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    Facharbeiter im Weinberg des Herrn

    Trier (DT/KNA) Dass Papst Franziskus Franz Josef Gebert Ende Mai zum Weihbischof im Bistum Trier ernennen würde, war für die meisten Beobachter eine Überraschung. Auch für den Betroffenen selbst: „Ich bin schon noch etwas überrascht, weil ich mich eigentlich aufgrund meines Alters aus der Gefahrenzone heraus wähnte“, verriet er damals. Immerhin war er ja schon 68 Jahre alt; am 10. Oktober feiert er sein vierzigjähriges Priesterjubiläum. Mit einem großen Karriereschritt, so dachte sich denn auch Gebert, müsste er eigentlich nicht mehr rechnen.

    Trier (DT/KNA) Dass Papst Franziskus Franz Josef Gebert Ende Mai zum Weihbischof im Bistum Trier ernennen würde, war für die meisten Beobachter eine Überraschung. Auch für den Betroffenen selbst: „Ich bin schon noch etwas überrascht, weil ich mich eigentlich aufgrund meines Alters aus der Gefahrenzone heraus wähnte“, verriet er damals. Immerhin war er ja schon 68 Jahre alt; am 10. Oktober feiert er sein vierzigjähriges Priesterjubiläum. Mit einem großen Karriereschritt, so dachte sich denn auch Gebert, müsste er eigentlich nicht mehr rechnen.

    Doch es kam anders. Bei einer feierlichen Messe am Sonntag im Trierer Dom weihten der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der Luxemburger Erzbischof Jean-Claude Hollerich und der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters Gebert nun zum Bischof. Neben Peters und Robert Brahm wird Gebert künftig den Bischof bei der Leitung der Diözese unterstützen. Wie sein Vorgänger Helmut Dieser wird Gebert zudem als Bischofsvikar für den Visitationsbezirk Trier zuständig sein. Ackermann ist Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax (Gerechtigkeit und Frieden), er äußert sich regelmäßig zu sozialpolitischen Themen. Das passt gut zur Ausrichtung seines neuen Weihbischofs: Gebert ist seit 2000 Vorsitzender des Caritasverbands im Bistum Trier. Jenes von Papst Franziskus propagierte Bild einer Kirche, die für die Armen, Kranken, Schwachen, Flüchtenden da ist, ist ganz nach seinem Geschmack.

    Als Caritas-Vorsitzender drängte Gebert schon 2014 darauf, „endlich humanitäre Maßnahmen zum Schutz und zur Rettung von Flüchtlingen zu ergreifen“, als dieses Problem für viele noch ein überwiegend italienisches oder griechisches war. „Weitere Flüchtlingstragödien im Mittelmeer müssen endlich verhindert werden. Es gilt, Menschen zu schützen, statt Grenzen zu sichern“, sagte Gebert damals. Bereits im Sommer 2014 erstellte die diözesane Caritas ein Flüchtlingskonzept, es gab Willkommenspaten und einen Flüchtlingsfonds von Caritas und Bistum. Als dann im Sommer 2015 auch im Bistum Trier zehntausende Menschen Schutz suchten, war der Wohlfahrtsverband besser vorbereitet als viele staatliche Stellen.

    Gebert stammt aus Schweich an der Mosel; der Geistliche ist quasi ein Facharbeiter im Weinberg des Herrn. Denn nach der Schule absolvierte er zunächst eine Weinküferlehre, ehe er sich für das Theologiestudium entschied. 1977 wurde er in Rom zum Priester geweiht. Im Anschluss an seine Kaplanszeit in Sinzig berief ihn der damalige Trierer Bischof Hermann Josef Spital 1981 zu seinem Kaplan und Sekretär. Von 1985 bis 1991 war er Subregens, also stellvertretender Leiter am Trierer Priesterseminar, anschließend bis zu seinem Wechsel zur Caritas im Jahr 2000 Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste im Bischöflichen Generalvikariat. Als Helmut Dieser im November 2016 Bischof von Aachen wurde, begann die Suche nach einem neuen Weihbischof. Ackermann, der selbst erst nach einer langen Vakanz von vierzehn Monaten Bischof von Trier wurde, dankte dem Papst im Mai für die zügige Ernennung Geberts, den er einen „erfahrenen Priester, der tief im Bistum verwurzelt ist“ nannte.

    Die Zeit bei der Caritas habe ihn sehr geprägt, versicherte Gebert bei seiner Ernennung: „Die Diakonie gehört nicht nur zu den drei Grunddimensionen des kirchlichen Seins und Lebens, sie ist auch ein besonders starkes Anliegen unserer Synode gewesen.“ In Anspielung auf das Abschlussdokument „heraus gerufen“ der 2016 beendeten Trierer Diözesansynode kündigte er an: „Ich lasse mich jetzt heraus rufen.“ Mit Freude und Offenheit gehe er auf ein Amt zu, das angesichts der kirchlichen Umbrüche mit allen Chancen und Risiken spannend sein werde.

    kna