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    Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit - das Geheimnis Gottes betrachten

    Im Wortlaut die Ansprache des Heiligen Vaters beim Angelus am 27. Mai.

    Papst Franziskus.
    Papst Franziskus. Foto: Giorgio Onorati (ANSA)

    Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

    Heute, am Sonntag nach Pfingsten, feiern wir das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit. Ein Fest, um das Geheimnis des Gottes Jesu Christi zu betrachten und zu preisen, der in der Gemeinschaft der drei Personen einer ist: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Um mit immer neuem Staunen den Gott, der Liebe ist, zu feiern, der uns sein Leben unentgeltlich anbietet und uns bittet, es in der Welt zu verbreiten.

    Die heutigen biblischen Lesungen lassen uns verstehen, dass Gott uns nicht so sehr offenbaren will, dass er existiert, sondern vielmehr dass er »Gott mit uns« ist, der uns nahe steht, der uns liebt, der mit uns geht, sich für unsere persönliche Geschichte interessiert und sich um alle kümmert, angefangen bei den Kleinsten und den Bedürftigsten. Er „ist der Gott im Himmel droben“, aber auch „hier auf der Erde unten“ (vgl. Dt 4,39). Deshalb glauben wir nicht an eine entfernte Entität, nein! An eine gleichgültige Entität, nein! Sondern im Gegenteil an die Liebe, die das Universum erschuf und ein Volk erzeugte, die Mensch wurde, die gestorben und für uns auferstanden ist und als Heiliger Geist alles verwandelt und zur Fülle bringt.

    Der heilige Paulus (vgl. Röm 8,14-17), der selbst diese von Gott, der die Liebe ist, vollzogene Verwandlung erfahren hat, teilt uns mit, dass er Vater oder vielmehr „Papa“ – Gott ist „unser Papa“ – genannt werden will, im völligen Vertrauen eines Kindes, das sich den Armen dessen überlässt, der ihm das Leben geschenkt hat. Der Heilige Geist – ruft der Apostel weiter in Erinnerung – bewirkt es, dass Jesus Christus sich nicht auf eine Persönlichkeit der Vergangenheit reduziert, nein, sondern dass wir ihn nahe fühlen, als unseren Zeitgenossen, und dass wir die Freude erfahren, von Gott geliebte Kinder zu sein. Im Evangelium schließlich verspricht der auferstandene Herr, für immer bei uns zu bleiben. Und gerade dank dieser seiner Gegenwart und der Kraft seines Geistes können wir gelassen die uns von ihm anvertraute Mission erfüllen. Was ist die Mission? Allen sein Evangelium zu verkünden und zu bezeugen und so die Gemeinschaft mit ihm und die sich daraus ergebende Freude auszuweiten. Gott, der mit uns geht, erfüllt uns mit Freude und die Freude ist ein wenig die erste Sprache des Christen.

    So lässt uns das Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit das Geheimnis Gottes betrachten, der unablässig schafft, erlöst und heiligt, immer mit Liebe und durch Liebe, und jedem Geschöpf, das ihn aufnimmt, schenkt er es, einen Strahl seiner Schönheit, Güte und Wahrheit widerzuspiegeln. Er hat von jeher gewählt, mit der Menschheit zu gehen und ein Volk zu bilden, das Segen für alle Nationen und für jeden Menschen ist, keinen ausgeschlossen. Der Christ ist kein isolierter Mensch, er gehört zu einem Volk: zu diesem Volk, das Gott bildet. Ohne eine derartige Zugehörigkeit und Gemeinschaft kann man kein Christ sein. Wir sind ein Volk: das Volk Gottes. Möge uns die Jungfrau Maria helfen, mit Freude die Mission zu erfüllen, vor der nach Liebe dürstenden Welt zu bezeugen, dass der Sinn des Lebens gerade die unendliche Liebe ist, die konkrete Liebe des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
    Nach dem Angelus:

    Liebe Brüder und Schwestern!

    Gestern wurde in Piacenza Leonella Sgorbati seliggesprochen, eine Missionsschwester der Consolata, die im Jahr 2006 aus Hass gegen den Glauben in Mogadischu (Somalia) ermordet wurde. Ihr Leben für das Evangelium und im Dienst an den Armen sowie ihr Martyrium sind ein Pfand der Hoffnung für Afrika und für die ganze Welt. Lasst uns gemeinsam für Afrika beten, auf dass dort Friede herrsche.

    Gegrüßt seist du, Maria....

    Unsere liebe Frau von Afrika, bitte für uns.

    Übersetzung aus dem Italienischen von Armin Schwibach.

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