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    Dom, Kultur und der „leeve Jott“

    „Köln ist fantastisch“, rief der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in seiner Begrüßungsansprache zum „Fest im Glauben“ in der Kölner Lanxess Arena aus. Und fügte hinzu: „Und noch fantastischer sind die Teilnehmer des Eucharistischen Kongresses!“ Angesichts des überraschend gewaltigen und begeisterten Andrangs bei Vorträgen, Workshops, Katechesen und geistlichen Angeboten an allen Tagen des Eucharistischen Kongresses in Köln ein berechtigtes Lob.

    Die Band „Bläck Fööss“ bei ihrem Auftritt in der Kölner Lanxess Arena auf dem Eucharistischen Kongress 2013. Foto: KNA

    „Köln ist fantastisch“, rief der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, in seiner Begrüßungsansprache zum „Fest im Glauben“ in der Kölner Lanxess Arena aus. Und fügte hinzu: „Und noch fantastischer sind die Teilnehmer des Eucharistischen Kongresses!“ Angesichts des überraschend gewaltigen und begeisterten Andrangs bei Vorträgen, Workshops, Katechesen und geistlichen Angeboten an allen Tagen des Eucharistischen Kongresses in Köln ein berechtigtes Lob.

    Fröhlich war denn auch die Stimmung bei den nach Veranstalterangaben 5 000 Gästen des „Fest im Glauben“, bei dem sich Kultur und Glaube im Rahmen des Eucharistischen Kongresses ein musikalisches Stelldichein der speziellen Art gaben. Insbesondere die Ankündigung des Auftritts der weit über die Grenzen Kölns und Deutschlands bekannten Mundartband „Bläck Fööss“ hatte viele Besucher des Eucharistischen Kongresses und vielleicht auch manch einen Kölner, der sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte, auf die andere Rheinseite gelockt. Und sie wurden nicht enttäuscht. Die „Bläck Fööss“, deren Namen keineswegs etwa auf schwarze, sondern auf nackte Füße rekurriert, eröffneten das „Fest im Glauben“ mit einem Verbindungspunkt zwischen Kultur und Religion, der im großen Repertoire der „Bläck Fööss“ immer wieder und durchaus nachdenklich aufscheint: Dem lieben Gott. So hieß nach einer alten Münsteraner Liedvorlage ein Lied „Oh Herr, sorsch dafür!“ inklusive der Bitte um bessere Politiker, überraschte der Song „Es gibt ein Leben nach dem Tod“, wurde lauthals mitgesungen beim berühmten Hit „Oh leeve Jott, gib uns Wasser“ und amüsierte sowohl das Publikum als auch die in der ersten Reihe sitzenden Bischöfe schließlich der humoristische Herzenswunsch: „Isch wär so jern ens Weihbischof“.

    Lydie Auvrey, die Meisterin der französischen Akkordeonmusik, begeisterte anschließend mit Tango und karibischen Rhythmen. Die sardische Sängerin und mehrfache Preisträgerin Elena Ledda und der Klarinettist, Saxophonist und Komponist Alessandro Palmitessa Banda, der sich neben seiner Musik mit seinem Obdachlosenprojekt „MenschenSinfonieOrchester“ einen Namen gemacht hat, ließen gemeinsam alte Gesänge aus Sardinien hören.

    „Die Liturgie in der Kirche wäre kaum vorstellbar ohne Chöre“, führte Moderator Bruno Eichel den Mädchenchor des Doms zu Essen, Gewinner des Landeschorwettbewerbs NRW, beim Publikum ein. Die stimmgewaltigen Schülerinnen überzeugten unter der Leitung von Raimund Wippermann mit jazzigen Anklängen. Das inzwischen weltberühmte Hip-Hop-Tanzensemble „Black Blanc Beur“, das sich aus schwarzen, weißen und arabischstämmigen Straßentänzern zusammensetzt, zeigte dem Publikum virtuos und unter großem Beifall, was die gelenkigen Kids aus den trostlosen französischen Banlieues so alles tänzerisch auf der Straße bewegen können.

    Einen wirklichen Höhepunkt stellte sodann der Auftritt des Grandseigneurs der Klarinetten- und Klezmermusik Giora Feidman dar, der schon auf dem Weltjugendtag in Köln im Beisein von Papst Benedikt XVI. im Rahmen der Vigilfeier vor einer Million junger Katholiken auf dem Marienfeld musiziert hatte.

    Kein Mucks war in der gewaltigen Lanxess Arena zu hören, als er in einen Lichtkegel gehüllt „Hava Nagila“ – „lasst uns glücklich sein“, das berühmte israelische Feierlied, „durch seine Klarinette sang“ – umso begeisterter erschallte daraufhin der Applaus. Feidmans genialisch „lecker zusammengerührte Melody“ der Hymnen Deutschlands, Israels und der Palästinenser berührte und erhielt hingerissenen Beifall.

    Zum israelischen Friedenslied „Shalom Chaverim“ forderte Feidmann das Publikum in der Lanxess Arena schließlich auf, sich singend an seinen Klarinettenweisen zu beteiligen. Ein musikalisch begeisternder Auftritt, der ans Herz ging.

    Für einen gelungenen Abschluss des „Fest im Glauben“ sorgten schließlich erneut die Lokalmatadoren „Bläck Föös“ mit einer Auswahl ihrer bekanntesten Hits. „Mer losse der Dom in Kölle“ – „wir lassen den Dom in Köln“ hieß es als abschließende musikalische Feststellung, die sowohl die anwesenden Bischöfe als auch alle Zuschauer nicht mehr auf den Plätzen hielt: Dass die anwesenden Besucher des Kölner Eucharistischen Kongresses mit dieser Aussage durchaus einverstanden waren, ließ sich an den lang anhaltenden, stehenden Ovationen ablesen.

    Wie Erzbischof Robert Zollitsch eingangs bemerkt hatte: Köln ist eben fantastisch. Dom, Kirche, Kultur und der „leeve Jott“ gehören hier untrennbar zusammen.