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    Familien als Multiplikatoren

    Berlin (DT) Der Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput, befürwortet eine Antwort des Papstes auf die „dubia“ von vier Kardinälen hinsichtlich des apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“. Gegenüber dem englischsprachigen katholischen Online-Magazin „Crux“ erklärte der Gastgeber des Weltfamilientags 2015 am Donnerstag in Bezug auf die bisher ausgebliebene Reaktion des Papstes: „Ich denke, dass es immer gut ist, Fragen eindeutig zu beantworten“. Man solle Jesus beim Wort nehmen, „und seine Worte über Scheidung und Wiederverheiratung – dass man damit Ehebruch begehe – sind ganz eindeutig“. Es scheine ihm „unmöglich für uns, die Worte Jesu zu bestreiten“. Darüber hinaus sei es auch „unmöglich, dass eine Lehre – wenn es sich dabei um eine päpstliche Lehre handelt – heute nicht mehr gültig sein könne, die es vor 20 Jahren noch war“. Die Lehren von Papst Franziskus könnten den Lehren von Johannes Paul II. nicht widersprechen, wenn es dabei um die offizielle Lehre gehe. Amoris laetitia müsse, so Erzbischof Chaput, im Licht des Vorhergehenden interpretiert werden: „Erstens nach den Worten Jesu, doch zweitens nach den Lehren des Papstes, dem Lehramt der Kirche. Wie kann es dann richtig sein, dass Personen die Kommunion empfangen können, wenn sie heute in einer ehebrecherischen Verbindung leben? Wie ist das möglich, wenn die Kirche sagt, dass es nicht möglich ist?“

    Berlin (DT) Der Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput, befürwortet eine Antwort des Papstes auf die „dubia“ von vier Kardinälen hinsichtlich des apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“. Gegenüber dem englischsprachigen katholischen Online-Magazin „Crux“ erklärte der Gastgeber des Weltfamilientags 2015 am Donnerstag in Bezug auf die bisher ausgebliebene Reaktion des Papstes: „Ich denke, dass es immer gut ist, Fragen eindeutig zu beantworten“. Man solle Jesus beim Wort nehmen, „und seine Worte über Scheidung und Wiederverheiratung – dass man damit Ehebruch begehe – sind ganz eindeutig“. Es scheine ihm „unmöglich für uns, die Worte Jesu zu bestreiten“. Darüber hinaus sei es auch „unmöglich, dass eine Lehre – wenn es sich dabei um eine päpstliche Lehre handelt – heute nicht mehr gültig sein könne, die es vor 20 Jahren noch war“. Die Lehren von Papst Franziskus könnten den Lehren von Johannes Paul II. nicht widersprechen, wenn es dabei um die offizielle Lehre gehe. Amoris laetitia müsse, so Erzbischof Chaput, im Licht des Vorhergehenden interpretiert werden: „Erstens nach den Worten Jesu, doch zweitens nach den Lehren des Papstes, dem Lehramt der Kirche. Wie kann es dann richtig sein, dass Personen die Kommunion empfangen können, wenn sie heute in einer ehebrecherischen Verbindung leben? Wie ist das möglich, wenn die Kirche sagt, dass es nicht möglich ist?“

    Ein weiterer Fokus des Interviews lag auf dem soeben erschienenen Buch Chaputs, das vor allem auch radikale Kulturkritik übt. Der Band mit dem Titel „Strangers in a Strange Land: Living the Catholic Faith in a Post-Christian World“ („Als Fremde in einem seltsamen Land: Wie man den katholischen Glauben in einer post-christlichen Welt lebt“) vermittelt Überlebensstrategien für Katholiken in der heutigen Zeit. Denn was die religiöse Praxis der Katholiken und Protestanten in Amerika angehe, die den Sonntagsgottesdienst besuchen, sei diese im Vergleich zur Vergangenheit stark zurückgegangen. „Früher bezeichneten wir unser Land in Bezug auf unser Erbe als ein jüdisch-christliches Land – doch heute stößt man schon auf Widerstand“, wenn man nur darüber rede. Die Wahl Barack Obamas im Jahr 2008 sei ein Wendepunkt für Amerika gewesen, so Chaput. Die amerikanische Gesellschaft befinde sich seitdem nicht mehr auf einer gemeinsamen Basis, deren allgemeine Werte im biblischen Glauben verankert sind. Präsident Obama habe das Land in eine andere Richtung gelenkt.

    Besonders deutlich werde das an dem neuen Verständnis über die Bedeutung der Ehe. Im Gesundheitswesen habe man der Krankenversicherung empfängnisverhütende Praktiken aufgezwungen – die führende Rolle sei in Bezug auf das Gesetz dabei unnötigerweise vom Weißen Haus selbst ausgegangen. Erstaunt äußert sich Chaput auch über den Transgenderismus, der derzeit in den Fokus des Interesses gerückt sei: „All diese Dinge zeigen einen Wendepunkt an, der in eine Richtung geht, die traditionellen christlichen Moralprinzipien zuwiderläuft.“

    In seinem Buch beschreibt der Erzbischof, dass wir uns dieser Faktoren in unserer Kultur bewusst sein sollten, „zugleich aber auch hoffen müssen, dass wir in ihr so leben können, dass wir bekennende Christen sein und das unseren Kindern weitergeben können“. Das Wichtigste dabei sei es, die Menschen darin zu bestärken, stabile und fürsorgliche katholische Familien zu gründen. Zweitens sollten wir für diese Familien Möglichkeiten eröffnen, dass sie sich zum Beispiel in einer Pfarrei oder auch in einer Bewegung untereinander vernetzen können.