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    Erzbischof Marx: Die Kirche legt keinen Rückwärtsgang ein

    Limburg (DT/KNA) Der Limburger katholische Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist der Auffassung entgegengetreten, Papst Benedikt XVI. wolle die Kirche auf einen Rückwärtskurs lenken. Derartige Befürchtungen seien nicht zutreffend und unbegründet, betonte der Bischof am Dienstag in Limburg. Er unterstrich, der Papst und das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) seien nicht voneinander zu trennen. Die Beschlüsse des Konzils seien wesenhaft und grundlegend für das Leben der Kirche, so Tebartz-van Elst.

    Limburg (DT/KNA) Der Limburger katholische Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist der Auffassung entgegengetreten, Papst Benedikt XVI. wolle die Kirche auf einen Rückwärtskurs lenken. Derartige Befürchtungen seien nicht zutreffend und unbegründet, betonte der Bischof am Dienstag in Limburg. Er unterstrich, der Papst und das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) seien nicht voneinander zu trennen. Die Beschlüsse des Konzils seien wesenhaft und grundlegend für das Leben der Kirche, so Tebartz-van Elst.

    Er erinnerte daran, dass Joseph Ratzinger als Theologe das Konzil mitgeprägt habe und als Bischof, Kardinal und auch als Papst sein Wirken beständig an der Kirche und ihrer Lehre ausgerichtet habe und ausrichte.

    Mit Blick auf die Rücknahme der Exkommunikation der vier Bischöfe der traditionalistischen Priesterbruderschaft Pius X. durch Benedikt XVI. betonte Tebartz-van Elst, das Konzil bleibe eine unumstößliche Grundlage für die Klärung des Verhältnisses zu der Priesterbruderschaft. Das Bistum Limburg wies ergänzend darauf hin, dass die Aufhebung der Exkommunikation keine konkreten Auswirkungen für das geistliche Leben habe, weil die Bischöfe wie die Kleriker der Priesterbruderschaft Pius X. nach wie vor suspendiert seien. Nach Angaben des Bistums gibt es in dem zu seinem Gebiet gehörenden Ort Hattersheim eine Gruppe von Christen, die sich in den 1980er Jahren von der dortigen Pfarrgemeinde abgespalten und der traditionalistischen Priesterbruderschaft angeschlossen hätten.

    II. Vatikanum ist unumstößlich

    Zuvor war bereits der Münchner Erzbischof Reinhard Marx Befürchtungen entgegen getreten, wonach die katholische Kirche den Rückwärtsgang eingelegt habe. Mit Blick auf die Diskussion um die traditionalistische Priester-Bruderschaft Pius X. betonte Marx am Montag, es gebe bis jetzt noch keine kirchliche Gemeinschaft mit dieser Gruppierung. Ihre Bischöfe und Priester dürften ihr Amt nicht ausüben. Vor einer vollen Kirchengemeinschaft müssten strittige Fragen geklärt werden. „Ich erwarte eine scharfe Distanzierung von jeglichem Antisemitismus und ein eindeutiges Bekenntnis zum Zweiten Vatikanischen Konzil, zu Glaubens- und Gewissensfreiheit“, sagte der Erzbischof. „Wer den Holocaust leugnet, hat keinen Platz in der katholischen Kirche.“ Der Papst sei der Piusbruderschaft sehr weit entgegengekommen. Jetzt sei es an ihr, sich zur Lehre der katholischen Kirche eindeutig zu bekennen.

    Marx erklärte, die katholische Kirche komme aus einer großen Geschichte. „Tradition ist aber keine Restauration, sondern Glaubenserfahrung und Glaubenswissen, die für die Gegenwart fruchtbar gemacht werden.“ Unumstößlich sei, was im Zweiten Vatikanischen Konzil und durch die nachfolgenden Päpste angestoßen und vorangetrieben worden sei. „Dazu gehören die Achtung der letztlich christlich begründeten Menschenrechte, der wertschätzende Dialog mit dem Judentum und die Bereitschaft, mit anderen Religionen ins Gespräch zu kommen“, so der Erzbischof.