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    Französischer Pfarrer kämpft um Logenplatz

    Würzburg (DT) Pascal Vesin hofft auf seinen großen Auftritt in der Ewigen Stadt. Seit dem 14. Juli ist der suspendierte Pfarrer des französischen Wintersportortes Megeve (Hochsavoyen) zu Fuß nach Rom unterwegs. Dort wird er voraussichtlich nach dem 20. August eintreffen. Der Geistliche aus dem Bistum Annecy will Papst Franziskus seinen Fall darlegen. Der 1996 geweihte Geistliche hatte sich 2001 der Freimaurerloge Großorient von Frankreich angeschlossen. 2010 stellte Bischof Yves Boivineau von Annecy ihn zur Rede. Ein anonymer Briefschreiber hatte den Pfarrer der Freimaurerei bezichtigt. Im Gespräch mit seinem Ortsbischof leugnete Vesin allerdings rundheraus. 2011 tauchte im Internet ein Beitrag auf, der ihn zweifelsfrei als Freimaurer identifizierte. Der Aufforderung des Bischofs, sich von der Loge zu trennen, widersetzte sich Vesin. Unter Berufung auf die „absolute Gewissensfreiheit“ fordert er die Vereinbarkeit von Zugehörigkeit zur katholischen Kirche und zu den Freimaurern. Seinen Vorgesetzten wirft der Geistliche Unkenntnis der Freimaurerei vor. Seit dem 23. Mai darf Vesin weder die Sakramente spenden noch empfangen. Von seinem Amt als Pfarrer ist er vorläufig suspendiert.

    Würzburg (DT) Pascal Vesin hofft auf seinen großen Auftritt in der Ewigen Stadt. Seit dem 14. Juli ist der suspendierte Pfarrer des französischen Wintersportortes Megeve (Hochsavoyen) zu Fuß nach Rom unterwegs. Dort wird er voraussichtlich nach dem 20. August eintreffen. Der Geistliche aus dem Bistum Annecy will Papst Franziskus seinen Fall darlegen. Der 1996 geweihte Geistliche hatte sich 2001 der Freimaurerloge Großorient von Frankreich angeschlossen. 2010 stellte Bischof Yves Boivineau von Annecy ihn zur Rede. Ein anonymer Briefschreiber hatte den Pfarrer der Freimaurerei bezichtigt. Im Gespräch mit seinem Ortsbischof leugnete Vesin allerdings rundheraus. 2011 tauchte im Internet ein Beitrag auf, der ihn zweifelsfrei als Freimaurer identifizierte. Der Aufforderung des Bischofs, sich von der Loge zu trennen, widersetzte sich Vesin. Unter Berufung auf die „absolute Gewissensfreiheit“ fordert er die Vereinbarkeit von Zugehörigkeit zur katholischen Kirche und zu den Freimaurern. Seinen Vorgesetzten wirft der Geistliche Unkenntnis der Freimaurerei vor. Seit dem 23. Mai darf Vesin weder die Sakramente spenden noch empfangen. Von seinem Amt als Pfarrer ist er vorläufig suspendiert.

    Brieflich hatte er den Papst bereits im Juni um ein Gespräch gebeten. Auf seiner Internetseite www.pascal-vesin.com veröffentlichte der 43-Jährige Anfang August Auszüge eines weiteren Schreibens an Franziskus. Darin beklagt er sich über die ihm von seinem Ortsbischof in Abstimmung mit der römischen Glaubenskongregation auferlegte Sanktion: „Ungerecht, ja unmenschlich“ sei die Maßnahme. Die Nachricht von der Suspendierung und die medial aufwändig inszenierte Pilgerfahrt Vesins nach Rom zünden seit Wochen in den französischen Medien. Katholische Blogger und Leserbriefschreiber ergehen sich in pro und contra über den Fall. Auch der Großmeister der Loge Großorient von Frankreich schaltete sich in scharfem Tonfall in die Debatte ein.

    Etliche Gläubige stellen das Schreiben der Glaubenskongregation vom November 1983 in Frage. Darin hatte Kardinal Ratzinger das negative Urteil der Kirche über freimaurerische Vereinigungen bestätigt, „weil ihre Prinzipien immer als unvereinbar mit der Lehre der Kirche betrachtet wurden und deshalb der Beitritt zu ihnen verboten bleibt. Gläubige, die freimaurerischen Vereinigungen angehören, befinden sich also im Stand der schweren Sünde und können nicht die heilige Kommunion empfangen“.

    Der Pfarrer selbst gießt mit intensiver Medienpräsenz und regelmäßigen Interviews kräftig Öl ins Feuer. Vesin eckt nicht zum ersten Mal an. Im Januar weigerte er sich, die Plakate, mit denen die Kirche für die Teilnahme an den Protestdemonstrationen „Manif pour tous“ in Paris warb, in seiner Gemeinde aufzuhängen. An Weihnachten legte er statt eines Jesuskindes ein Exemplar der Bibel in die Krippe. Zu seinen Unterstützern zählt er den emeritierten Bischof von Versailles, Jean Charles Thomas und eine eigene Facebook-Gruppe. Vesin setzt öffentlich auf Papst Franziskus: „Viele Christen und viele Menschen innerhalb und außerhalb unserer Kirche haben aufmerksam die vielen Signale für Dialog, Offenheit und Erneuerung wahrgenommen, die Sie seit Ihrer Wahl ausgesendet haben“, schreibt er an Papst Franziskus. „Ich will an die neuen Aufgaben glauben, zu denen Sie uns aufgefordert haben: Christus an die Peripherie des Daseins zu bringen.“

    In einem offenen Brief hat der Priesterrat der Diözese Annecy den Mitbruder kürzlich an das priesterliche Gehorsamsversprechen gegenüber seinem Bischof erinnert. Und an die Warnung von Papst Franziskus, dass „der Weg der Autonomie gefährlich, schlecht und anstößig ist“.