösen hin instrumentalisieren ließen, keinesfalls von Schuld freigesprochen.

    Entscheidend ist: Jesus Christus hat die Existenz des Bösen im Evangelium klar gelehrt, auch, dass es das Phänomen der Besessenheit eines Menschen von Satan gibt. Der Böse, dessen Tage schon gezählt sind und dessen Untergang durch Christi Tod und Auferstehung schon feststeht, versucht aggressiv und auf verschiedene Weise, Gott soviele Menschen wie nur möglich zu entfremden und in seinen Untergang mit hineinzureißen und so dem Reiche Gottes zuzusetzen, wo er es nur irgend vermag. In den meisten Fällen wird er dabei sicher nicht durch Besessenheit vorgehen.

    Angesichts dieser Tatsachen verkündet die Josephslitanei in der Anrufung „Du Schrecken der bösen Geister“ etwas Befreiendes und Österliches. Wer Christus mit so reinem Herzen dient und angehört wie der heilige Joseph, bei dem hat Satan keine Chance. Der Pflegevater Christi war ganz für den da, der der Untergang Satans ist. Josephs Seele hat wie die unsere Anfechtung und Versuchung gekannt; von jener Anfälligkeit, die durch die Erbsünde gegeben ist, war auch er nicht frei. Aber Joseph hat durch seine klare Christusorientierung Satan besiegt. Wer sich in Christus gründet, der wird in den Sieg des Herrn über das Böse hineingenommen.

    Joseph ruft uns auf, keine Furcht vor dem Widersacher Christi zu haben. Der heilige Pfarrer von Ars, der unter Belästigungen seitens des Teufels viel zu leiden hatte, sagte einmal, dass „ein einziges andächtiges Ave Maria ihn in die Flucht“ schlage. Ich brauche mich nicht vor irgendwelchen dunklen Mächten zu fürchten, wenn ich den Willen aufbringe, die Klarheit des Ostersieges Christus durch mich hindurchstrahlen zu lassen. Die heutige Zunahme des Aberglaubens zeigt nur, dass es an diesem Osterglauben bei vielen fehlt.