• aktualisiert:

    Gänswein war mit Porträt von Benedikt unzufrieden

    Köln (DT/KNA) Der Sekretär des emeritierten Papstes, Georg Gänswein, hat dem Maler Michael Triegel zufolge eine Umarbeitung des Porträts von Benedikt XVI. gewollt. Das Bistum Regensburg hatte 2009/2010 das Bild beim Leipziger Maler in Auftrag gegeben. Wie Triegel dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte, schrieb Gänswein dem Maler, es sei ihm nicht gelungen, „die jugendliche Frische Seiner Heiligkeit“ zu treffen. Gänsweins Ansinnen „habe ich natürlich abgelehnt“, so der 48-Jährige. Konkret habe sich der Sekretär und enge Vertraute des früheren Papstes unter anderem daran gestoßen, dass der Mund des Papstes offen und leicht schief stehe. Zudem seien Teile der liturgischen Kleidung unangemessen verrutscht. 2013 malte Triegel für die deutsche Vatikan-Botschaft in Rom ein zweites Benedikt-Porträt, das dem ersten laut der Zeitung stark ähnelt, aber in einigen Punkten vergleichsweise abgemildert wirkt. „Ich höre sehr gern darauf, was sich ein Auftraggeber wünscht. Was ich davon umsetze, muss ich natürlich vor mir selbst verantworten“, erklärte Triegel. Generell aber seien gerade kirchliche Auftraggeber nach seiner Beobachtung „oft besonders defensiv im Umgang mit namhaften Künstlern, um diese nur ja nicht zu verprellen und sich dann stattdessen mit Werken minderer Qualität zufriedengeben zu müssen“. Diese Gefahr bestehe, räumte Triegel ein. „Nicht umsonst schwingt im Begriff ,Kirchenkunst‘ heute sofort die Abwertung mit. Kirchenkunst ist leider oft nur Kirchenkitsch.“

    Köln (DT/KNA) Der Sekretär des emeritierten Papstes, Georg Gänswein, hat dem Maler Michael Triegel zufolge eine Umarbeitung des Porträts von Benedikt XVI. gewollt. Das Bistum Regensburg hatte 2009/2010 das Bild beim Leipziger Maler in Auftrag gegeben. Wie Triegel dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte, schrieb Gänswein dem Maler, es sei ihm nicht gelungen, „die jugendliche Frische Seiner Heiligkeit“ zu treffen. Gänsweins Ansinnen „habe ich natürlich abgelehnt“, so der 48-Jährige. Konkret habe sich der Sekretär und enge Vertraute des früheren Papstes unter anderem daran gestoßen, dass der Mund des Papstes offen und leicht schief stehe. Zudem seien Teile der liturgischen Kleidung unangemessen verrutscht. 2013 malte Triegel für die deutsche Vatikan-Botschaft in Rom ein zweites Benedikt-Porträt, das dem ersten laut der Zeitung stark ähnelt, aber in einigen Punkten vergleichsweise abgemildert wirkt. „Ich höre sehr gern darauf, was sich ein Auftraggeber wünscht. Was ich davon umsetze, muss ich natürlich vor mir selbst verantworten“, erklärte Triegel. Generell aber seien gerade kirchliche Auftraggeber nach seiner Beobachtung „oft besonders defensiv im Umgang mit namhaften Künstlern, um diese nur ja nicht zu verprellen und sich dann stattdessen mit Werken minderer Qualität zufriedengeben zu müssen“. Diese Gefahr bestehe, räumte Triegel ein. „Nicht umsonst schwingt im Begriff ,Kirchenkunst‘ heute sofort die Abwertung mit. Kirchenkunst ist leider oft nur Kirchenkitsch.“

    In dem gleichen Zeitungsgespräch kritisierte Michael Triegel das von Gerhard Richter gestaltete Fenster im Kölner Dom als vage. „Gerhard Richter ist als Künstler so bedeutend für unsere Zeit, weil er ihr genau das gibt, was sie beansprucht: sich nicht festlegen zu müssen, im Vagen bleiben zu können. Im Raum der Kirche allerdings mag das zu wenig sein“, sagte Triegel. Thematisch hinterlasse ihn das abstrakte Werk mit seinen 11 300 Farbquadraten „ratlos“, so der Künstler, der in seinen Arbeiten, unter anderem auch für kirchliche Auftraggeber, dezidiert auf Gegenständlichkeit setzt.

    Zur Einweihung des Fensters vor zehn Jahren, am 25. August 2007, hatte auch der verstorbene Kölner Kardinal Joachim Meisner sein Missfallen ausgedrückt und gesagt, Richters Werk passte genauso gut in eine Moschee. Dass Alternativen zu Richters Entwurf vom Kölner Domkapitel verworfen wurden, bezeichnete Triegel als „vorschnelle Kapitulation vor dem Auftrag“. Aus lauter Angst vor der Gegenständlichkeit sei die einst von Dogmen befreiende und befreite Abstraktion „selbst zu einem Dogma geworden“. Das Kölner Fenster fasziniere ihn „als grandiose Illustration eines großen Verlusts. Des Verlusts an Gewissheit im Glauben.“ Damit habe Richter „ein Charakteristikum unserer Zeit ins Bild gesetzt“.