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    Die Jugendarbeit wird weiter wachsen

    Sydney (DT) „Jugendliche haben sich gegenseitig sehr viel zu sagen“, sagt Natascha Jansen, Vorsitzende des BDKJ in der Erzdiözese Köln. Die 32-Jährige hat gemeinsam mit dem BDKJ-Diözesan-Präses Dirk Bingener und in Zusammenarbeit mit der Jugendseelsorge im Erzbistum Köln unter der Leitung von Pfarrer Mike Kolb Weltjugendtags-Neuland betreten. „Nach der Erfahrung während der Tage des sozialen Engagements im Vorfeld des Kölner Weltjugendtags waren wir uns sicher, dass die Begegnung der jungen Menschen aus der ganzen Welt vertieft werden könnte.“

    Sydney (DT) „Jugendliche haben sich gegenseitig sehr viel zu sagen“, sagt Natascha Jansen, Vorsitzende des BDKJ in der Erzdiözese Köln. Die 32-Jährige hat gemeinsam mit dem BDKJ-Diözesan-Präses Dirk Bingener und in Zusammenarbeit mit der Jugendseelsorge im Erzbistum Köln unter der Leitung von Pfarrer Mike Kolb Weltjugendtags-Neuland betreten. „Nach der Erfahrung während der Tage des sozialen Engagements im Vorfeld des Kölner Weltjugendtags waren wir uns sicher, dass die Begegnung der jungen Menschen aus der ganzen Welt vertieft werden könnte.“

    Die lange Reise nach Australien sollte also für einen internationalen Jugendaustausch genutzt werden. Man plante eine frühe Anreise für die Kölner Teilnehmer des Weltjugendtags und setzte sich mit den Verantwortlichen für die Tage der Begegnung in der Diözese Melbourne in Verbindung. Dort stieß man auf Interesse bei gleichzeitiger Zurückhaltung. Dirk Bingener weiß das zu erklären: „Unseren australischen Partnern sind über Jahre gewachsene Strukturen der Jugendarbeit, wie wir sie in Deutschland kennen, eher fremd.“ Jugendarbeit finde dem angelsächsischen Modell entsprechend eher personenabhängig statt. Es liegt also am Pfarrer, ob dieser etwas Gesondertes für die jungen Gemeindemitglieder organisieren will oder nicht. Jugendgottesdienste, wie sie in Deutschland mittlerweile in jeder „City-Pastoral“ üblich sind, kennt man in Australien eher nicht. Nicholas Pearce, 24-jähriger Priesteramtskandidat des Erzbistums Melbourne und Ansprechpartner des Jugendaustauschs vor Ort in Melbourne, kann das zumindest in Teilen nachvollziehen. Er halte nicht viel von besonderen Angeboten für jede Altersgruppe: „Ein Jugendgottesdienst wird oft eher ein Kindergottesdienst und unterfordert die jungen Erwachsenen. Wenn er dennoch gut ist und die jungen Menschen anzieht, gibt das den Älteren während der übrigen Messzeiten das Gefühl, alleine und ohne Zukunft zu sein.“ Er begrüße jedoch die Initiative der Deutschen zu einem vertieften Austausch zwischen den Jugendlichen beider Länder, da „die Erfahrung des Weltjugendtags ohne Verstetigung auch in menschlichen Beziehungen eine sehr flüchtige sein kann.“

    Das sieht auch Natascha Jansen so und machte sich daher bereits ein Jahr vor dem großen Jugendtreffen in Sydney an die Arbeit, Ansprechpartner zu suchen, zu finden und mit ihnen gemeinsam ein Programm für die Tage in den Gemeinden zu entwickeln. Die 600 Personen umfassende Kölner Delegation wurde zu diesem Zweck in vier Gruppen aufgeteilt, die in verschiedenen Gemeinden der 3,4-Millionen-Metropole Melbourne aufgenommen wurden. Die meisten kamen in Gastfamilien unter, Einzelne wurden wegen Minderjährigkeit oder auf eigenen Wunsch hin in Schulen untergebracht. Das Programm in den Gemeinden war gemäß der Leitlinie „Sehen, Urteilen, Handeln“ gestaltet und bot zahlreiche Möglichkeiten, mit den australischen Familien und Altersgenossen ins Gespräch zu kommen. Das Angebot reichte von Ausflügen in die Natur, Zeugnissen von Berufungen zu einem geistlichen Lebensweg, Vorträgen über soziale Aktivitäten der Gastgebergemeinde sowie Referate und Diskussionen über Bemühungen in der Neu-Evangelisierung Australiens bis hin zu Besuchen in den Häusern der Familien selbst. Hier konnten die Jugendlichen erleben und diskutieren, was „typisch australisch“ oder „typisch deutsch“ bedeutet.

    Die Umsetzung in den jeweiligen Gemeinden gestaltete sich sehr unterschiedlich. Natascha Jansen fasst ihre Erfahrungen aus der Vorbereitung und in den Tagen vor Ort so zusammen: „Letztlich ist es wie immer: Projekte stehen und fallen mit den beteiligten Personen.“ Die Kölner Jugendlichen sollen durch den Austausch dazu angeregt werden, selbst aktiv zu werden. Das eigene Engagement ließ nicht lange auf sich warten. Bereits nach wenigen Tagen waren einzelne Teilnehmer des Austauschs permanent „international unterwegs“. Das streckte sich auch auf die Tage in Sydney aus. Per Mobiltelefon verabredete man sich und erlebte die Höhepunkte des Weltjugendtags gemeinsam.

    Dirk Bingener zieht ein positives Fazit: „Unsere Jugendlichen haben nicht nur Land, sondern auch Leute kennengelernt. Damit kann die Erfahrung des Weltjugendtags weitergetragen werden. Und wir als BDKJ haben ein Mittel gefunden, wie wir aktiv an der Gestaltung der Weltjugendtage mitwirken können.“ Wenn es also in die Tage der Begegnung im Vorfeld des Weltjugendtags in Madrid 2011 passt, soll der Jugendaustausch nach den Lehren des ersten Durchgangs überarbeitet und wieder angeboten werden. Die Kölner Jugendlichen werden wieder mit von der Partie sein. Auf die Frage, was sie aus Australien mitnähmen, erwähnten fast alle Befragten auch die Tage in Melbourne. Die australischen Austauschpartner ihrerseits zeigten Interesse an der deutschen Jugendarbeit. Wenn sie schon bald, spätestens im Vorfeld des Weltjugendtags in Madrid 2011 Deutschland besuchen, kann man sagen: Aus Begegnung ist Beziehung geworden.

    Von Nathanael Liminski