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    „Die Liebe als Gesetz des Alltags bezeugen“

    Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

    Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

    An diesem Sonntag feiert die Liturgie das Fest der Verklärung des Herrn. Der heutige Abschnitt aus dem Evangelium berichtet, wie die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes zu Zeugen dieses außerordentlichen Ereignisses wurden. Jesus nahm sie beiseite „und führte sie auf einen hohen Berg“ (Matthäus 17, 1), und während er betete, veränderte sich sein Gesicht, es leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich Mose und Elija und redeten mit ihm. An diesem Punkt sagte Petrus zu Jesus: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija“ (V. 4). Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie.

    Das Ereignis der Verklärung des Herrn bietet uns eine Botschaft der Hoffnung – so werden wir bei ihm sein –: es lädt uns ein, Jesus zu begegnen, um im Dienst an den Brüdern und Schwestern zu sein.

    Der Aufstieg der Jünger zum Berg Tabor gibt uns Anlass, darüber nachdenken, wie wichtig es ist, von den weltlichen Dingen Abstand zu nehmen, um einen Weg in die Höhe zu verwirklichen und Jesus zu betrachten.

    Mit der Bibel in der Hand auf Stille und Gebet vorbereiten

    Es handelt sich darum, sich für das aufmerksame und betende Hören auf den Messias vorzubereiten, den geliebten Sohn des Vaters, und Momente des Gebets zu suchen, die es gestatten, das Wort Gottes fügsam und voll Freude aufzunehmen. Bei diesem geistlichen Aufstieg, bei diesem Abstand von den weltlichen Dingen sind wir aufgerufen, die versöhnende und regenerierende Stille der Betrachtung des Evangeliums, des Lesens in der Bibel wiederzuentdecken, was zu einem an Schönheit, Glanz und Freude reichen Ziel führt. Und wenn wir uns so vorbereiten, mit der Bibel in der Hand, in Stille, beginnen wir, diese innere Schönheit zu verspüren, diese Freude, die das Wort Gottes in uns hervorbringt.

    In dieser Hinsicht ist die Sommerzeit ein günstiger Moment, um unseren Einsatz für die Suche nach dem Herrn und die Begegnung mit ihm wachsen zu lassen. In dieser Zeit sind die Schüler von schulischen Verpflichtungen befreit und viele Familien machen ihren Urlaub; es ist wichtig, dass man in dieser Zeit des Ausruhens und des Abstandes von den täglichen Beschäftigungen die Kräfte des Leibes und des Geistes wieder stärken kann und dabei den geistlichen Weg vertieft.

    Die Entdeckung Jesu ist kein Selbstzweck

    Am Ende der Erfahrung der Verklärung stiegen die Jünger mit durch die Begegnung mit dem Herrn verwandelten Augen und Herzen den Berg hinab (vgl. V. 9). Das ist der Weg, den auch wir zurücklegen können. Die immer lebendigere neue Entdeckung Jesu ist kein Selbstzweck, sondern veranlasst uns, gestärkt durch die Kraft des göttlichen Geistes „den Berg hinabzusteigen“, um über neue Schritte der Umkehr zu entscheiden und beständig die Liebe als Gesetz des Alltags zu bezeugen. Verwandelt durch die Gegenwart Christi und die Glut seines Wortes werden wir konkretes Zeichen der Leben spendenden Liebe Gottes für alle unsere Brüdern und Schwestern sein, besonders für die Leidenden, für alle, die einsam und verlassen sind, für die Kranken und für die Schar von Männern und Frauen, die in verschiedenen Teilen der Welt durch Ungerechtigkeit, Anmaßung und Gewalt erniedrigt werden.

    Bei der Verklärung ist die Stimme des himmlischen Vaters zu hören, der sagt: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören“ (V. 5). Wir wollen auf Maria blicken, die Jungfrau des Hörens, die immer bereit ist, jedes Wort des göttlichen Sohnes im Herzen aufzunehmen und zu bewahren (vgl. Lukas 2, 51). Unsere Mutter und die Mutter Gottes möge uns helfen, in Einklang mit dem Wort Gottes zu treten, so dass Christus Licht und Leitung unseres ganzen Lebens wird. Ihr empfehlen wir die Ferien aller, damit sie ruhig und gewinnbringend sind, vor allem aber den Sommer all derer, die nicht in Urlaub gehen können, da sie das Alter, gesundheitliche Gründe oder Gründe der Arbeit, finanzielle Engpässe oder andere Probleme daran hindern, damit es dennoch eine Zeit der Entspannung sei, die durch freundschaftlichen Umgang und heitere Augenblicke von Freude erfüllt wird.

    Übersetzung aus dem Italienischen

    von Armin Schwibach