• aktualisiert:

    „Die wichtigste missionarische Aufgabe ist das Gebet“

    Liebe Brüder und Schwestern!

    Liebe Brüder und Schwestern!

    Nach der feierlichen Eucharistiefeier und dem traditionellen Bittgebet an die Muttergottes von Pompeji wollen wir, wie an jedem Sonntag, beim Angelusgebet unseren Blick nochmals auf Maria richten und ihr die wichtigen Anliegen der Kirche und der Menschheit anvertrauen. Besonders beten wir für die Generalversammlung der Bischofssynode, die in Rom stattfindet und deren Thema lautet: „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“, auf dass sie in jeder christlichen Gemeinschaft Früchte wirklicher Erneuerung tragen möge. Eine weitere besondere Gebetsintention bietet uns der heutige Weltmissionstag, der uns in diesem Paulusjahr ein berühmtes Wort des Völkerapostels zur Meditation anempfiehlt: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde“ (1 Kor 9, 16). Wie viele Gläubige und wie viele Gemeinden beten nicht in diesem Monat Oktober, dem Missionsmonat und dem Rosenkranzmonat, den heiligen Rosenkranz für die Missionare und für die Evangelisierung! Ich freue mich daher, dass ich mich gerade heute, zu diesem Jahrestag hier in Pompeji befinde, dem wichtigsten Heiligtum, das der Seligen Jungfrau Maria vom Rosenkranz geweiht ist. Das bietet mir die Gelegenheit, noch deutlicher zu betonen, dass die wichtigste missionarische Aufgabe eines jeden von uns gerade das Gebet ist. Vor allem durch das Gebet wird dem Evangelium der Weg bereitet; durch das Gebet öffnen sich die Herzen dem Geheimnis Gottes und werden die Seelen bereit, sein erlösendes Wort zu empfangen.

    Dann fällt noch ein weiteres frohes Ereignis auf den heutigen Tag: Gerade heute werden in Lisieux Louis Martin und Zélie Guérin seliggesprochen, die Eltern der heiligen Therese vom Kinde Jesu, die von Pius XI. zur Schutzpatronin der Mission erklärt wurde. Diese neuen Seligen haben durch ihr Gebet und ihr evangelisches Zeugnis den Weg ihrer Tochter, die vom Herrn berufen war, sich Ihm vorbehaltlos im Karmel zu weihen, unterstützt und daran teilgehabt. Dort, in der Abgeschiedenheit der Klausur, hat die Heilige ihre Berufung erfüllt: „Im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein“ (Manuscrits autobiographiques, Lisieux 1957, S. 229). Während ich an die Seligsprechung der Eheleute Martin denke, möchte ich gerne an eine weitere Intention erinnern, die mir sehr am Herzen liegt: die Familie, deren Rolle sowohl fundamental für die Erziehung der Kinder zu einem universalen Geist ist, welcher sich gegenüber der Welt und ihren Problemen offen und verantwortlich zeigt, als auch für die Ausbildung von Berufungen zum missionarischen Leben. Und so, indem wir gewissermaßen geistig die Pilgerfahrt fortführen, die zahlreiche Familien vor einem Monat zu diesem Heiligtum unternommen haben, bitten wir um den mütterlichen Schutz der Muttergottes von Pompeji für alle Familien der Welt, wobei wir bereits an den VI. Weltfamilientag denken, der im Januar 2009 in Mexiko stattfinden wird.