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    Durch Berufungskrisen zum missionarischen Ziel

    Die Unterstützung von Jugendlichen, ein wohltätiger Dienst an den Armen, aber vor allem die Förderung der Wiedervereinigung der orthodoxen mit der katholischen Kirche – das hatte sich die selige Boleslawa Maria Lament auf ihre Fahnen geschrieben. Zu diesen Zwecken gründete Boleslawa, die am 3. Juli 1862 im polnischen Lowicz als erstes von acht Kindern einer Handwerkerfamilie geboren wurde, die „Missionsschwestern der Heiligen Familie“, nach ihrer Stifterin auch „Lamentinerinnen“ genannt. Nach einer Ausbildung zur Schneiderin beschloss sie1884, der Kongregation Mariens beizutreten, die sich aufgrund der zaristischen Verfolgung nach Warschau verlagerte, um von dort aus dem Untergrund heraus zu wirken. Mit Eifer und Ernsthaftigkeit erfüllte sie alle ihre Aufgaben und arbeitete als Schneiderin, Erzieherin und Lehrerin in verschiedenen Häusern ihrer Kongregation.

    Mutter Boleslawa Maria Lament. Foto: IN

    Die Unterstützung von Jugendlichen, ein wohltätiger Dienst an den Armen, aber vor allem die Förderung der Wiedervereinigung der orthodoxen mit der katholischen Kirche – das hatte sich die selige Boleslawa Maria Lament auf ihre Fahnen geschrieben. Zu diesen Zwecken gründete Boleslawa, die am 3. Juli 1862 im polnischen Lowicz als erstes von acht Kindern einer Handwerkerfamilie geboren wurde, die „Missionsschwestern der Heiligen Familie“, nach ihrer Stifterin auch „Lamentinerinnen“ genannt. Nach einer Ausbildung zur Schneiderin beschloss sie1884, der Kongregation Mariens beizutreten, die sich aufgrund der zaristischen Verfolgung nach Warschau verlagerte, um von dort aus dem Untergrund heraus zu wirken. Mit Eifer und Ernsthaftigkeit erfüllte sie alle ihre Aufgaben und arbeitete als Schneiderin, Erzieherin und Lehrerin in verschiedenen Häusern ihrer Kongregation.

    Nach neun Jahren – kurz vor dem Ablegen der ewigen Profess – wurde sie von einer tiefen inneren Krise ergriffen – sie war sich ihrer Berufung nicht mehr sicher und wusste nicht mehr, ob der Orden, für den sie sich einst entschieden hatte, auch wirklich der richtige war. So kehrte sie mit dem festen Entschluss, sobald wie möglich in ein Kloster in Klausur einzutreten, nach Lowicz zurück, wo sie sich jedoch auf Anraten ihres Beichtvaters den Werken der Nächstenliebe zuwandte und sich um Obdachlose kümmerte. Hinzu kamen vernachlässigte Kinder und Kranke. Für all diese Menschen organisierte sie eine Pflege und bereitete sie auf den Empfang der Sakramente vor. Um dieses Werk umzusetzen und die nötigen Gelder dafür aufzubringen, eröffnete sie mit ihrer Schwester ein Nähatelier in Warschau, wohin die Familie umgezogen war, und führte daneben ein tiefes Gebetsleben.

    Als sich ihrem Apostolat Gleichgesinnte anschlossen, gründete sie die „Gesellschaft der Heiligen Familie“, die sich später in die „Missionsschwestern der Heiligen Familie“ umbenannte – Schwester Boleslawa wurde deren erste Priorin. Ihre Gemeinschaft diente in Sankt Petersburg, in Mogilev (Weißrussland) und Schytomyr (Ukraine). Weitere Niederlassungen entstanden in Minsk, Vilnius und Bialystok.

    1913 weitete Mutter Boleslawa ihre Aktivitäten nach Finnland aus, wo sie in Wyborg an der Grenze zu Russland eine Mädchenschule eröffnete. Sie fühlte sich noch einer weiteren Aufgabe verpflichtet – der Einheit der Kirche. Unermüdlich setzte sie sich dafür ein, die Beziehungen zwischen den katholischen und den orthodoxen Gläubigen in Polen zu verbessern. Als sie am 29. Januar 1946 in Bialystok starb, standen Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen an ihrem Grab und trauerten um die Ordensgründerin, die am 5. Juni 1991 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde.