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    Eremit und Nothelfer

    Der heilige Leonhard von Noblat wird besonders in Bayern hoch verehrt. Er zählt zu den vierzehn Nothelfern. Die mündliche Überlieferung berichtet etwa seit dem Jahr 1030 davon, dass er um das Jahr 500 als Spross einer am Merowingerhof lebenden fränkischen Adelsfamilie auf die Welt kam und von Erzbischof Remigius von Reims getauft und unterrichtet wurde. König Chlodwig trug ihm Ämter am Hofe sowie die Bischofswürde an, die er jedoch ablehnte. Stattdessen zog er sich als Einsiedler in eine Hütte in die Einsamkeit der Wälder bei Limoges zurück. Seine Eremitenzelle wurde zum Zufluchtsort vieler Ratsuchender und Hilfsbedürftiger, für die er predigte und die ihn schon zu Lebzeiten als Heiligen verehrten. Bereits in dieser Zeit – zwanzig Jahre lang soll er sich im Wald aufgehalten haben – werden ihm Wunder zugeschrieben, so die Weckung einer Quelle und die Befreiung von Gefangenen.

    Leonhardiritt in Wildsteig. Foto: KNA

    Der heilige Leonhard von Noblat wird besonders in Bayern hoch verehrt. Er zählt zu den vierzehn Nothelfern. Die mündliche Überlieferung berichtet etwa seit dem Jahr 1030 davon, dass er um das Jahr 500 als Spross einer am Merowingerhof lebenden fränkischen Adelsfamilie auf die Welt kam und von Erzbischof Remigius von Reims getauft und unterrichtet wurde. König Chlodwig trug ihm Ämter am Hofe sowie die Bischofswürde an, die er jedoch ablehnte. Stattdessen zog er sich als Einsiedler in eine Hütte in die Einsamkeit der Wälder bei Limoges zurück. Seine Eremitenzelle wurde zum Zufluchtsort vieler Ratsuchender und Hilfsbedürftiger, für die er predigte und die ihn schon zu Lebzeiten als Heiligen verehrten. Bereits in dieser Zeit – zwanzig Jahre lang soll er sich im Wald aufgehalten haben – werden ihm Wunder zugeschrieben, so die Weckung einer Quelle und die Befreiung von Gefangenen.

    Nach der Legende hat Leonhard sich bei König Chlodwig aus großem Mitgefühl für die Gefängnisinsassen verwendet und ihnen dadurch die Freiheit erwirkt. Alleine durch das Ausrufen seines Namens sollen viele der Gefangenen augenblicklich von ihren Fesseln erlöst worden sein. Als die hochschwangere Königin einst mit dem König auf der Jagd war, verhalf Leonhard ihr bei den plötzlich einsetzenden Wehen durch sein Gebet zu einer glücklichen Geburt. Zum Dank wollte der König ihn mit Gold und Silber belohnen, der Heilige aber erbat sich nur so viel Land, wie er in einer Nacht mit seinem Esel umreiten konnte. Auf diesem Gelände betrieb er anschließend eine Landwirtschaft, aus deren Erlös er Inhaftierte freikaufen konnte. Auf dem Anwesen, das zum Gedenken an die königliche Schenkung Nobiliacum („Ort der Edlen“) bezeichnet wurde, gründete er das Kloster Noblac, in dem er 559 starb und das noch heute als St. Léonard-de-Noblat erhalten ist.

    Auf Bildern wird der heilige Leonhard stets als Benediktinerabt dargestellt, manchmal mit einer Kette in der Hand, zuweilen auch mit einem oder zwei gefesselten Gefangenen zu seinen Füßen. Leonhard wird aber auch als Schutzpatron des Viehs verehrt. Davon zeugen die noch heute vor allem in Altbayern und Westösterreich alljährlich am 6. November stattfindenden traditionellen über 50 Leonhardi-Wallfahrten, bei denen Tiere, insbesondere Pferde, gesegnet werden.

    Um den Schutz und Beistand des heiligen Leonhard bitten neben Landwirten, Viehzüchtern und Gefangenen auch Mütter und Wöchnerinnen, sowie Bergleute und Böttcher, Schlosser und Schmiede. Zudem wird er bei Kopfschmerzen, Geistes- und Geschlechtskrankheiten angerufen.