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    „Friedensvisite“ Kyrills I. in Istanbul

    Istanbul (DT/KNA) Mit seiner gegenwärtigen „Friedensvisite“ im Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel verbindet der Moskauer Patriarch Kyrill I. nach eigenen Worten die Hoffnung auf einen „brüderlichen Neubeginn“ in den Beziehungen zwischen den beiden großen orthodoxen Kirchenzentren. Der seit 1. Februar amtierende 59-jährige russische Patriarch, am Wochenende seinen Antrittsbesuch beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel. Gemäß orthodoxem Kirchenrecht und der Tradition führt die erste Auslandsreise eines neuen orthodoxen Patriarchen stets zum Ehrenprimas der orthodoxen Weltkirche in dessen Amtssitz Phanar im türkischen Istanbul.

    Istanbul (DT/KNA) Mit seiner gegenwärtigen „Friedensvisite“ im Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel verbindet der Moskauer Patriarch Kyrill I. nach eigenen Worten die Hoffnung auf einen „brüderlichen Neubeginn“ in den Beziehungen zwischen den beiden großen orthodoxen Kirchenzentren. Der seit 1. Februar amtierende 59-jährige russische Patriarch, am Wochenende seinen Antrittsbesuch beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel. Gemäß orthodoxem Kirchenrecht und der Tradition führt die erste Auslandsreise eines neuen orthodoxen Patriarchen stets zum Ehrenprimas der orthodoxen Weltkirche in dessen Amtssitz Phanar im türkischen Istanbul.

    In seiner weithin von Respekt und theologischen Ehrenbekundungen geprägten Grußansprache an Bartholomaios I. unterstrich Kyrill I., dass die Erinnerung aller Verdienste des Patriarchats von Konstantinopel für die Verbreitung des Christentums unter den Gläubigen in Russland auch heute sehr lebendig sei. Ohne direkt die Spannungen zwischen dem Phanar und der russischen Orthodoxie unter seinem Amtsvorgänger Alexij II. anzusprechen, betonte Kyrill I. die eigenständige Rolle seiner Kirche aufgrund ihrer Geschichte des Leidens und der Verfolgungen während der kommunistischen Sowjetherrschaft. Von den Erfahrungen aus dieser Zeit des Martyriums, so der Moskauer Patriarch, könne die ganze orthodoxe Gemeinschaft profitieren „in der modernen Welt, die dabei ist, ihre spirituellen und moralischen Richtlinien zu verlieren“.

    Russlands Orthodoxie, so Kyrill I. weiter, unterstütze ausdrücklich den Appell Bartholomaios' I. an die orthodoxen Kirchen in allen Ländern, ihre Identität zu bewahren und als einige Kirche zu handeln. Diese Vision des Ökumenischen Patriarchen „entspricht unserer tiefsten Überzeugung“. Die Einheit der orthodoxen Kirche manifestiere sich in der Gemeinschaft ihrer Mitgliedskirchen. Dabei dürften jedoch die „besonderen Beziehungen“ zwischen der russischen Kirche und dem Ökumenischen Patriarchat „niemals vergessen“ werden, betonte Kyrill I. Von Konstantinopel aus habe Russland über Kiew, die „Mutter der russischen Städte“, den Glauben empfangen. Auf dieser Grundlage, so der Gast aus Moskau abschließend, „können wir vieles tun, die uns von Gott aufgetragene kirchliche Einheit zu stärken“.