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    Ein glühender Verteidiger der Kirche

    Der heilige Hilarius, vermutlich um das Jahr 310 in Poitiers in Aquitanien geboren, entstammte einer wohlhabenden heidnischen Familie. Er studierte Philosophie und Rhetorik, heiratete und wurde Vater einer Tochter. Er suchte nach dem Sinn des Lebens und nach einer Erklärung für den irdischen Tod des Menschen. Nach der Lektüre des Johannes-Evangeliums empfing er mit etwa fünfunddreißig Jahren die Taufe. Um 350 wurde er der erste Bischof seiner Heimatstadt und 351 begegnete er dem heiligen Martin von Tours, der zu seinem Schüler wurde.

    Der heilige Hilarius, vermutlich um das Jahr 310 in Poitiers in Aquitanien geboren, entstammte einer wohlhabenden heidnischen Familie. Er studierte Philosophie und Rhetorik, heiratete und wurde Vater einer Tochter. Er suchte nach dem Sinn des Lebens und nach einer Erklärung für den irdischen Tod des Menschen. Nach der Lektüre des Johannes-Evangeliums empfing er mit etwa fünfunddreißig Jahren die Taufe. Um 350 wurde er der erste Bischof seiner Heimatstadt und 351 begegnete er dem heiligen Martin von Tours, der zu seinem Schüler wurde.

    Zu dieser Zeit verbreitete sich gerade eine Häresie im Römischen Reich: der Arianismus, der die Gottessohnschaft Jesu leugnet. Für den Presbyter Arius (um 260–336) steht Jesus zwar über allen anderen Geschöpfen, ist aber selbst nicht Gott. In seinen Predigten und Schriften trat Hilarius wie andere Kirchenväter seiner Epoche gegen diese Irrlehre auf: „Hilarius hat sein ganzes Leben zur Verteidigung des Glaubens an die Gottheit Jesu Christi, Sohn Gottes und Gott wie der Vater, der ihn von Ewigkeit her gezeugt hat, eingesetzt“ (Papst Benedikt XVI.). Da er ein Zeichen des Widerspruchs war, wurde er 356 von Kaiser Constantius II., einem Sohn Konstantins des Großen, nach Phrygien ins Exil verbannt. Dort verfasste er sein wichtigstes dogmatisches Werk „De Trinitate“ („Über die Dreifaltigkeit“), in dem er seinen eigenen Weg zur Erkenntnis Gottes aufzeigte und den arianischen Glauben widerlegte, indem er sich zu demonstrieren bemühte, „dass die Schrift eindeutig die Gottheit des Sohnes und seine Gleichheit mit dem Vater bestätigt – und zwar nicht nur im Neuen, sondern auch in zahlreichen Abschnitten des Alten Testaments, in denen das Geheimnis Christi bereits aufscheint“ (Papst Benedikt XVI.). Für den heiligen Augustinus war Bischof Hilarius der „glühendste Verteidiger der Kirche“. Fünf Jahre lang führte er mit den Christen seiner Diözese einen umfangreichen Schriftverkehr.

    Im Jahr 360 oder 361 aus der Verbannung nach Poitiers zurückgekehrt, nahm er seine Hirtentätigkeit mit einem unermüdlichen Eifer sofort wieder auf und setzte sein Werk mit wachsendem Erfolg mehrere Jahre weiter fort. Er verfasste weitere Traktate und Hymnen, in denen er die Herrlichkeit Gottes rühmte. 367 starb Hilarius von Poitiers in seiner Geburtsstadt. 1851 erklärte ihn der selige Papst Pius IX. zum Kirchenvater. Dargestellt wird der Heilige zuweilen mit Drachen oder Schlangen unter seinen Füßen, was seinen Kampf gegen den Arianismus symbolhaft zum Ausdruck bringt