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    Französische Bischöfe überarbeiten Vaterunser

    Paris/Berlin (DT) Die französische Bischofskonferenz hat die Übersetzung des Vaterunser überarbeitet. Wie die britische Tageszeitung „The Times“ am Freitag auf ihrer Online-Plattform mitteilte, wird die bereits seit Juni in Belgien und Afrika benutzte Neufassung in Frankreich ab dem ersten Adventsonntag verwendet. Die Bischofskonferenz habe mit der Überarbeitung versucht, ein Missverständnis auszuräumen, das mit der modernen französischen Fassung des Vaterunsers aufgetaucht war. Letztere war nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1966 erstellt worden. So habe ein halbes Jahrhundert lang viele Kirchgänger in Frankreich die Formulierung der sechsten an Gott gerichteten Bitte verwirrt, bei der sie beteten: „Ne nous soumets pas a la tentation“ („Führe uns nicht in Versuchung“, wörtlich „Unterwirf uns nicht der Versuchung“). Verwirrend sei dieser Wortlaut auch für einige Mitglieder der Bischofskonferenz gewesen, „da Gott den Menschen ja keine Fallen“ stelle. So „kann Er nach christlicher Lehre nicht der Urheber des Bösen sein“. In der nächsten Zeile des Gebets werde der Herr schließlich gebeten, uns vom Bösen zu erlösen. Die neue französische Fassung flehe Gott daher an: „Ne nous laisse pas entrer en tentation.“ („Lass uns nicht in Versuchung geraten“) Die Neuübersetzung des lateinischen „Ne nos inducas in tentationem“ wurde darüber hinaus auch von den französischsprachigen protestantischen Kirchen übernommen. Der Präsident der Liturgiekommission der französischen Bischofskonferenz, der Bischof von Grenoble, Guy de Kerimel, sagte, er halte die bisherige Formulierung zwar nicht für „falsch, aber doch für missverständlich.“ „Hardline-Traditionalisten“, so schreibt die Times, „die sich mit der neumodischen Liturgie des Zweiten Vatikanums noch nie abgefunden hatten, freuen sich darüber, dass die Kirche das korrigiert hat, was sie als schlampige Übersetzung ansehen“. Viele, so die Zeitung weiter, zögen es vor, zu der Messe zurückzukehren, die ganz auf Lateinisch gefeiert wird. Heute bezeichnen sich etwa 60 Prozent der Franzosen als katholisch, während das 1972 noch annähernd 90 Prozent von sich behaupteten.

    Paris/Berlin (DT) Die französische Bischofskonferenz hat die Übersetzung des Vaterunser überarbeitet. Wie die britische Tageszeitung „The Times“ am Freitag auf ihrer Online-Plattform mitteilte, wird die bereits seit Juni in Belgien und Afrika benutzte Neufassung in Frankreich ab dem ersten Adventsonntag verwendet. Die Bischofskonferenz habe mit der Überarbeitung versucht, ein Missverständnis auszuräumen, das mit der modernen französischen Fassung des Vaterunsers aufgetaucht war. Letztere war nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil im Jahr 1966 erstellt worden. So habe ein halbes Jahrhundert lang viele Kirchgänger in Frankreich die Formulierung der sechsten an Gott gerichteten Bitte verwirrt, bei der sie beteten: „Ne nous soumets pas a la tentation“ („Führe uns nicht in Versuchung“, wörtlich „Unterwirf uns nicht der Versuchung“). Verwirrend sei dieser Wortlaut auch für einige Mitglieder der Bischofskonferenz gewesen, „da Gott den Menschen ja keine Fallen“ stelle. So „kann Er nach christlicher Lehre nicht der Urheber des Bösen sein“. In der nächsten Zeile des Gebets werde der Herr schließlich gebeten, uns vom Bösen zu erlösen. Die neue französische Fassung flehe Gott daher an: „Ne nous laisse pas entrer en tentation.“ („Lass uns nicht in Versuchung geraten“) Die Neuübersetzung des lateinischen „Ne nos inducas in tentationem“ wurde darüber hinaus auch von den französischsprachigen protestantischen Kirchen übernommen. Der Präsident der Liturgiekommission der französischen Bischofskonferenz, der Bischof von Grenoble, Guy de Kerimel, sagte, er halte die bisherige Formulierung zwar nicht für „falsch, aber doch für missverständlich.“ „Hardline-Traditionalisten“, so schreibt die Times, „die sich mit der neumodischen Liturgie des Zweiten Vatikanums noch nie abgefunden hatten, freuen sich darüber, dass die Kirche das korrigiert hat, was sie als schlampige Übersetzung ansehen“. Viele, so die Zeitung weiter, zögen es vor, zu der Messe zurückzukehren, die ganz auf Lateinisch gefeiert wird. Heute bezeichnen sich etwa 60 Prozent der Franzosen als katholisch, während das 1972 noch annähernd 90 Prozent von sich behaupteten.